Diskussion um A46 flammt wieder auf

Das Autobahnende bei Hemer.
Das Autobahnende bei Hemer.
Foto: Thomas Nitsche
Was wir bereits wissen
Gegner: Bei sechsspurigem Ausbau der Sauerlandlinie entfallen Gründe für den immer wieder geforderten Lückenschluss von Hemer bis Neheim.

Hagen.. Die Komplett-Erneuerung der maroden Autobahn 45 mit sechsspurigem Ausbau beschäftigt die Region und bringt auch die Diskussion um den Lückenschluss der A46 zwischen Hemer und Neheim wieder in Gang. Jedenfalls spüren die Gegner der durchgängigen Autobahn-Lösung wie der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Gruppeninitiative GigA46 durch die A45-Pläne Rückenwind, wie Gruppen-Sprecher Stefan Neuhaus berichtet. Wirtschaftsvertreter bekräftigten ihre Forderung nach dem Autobahn-Lückenschluss, auch im Sinne von regionalen Unternehmen und ihren Mitarbeitern.

„A45 muss in Prüfung einfließen“

„Wenn die A45 samt den Autobahnkreuzen sechsspurig ausgebaut wird, dann hat das Auswirkungen auch für die A46 und muss in die Prüfung einfließen“, so Neuhaus. Wenn in Berlin die Projekte für die Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans geprüft würden, müsse auch die neue Situation berücksichtigt werden. Von den Befürwortern des durchgehenden Autobahn-Lückenschlusses von Hemer bis Neheim sei immer die bisherige Situation auf der A45 ins Feld geführt worden, aber die werde sich ja in Zukunft grundlegend ändern.

Hintergrund: Drei Varianten des Weiterbaus der A46 liegen laut SIHK zu Hagen gegenwärtig in Berlin zur Prüfung vor: eine durchgehende Autobahnverbindung von Hemer bis Neheim mit Anbindung an die A445, was der Wirtschaft am liebsten wäre, eine Autobahn bis Menden und danach eine dreispurige Bundesstraße und eine sogenannte Netzertüchtigung mit Ausbau und Optimierung der vorhandenen Bundes- und Landesstraßen - Favorit der Initiative gegen den Weiterbau der A46 als Autobahn.

Welche Sanierungen machen Sinn

„Die Zeiten des Neubaus sind vorbei. Aber auch bei Erhaltungsmaßnahmen muss bedacht werden, welche Sanierung langfristig Sinn macht und finanzierbar ist“, sagte der BUND-Landeschef Holger Sticht. „Wir wollen wissen, welche Auswirkungen der sechsspurige Ausbau der Sauerlandlinie auf die A46 hat“, insistiert Gruppen-Sprecher Neuhaus und geht dabei offenbar davon aus, dass dieser die Netzlösung mit dem Ausbau der vorhandenen Straßen begünstigen werde: „Man kann das eine Projekt nicht ohne das andere betrachten. Die A46 wäre nichts anderes als eine Bypass-Autobahn zwischen der A45 und der A44/A2.“ Sie bringe zusätzlichen Verkehr in eine bisher von einer Autobahn verschonte und ökologisch hochwertige Region. Neuhaus: „Beim sechsspurigen Ausbau der A45 entfallen deshalb noch mehr Gründe für jeglichen Bau der A46.“

Autobahnausbau Das möchte die Wirtschaft in der Region natürlich so nicht stehen lassen. „Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun“, ist Jan Tornow überzeugt, Fachbereichsleiter Verkehr bei der SIHK zu Hagen. Die Nord-Süd-Verbindung A45 sei überlastet, marode und müsse von Grund auf neu gebaut werden. Der Lückenschluss der A46 biete dagegen Anlieger-Unternehmen und ihren Mitarbeitern Vorteile und nehme mit der Entlastung der A1 zwischen dem Westhofener und dem Kamener Kreuz eine wichtige Funktion im Ost-West-Verkehr ein. „Man kann dann einen Teil des Verkehrs nach Osten über A46, A445 und das Werler Kreuz ableiten.“

Neuhaus will die Verkehrsprobleme in der Region nach eigenen Worten anders lösen, etwa mit Ortsumgehungen in Menden. Und er sieht die Zahlen auf seiner Seite: „Tausend Fahrzeuge täglich würden die neue Verbindung vom und ins Hochsauerland nutzen. Das legitimiert keine Autobahn.“