Ein Wegweiser durch den E-Dschungel

Bislang zeigt die „Sase“, die Sammlung aus Stadtreinigung und Entsorgung, in Iserlohn die Geschichte der Abfallwirtschaft. Jetzt soll die Einrichtung um ein Kompetenzzentrum zur E-Mobilität erweitert werden und damit bundesweit eine Vorreiterrolle übernehmen.
Bislang zeigt die „Sase“, die Sammlung aus Stadtreinigung und Entsorgung, in Iserlohn die Geschichte der Abfallwirtschaft. Jetzt soll die Einrichtung um ein Kompetenzzentrum zur E-Mobilität erweitert werden und damit bundesweit eine Vorreiterrolle übernehmen.
Foto: Volker Speckenwirth
Was wir bereits wissen
  • Die „Sase“ in Iserlohn soll zum Kompetenzzentrum für E-Mobilität werden
  • Bundesweite Vorreiterrolle
  • Im Februar erste Veranstaltungen

Iserlohn..  Das „Haus der Stadtreinigung“ in Iserlohn soll zum Kompetenzzentrum für E-Mobilität werden und bundesweit eine Vorreiterrolle übernehmen. Für die Einrichtung eines Ausstellungsraums, die Anschaffung von funktionsfähigen Ladesäulen und erste Veranstaltungen sollen rund 150 000 Euro als Startkapital investiert werden. „Das wird die erste Einrichtung dieser Art, die alle Themen zur E-Mobilität bündelt“, sind sich Hans-Günter Kerstan von der „Sase“ und Stefan Szkudlapski von der MV Marketing sicher.

Mit neuen Technologien, die Einzug in eine breite Anwendung finden, ist es so eine Sache. Etwa als in den 1980er-Jahre die Videotechnik Filmaufnahmen ebenso wie das Fernsehschauen revolutionierte. Blieb die Frage für den Endverbraucher nach dem Format und damit nach der Kassette und der Gerätetechnik: Beta, VHS oder Video 2000 kämpften um die Gunst. Am Ende hat sich VHS durchgesetzt; die anderen Systeme verschwanden nach und nach auf der Müllkippe der Zeitgeschichte.

Auch die E-Mobilität und damit die notwendige Ladeinfrastruktur werfen aktuell viele Fragen auf: nach Batteriesystemen, Ladetechnik, Abrechnungsarten, Reichweiten. „Diesen Informationsbedarf wollen wir stillen“, sagt Hans-Günter Kerstan. Warum ausgerechnet in der „Sase“, Deutschlands einziger „Sammlung für Stadtreinigung und Entsorgung“?

Weiterentwicklung der „Sase“

Die Dauerausstellung mit angeschlossener Veranstaltungshalle auf einem ehemaligen Kasernengelände in Iserlohn hat nicht nur den Platz dafür; das Kompetenzzentrum für E-Mobilität sieht „Sase“-Geschäftsführer Kerstan auch als inhaltliche Weiterentwicklung: In der „Sase“ geht es um urbanen Umweltschutz, um saubere Städte, und damit um ein lebenswertes Wohnumfeld. Der Trend weg vom Verbrennungsmotor, der mit fossilen Kraftstoffen betrieben wird, sei eindeutig – und gut für die Umwelt. Darin sieht Kerstan den inhaltlichen Anknüpfungspunkt.

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Mit „30 Unternehmen, darunter Hersteller von Steckern und Ladesäulen, und zwei große Energieversorger“ stehen Kerstan und Szkudlapski in Verhandlungen; sie sollen ihre Produkte und ihr Leistungsspektrum künftig in Iserlohn präsentieren. „Es geht nicht darum, Produkte zu verkaufen, sondern über Produkte zu informieren“, konkretisiert Stefan Szuklapski. Das bedeutet auch: Die „Sase“ wird keinen Fahrzeugpark mit den neusten E-Mobilen aufbauen.

Erste Veranstaltung im Februar

Es geht um Informationen, wie und wo kann ich (m)ein E-Auto beladen, und wie ich das Stromtanken bezahlen kann, also um Dienstleistungen und Service rund um die E-Antriebstechnik. Adressaten der neuen Ausstellung sind Kommunen, die derzeit dabei sind, das örtliche Netz an Stromtankstellen zu erfassen und zu managen, die Energieversorger, die dabei sind, Ladesäulen aufzubauen, aber auch einzelne Unternehmen. „Für einige Branchen, wie etwa Pflegedienste, die häufig nur kurze Strecken innerhalb eines Gebietes fahren, sind E-Autos interessant“, sagt Kerstan. Im Februar 2017 soll die erste Info-Veranstaltung stattfinden.