Die BiTS in Iserlohn soll Studentenzahl verdoppeln

Professor  Stefan Stein (rechts), Rektor der BiTS, und Carlos Bertrán (links), CEO Laureate Germany.
Professor Stefan Stein (rechts), Rektor der BiTS, und Carlos Bertrán (links), CEO Laureate Germany.
Foto: MATTHIAS GRABEN
Was wir bereits wissen
Der neue Rektor der Hochschule und ihr Geschäftsführer wollen das Konzept nach Berlin, Hamburg und China tragen – und doch in Iserlohn bleiben.

Iserlohn.. Investitionen, Online-Studium und eine überregionale sowie internationale Vernetzung – Professor Stefan Stein, neuer Rektor der BiTS, und Carlos Bertrán, Deutschland-Chef des US-Bildungskonzerns Laureate, zu dem auch die private Iserlohner Hochschule gehört, sprechen am Rande des 13. Unternehmertages über die Zukunft des Campus.

Frage: Sie sind seit fast einem Monat Rektor der BiTS – was sind ihre Pläne für die Hochschule?

Professor Stefan Stein: Ich will vor allem die Studenten in den Fokus nehmen. Wir Professoren müssen immer daran denken, dass es die Studenten sind, deretwegen wir hier sein dürfen. Sie zahlen Gebühren und erwarten zu Recht, dass wir sie bestmöglich auf ihre Karriere vorbereiten. Das war schon immer unser Ziel – aber es gibt auch immer noch Verbesserungspotenzial. Deshalb werden wir weiter in Iserlohn bleiben und in den Standort investieren.

Das wird Studenten und Unternehmer freuen, die fürchten, dass Iserlohn zugunsten der glamouröseren Standorte in Berlin und Hamburg langsam ausdünnt ...

Carlos Bertrán: Diese Sorge hat mich völlig überrascht. Iserlohn ist und bleibt der Hauptcampus. Denn Iserlohn liegt in der drittstärksten Wirtschaftsregion Deutschlands. Es befindet sich günstig in der Mitte Deutschlands, nahe den großen nordrhein-westfälischen Städten, aber in einer schönen, offenen, grünen Landschaft und rundherum gibt es viele wichtige Unternehmen.

Was hat Iserlohn, was Berlin und Hamburg nicht haben?

Bertran: Der Berliner Markt ist ein ganz anderer. Berlin ist attraktiv für internationale Studenten. Am Hamburger Standort haben wir uns auf Medien und Kommunikation spezialisiert. Hamburg ist zudem eine teure Stadt, die vor allem Studenten aus dem Umland anzieht. Iserlohn bleibt unser Zentrum – und soll weiter wachsen.

Wie viel wollen Sie denn in den Standort investieren?

Bertrán: Ich kann keine Summe nennen, denn die ist von der Studentenzahl abhängig. Aber wir werden wie in der Vergangenheit auch in den Campus investieren, in die Ausstattung, in Professoren und Personal.

Und wie viele Studenten wollen Sie in fünf Jahren dazugewinnen?

Stein: Wenn wir uns wieder verdoppeln würden, also in fünf Jahren von derzeit 1500 auf 3000 Studenten – das wäre schön.

Besteht nicht die Gefahr, dass die Qualität der Betreuung unter diesem Wachstum leidet? Die Studenten klagen schon darüber, dass Professoren zu häufig in Berlin und Hamburg sind, statt in Iserlohn.

Stein: Wir wollen beim Aufbau der Multi-Campus-Strategie unsere Qualität bewahren. Deshalb müssen wir sicher stellen, dass auch an den anderen Standorten der Geist der BiTS herrscht – und das können am besten die Professoren von hier, die mit diesem Geist vertraut sind. Dennoch gilt weiterhin die generelle Regel, dass die Professoren aus der Region ihrer Hochschule kommen müssen.

Bertrán: Im Übrigen kommt dieser überregionale Ausbau auch den Studenten zu Gute. Die BiTS ist lokal verwurzelt, wir wollen den Studenten aber auch die Möglichkeit bieten, nationale und internationale Erfahrungen zu sammeln, Netzwerke zu knüpfen. Das ist wichtig, um sie gut auf eine Karriere in den für Südwestfalen so typischen international ausgerichteten mittelständischen Unternehmen vorzubereiten. Ein solche überregionale und internationale Ausrichtung strahlt auf die Hochschule, die Stadt, die Region, vor allem aber die Studenten zurück.

Woher wollen Sie eigentlich 3000 Studenten nehmen – bei sinkenden Schülerzahlen?

Stein: Wir wollen künftig nicht nur Vollzeitstudenten hier am Campus ausbilden – sondern darüber hinaus auch ein Online-Studium anbieten. So können sich Berufstätige berufsbegleitend bilden, sind vom Campus unabhängig.

Bertrán: Die Zahl der Master-Absolventen, die berufsbegleitend studieren, steigt. Auch derjenigen, die im Laufe ihrer Karriere mehrere Abschlüsse machen.

Warum ist die BiTS-Leitung nun eigentlich ausgetauscht worden?

Bertrán: Professor Volker Busch, der ehemalige Rektor, hat einen guten Job gemacht. Aber nach zehn Jahren war es Zeit für einen Wechsel. Wir wollten einen Rektor, der die BiTS schon kennt und doch frische Luft hereinbringt und unsere Multi-Campus-Strategie vorantreibt. Das waren schwierige Tage nach dem Wechsel. Aber ich bin überzeugt, dass die Hochschule nun stärker ist als Ende 2014. Und, dass wir bei den Studenten, den Unternehmen in der Region nun eine bessere Reputation haben.

Ist das auch Ihr Eindruck?

Stein: Ich habe in den vergangenen Wochen so viele Gespräche mit Studenten geführt, Mitarbeitern, Kollegen und Unternehmern, dem Bürgermeister, dem Ehrensenat der Hochschule, wie es mein Terminkalender nur erlaubt hat. Und ich habe dabei eine große Unterstützung für unsere Schule gespürt.