Erpresser mit Kfz-Masche bundesweit unterwegs

Wetter..  Über 200 Fälle in ganz Deutschland sind der Polizei bekannt, die sich ähnlich abspielten wie der in Wetter. Immer trat dabei ein und derselbe Mann in Erscheinung, der seine Opfer erpresste und auch mit dem Tod bedrohte.

Es war im Dezember letzten Jahres, als ein 66-jähriger Wetteraner sein gebrauchtes Auto über das Internet-Portal Ebay-Kleinanzeigen verkaufte. Einen Tag später meldete sich eine männliche Person telefonisch bei dem Wetteraner und erklärte, der Wagen habe einen Defekt und müsse für 4600 Euro repariert werden. Die Reparaturkosten solle der Wetteraner zahlen. Falls er das nicht tue, werde der Anrufer seine Brüder schicken, die die Familie des Autoverkäufers umbringen würden.

Rufnummer aus dem Libanon

Daraufhin ging 66-Jährige zur Polizei und erstattete Anzeige. Zuvor hatte er bei der Firma angerufen, an die er seinen Wagen verkauft hatte, und sich erkundigt, was denn kaputt sei. Dort wusste man nichts von einem solchen Anruf und versicherte ihm, dass mit dem Auto alles in Ordnung sei. Die Polizei stellte schnell fest, dass die Rufnummer des mutmaßlichen Erpressers aus dem Libanon stammt und bundesweit in über 200 gleich gelagerten Fällen ermittelt wird. Auch eine tatverdächtige Person wurde bereits ermittelt.

Beschuldigter beobachtet Anzeigen

„Wir haben es hier mit einer bundesweiten Masche zu tun, hinter der aber nur diese eine Person steckt. Der Beschuldigte soll ein abgelehnter Asylbewerber mit unbekanntem Wohnsitz sein“, sagt Dietmar Trust, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde Schwelm. Den Beamten sei beim Abgleich mit den übrigen Verfahren schnell klar geworden, dass es in keinem Fall zu einer tatsächlichen Handlung gegen die angerufenen Personen gekommen war. Insofern seien auch keine weitere Maßnahmen zum Schutz des Wetteraners erfolgt.

Dietmar Trust rät allen Bürgern, sich bei ähnlich gelagerten Fällen sofort an die Polizei zu wenden und auf keinen Fall Geld zu überweisen. Der Tatverdächtige ist 29 Jahre alt und flüchtig.