Einbrecher in der Geisterklinik

Meschede..  Einbrecher haben in der leer stehenden „Geisterklinik“ in Meschede-Beringhausen den Raum mit den Patientenakten aufgebrochen. Mit „brachialer Gewalt“, so die Polizei, ist die Tür aufgebrochen worden, in dem seit der Insolvenz des Krankenhauses 3000 bis 4000 Akten aufbewahrt werden. Ob etwas gestohlen wurde, ist angesichts der Masse an Akten völlig unklar. In dem Raum hätten Akten verstreut herumgelegen, so die Polizei.

Landrat Karl Schneider hat gestern angeordnet, dass die Polizei dort übers Wochenende verstärkt Streife fahren muss. Anfang der Woche sollen die Akten dann aus der Klinik heraus endgültig an einen sicheren Ort geschafft werden.

Die Polizei hat den aufgebrochenen Akten-Raum notdürftig mit einer Gittertür durch Handwerker sichern lassen. Der Landrat will aber jetzt eine dauerhafte Lösung – trotz der noch ungeklärten Kostenfrage.

Bislang wurde im Hintergrund um die Zuständigkeit für die Kosten gerungen: Der Landes-Datenschutzbeauftragte sieht das Land in der Verpflichtung, eine gesetzliche Grundlage dafür zu schaffen, wie mit Unterlagen aus insolventen Krankenhäusern umgegangen wird. Sprecher Nils Schröder hält es zum Beispiel für denkbar, dass die Ärztekammern diese Unterlagen übernehmen könnten. Das NRW-Gesundheitsministerium verweist darauf, dass es eine bundeseinheitliche Regelung geben müsse. Deswegen sei „bisher erfolglos“, so Pressesprecher Christoph Meinerz, mit dem Bundesgesundheitsministerium in Berlin verhandelt worden: „Der Bund hat jedoch jegliche Regelungsnotwendigkeit verneint.“

Landrat Karl Schneider ist wütend, spricht von der „Abteilung Geschwafel“: „Soll ich auch noch auf EU und UNO warten? So schiebt es einer auf den anderen. Auf die warte ich nicht. Da kommt nichts bei heraus.“ Er will handeln.