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Fliegende Waldarbeiter

Diese Säge jagte schon 007

02.02.2012 | 19:19 Uhr
Diese Säge jagte schon 007
Die RWE lässt die Trasse einer 10 000 Volt Stromleitung in einem Wald bei Bad Laasphe freischneiden. Erstmals in Südwestfalen wird dafür eine fliegene Säge eingesetzt. Ein Hubschrauber vom Typ Lama SA 315 B führt dazu eine etwa acht Meter lange Säge aus acht Kreissägeblättern an den Bäumen vorbei.

Bad Laasphe.Die „Fliegende Säge“ hat die Seiten gewechselt. 1999 hat der scharfe bestückte Hubschrauber in dem Kinoklassiker „Die Welt ist nicht genug“ Jagd auf James Bond gemacht. Jetzt arbeitet die Säge für die Guten.

Im Agententhriller waren dem Fluggerät damals Autos und Häuser zum Opfer gefallen, Jetzt sind es Bäume. Nicht im Auftrag ihrer Majestät, aber immerhin im Auftrag des Stromversorgers RWE, zerschnitt die „Fliegende Säge“ in Bad Laasphe am Donnerstag in einem Waldstück Äste, die eine 10 000 Volt-Stromleitung gefährdeten. Würden die Äste die Leitung berühren, drohten Kurzschluss, Stromausfall und schlimmstenfalls sogar Lebensgefahr, erläutert RWE-Netzmeister Dirk Tönges.

Die Mindestabstände zur Stromleitung sind vorgeschrieben, deshalb mussten Sträucher und Bäume auf einer Strecke von 1000 Metern zurückgeschnitten werden. Am kostengünstigsten ist das mit dem Helikopter.

Der Hubschrauber führt die lange Säge an den Bäumen vorbei.

„Der Hubschrauber schafft rund 1800 Laufmeter in der Stunde. Früher wäre das eine Woche Arbeit für fünf Menschen gewesen“, erklärt Thomas Harbeke von Heli-Energy-Services. Der Forstmann stammt aus Züschen und arbeitet jetzt für das Schweizer Unternehmen mit der „Fliegende Säge“.

„Ursprünglich kommt das System aus Skandinavien. Seit 1998 wird es auch in Deutschland eingesetzt“, erläutert Harbeke. Inzwischen sei die dritte Generation der Säge im Einsatz. „Selbst dickste Äste machen der nichts aus“, ist Harbeke stolz.

Trotz des Fortschritts stellt die Arbeit mit der pendelnden Säge auch für die erfahrensten Piloten eine Herausforderung dar: Schon das Startmanöver der Maschine ist eine Kunst für sich. Zuerst wird ein 30 Meter langes Gestänge am Lasthaken des Helikopters befestigt. Danach hebt der Hubschrauber vorsichtig ab, bis er senkrecht über dem Anhänger mit der Säge befindet. Dann erst löst die Bodencrew die Säge aus der Verankerung. Mit rotierenden Sägeblättern geht es zum Einsatzort. Die Stromleitung ist dann während des Helikoptereinsatzes spannungslos geschaltet. Vom Boden aus beobachtet ein Koordinator den Einsatz und gibt per Funk Hinweise zu möglichen Hindernissen.

Auf und ab bewegt der Pilot den Hubschrauber und schaut dabei nur auf die Säge während der Co-Pilot das Umfeld beobachtet. Trotz der Schärfe der Säge, ist die Arbeit anstrengend. Wechselnde Winde und das Zentimeter genaue Fliegen erfordern Nerven wie Drahtseile, damit kein Drahtseil der Strom-Leitung beschädigt wird. Schließlich gehört das Team ja jetzt zu den Guten.

Lars-Peter Dickel

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