DSV-Adler beim Teamspringen in Willingen auf Platz zwei

Was wir bereits wissen
Nach einer Führung im ersten Durchgang wurden die Skispringer um Severin Freund in Willingen nur noch von den starken Slowenen überflügelt.

Willingen.. Selbst Werner Schuster war noch einige Zeit später schwer beeindruckt. „Zwei Sprünge dieser Qualität habe ich nacheinander von ihm in dieser Saison noch nicht gesehen“, sagte der Bundestrainer der deutschen Skispringer - und lupfte sinnbildlich seine rote Pudelmütze für Severin Freund. Denn dieser trug einen wesentlichen Teil dazu bei, dass die deutsche Mannschaft beim Weltcup in Willingen mit 931.7 Punkten hinter den starken Slowenen um Peter Prevc (957.9) den zweiten Platz belegte. Auf Rang drei flogen die Norweger (916.5).

„Ich bin sehr, sehr zufrieden“, sagte Severin Freund nach dem Wettbewerb und sprach nicht nur über seine Sprünge auf 140 und 145 Meter. Er blickte zudem auf die bisherige Saison, in welcher die Deutschen bereits zweimal als Sieger ein Teamspringen beendeten. „Eins, eins, zwei - das ist eine extrem gute Bilanz“, erklärte Freund und stritt gar nicht erst ab, dass die DSV-Adler als heiße Medaillenkandidaten zur Weltmeisterschaft in rund drei Wochen nach Falun/Schweden reisen werden.

Auch Freitag ist neben Freund für die WM gesetzt

„Wir erwarten ja selbst von uns eine Medaille“, sagte Freund und wertete es „als wahnsinnig gutes Zeichen, dass wir Leute gewechselt haben und trotzdem nach vorne gesprungen sind“. In Willingen standen Markus Eisenbichler (123,0 Meter/124,0 Meter), Marinus Kraus (135.5/131.5) und Richard Freitag (147.5/132.5) neben ihm in der deutschen Mannschaft. Nach dem ersten Durchgang hatte sie sogar in Führung gelegen. „Wir haben ein breites Team, in dem alle etwas drauf haben. So gehen wir auch in die Weltmeisterschaft“, sagte Freund, „das ist ein echtes Luxusproblem.“

Skispringen Gesetzt für die WM in Falun ist neben ihm bislang lediglich Richard Freitag. Während die deutschen Springer nach Freunds drittem Platz im Einzelspringen am Freitagabend den nächsten Podestplatz in Willingen feierten, verließen die Polen um ihren Star Kamil Stoch weit vor dem Ende des Wettbewerbs die Mühlenkopfschanze. Ausgerechnet Stoch, der am Freitagabend mit seinem souveränen Sieg für Riesenjubel unter den traditionell vielen polnischen Zuschauern im hessischen Upland gesorgt hatte, war wegen eines nicht den Regeln entsprechenden Anzugs nach dem ersten Durchgang disqualifiziert worden. „Ich habe das nur über Funk mit bekommen“, erklärte Bundestrainer Werner Schuster, „ich weiß nicht, was konkret nicht gepasst hat.“

Kamil Stoch darf am Sonntag in Willinigen wieder

Der Grat, auf dem sich alle Skispringer in punkto Material bei jedem Wettbewerb bewegen, ist stets ein sehr schmaler. Zum einen müssen die Regeln eingehalten, zum anderen darf nicht zuviel Fläche hergeschenkt werden. „Wenn etwas nicht gepasst hat, finde ich es gut, dass der Materialprüfer auch vor großen Namen keinen Halt macht“, sagte Werner Schuster. „Außerdem ist der Schaden ja gering.“ Die Polen wären im Teamwettbewerb, den 14782 Zuschauer verfolgten, ohnehin nicht auf das Podest gekommen – und beim abschließenden Einzelspringen am Sonntag ab 15 Uhr darf Kamil Stoch wieder starten.