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Das Geheimnis der schwarzen Hand, Folge 12

23.04.2012 | 12:02 Uhr
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Das Geheimnis der schwarzen Hand, Folge 12
Die schwarze Hand könnte hier versteckt worden sein: im Hotel Claassen in Winterberg. Foto: Sonja Funke

„Na, bist Du etwa wieder mit angezogener Handbreme gefahren oder macht Deine alte Kiste langsam schlapp? Ich warte hier schon eine halbe Ewigkeit auf Dich“, raunzte Kommissar Wendler seinen alten Freund an, als dieser endlich vor dem ehemaligen Hotel Claaßen in Winterberg parkte. „Das war gar nicht so einfach“, motzte Schulthof zurück, „hier in Winterberg hat sich in den vergangenen Jahren so einiges getan und die beiden Umgehungsstraßen gab es in meiner Jugend auch noch nicht. Aber was suchen wir hier eigentlich?“

Geheimnisvoll kramte Wendler einen Zettel heraus. Ein neuer Hinweis, der ihm natürlich anonym zugespielt worden war. Dort stand mit großen ausgeschnittenen Buchstaben: „Schwarze Hand auf weißem Schnee. Macht Euch auf die Socken und Waidmannsheil bei der Suche“.

Werner Eickler, Bürgermeister von Winterberg.

„Weißer Schnee“ – das kann doch nur ein Hinweis auf Winterberg sein und „Waidmannsheil“ eine Anspielung auf „Claaßen“, was meinst Du?“, fragte er seinen alten Freund. „Ganz bestimmt“, entfuhr es spontan Schulthof. Wie gesagt, an „Waidmannsheil“ im Claaßen hatte er nur die allerbesten Erinnerungen.

Jetzt aber schien das Gebäude nicht mehr im besten Zustand zu sein. „Hier hat der Zahn der Zeit aber kräftig genagt. Jetzt verstehe ich auch, warum die Winterberger zwei Umgehungsstraßen gebaut haben“, maulte Wendler. Widerwillig machten sich die beiden wieder einmal auf die Suche nach der schwarzen Hand. Doch im Gegensatz zu ihren bisherigen Bemühungen wurden sie diesmal schnell fündig. Gleich im Eingangsbereich stand eine alte, morsche Holzkiste, die mit einem Vorhängeschloss verschlossen war. Kein Problem für Wendler, der das Schloss mit einem Bolzenschneider sprengte. Verwundert schaute ihn Schulthof an. Nicht schlecht ausgerüstet für einen Pressefuzzi der Polizei, dachte er insgeheim.

Wendler machte es spannend: „Tritt mal zur Seite, man kann nie wissen.“

Auch wenn er es nicht zugab, der Biss der Schlange im Medebacher Museumskeller hatte ihm einen gehörigen Schrecken eingejagt und auf ein ähnliches Erlebnis hatte er nun wirklich keinen Bock.

Mit einem festen Ruck riss er den Deckel der Holzkiste hoch und starrte in das Innere. „Mist, die schwarze Hand ist es natürlich wieder nicht“, rief er enttäuscht und erzürnt. Nur wieder so ein blöder Zettel.“

Schulthoff entriss ihm genervt das Dokument aus den Händen. Was er dort las, verblüffte ihn völlig: „Warum in alte Zeiten schweifen, sieh das Gute liegt so nah“, stand da in großen schwarzen Buchstaben.

„Das darf doch wohl nicht wahr sein“, Schulthof war außer sich vor Wut und Enttäuschung, „da will uns einer doch verarschen und es macht ihm sichtlich Spaß, uns an der Nase herumführen.“

Werner Eickler ist Bürgermeister von WinterbergWiderwillig macht sich das Duo in Winterberg auf die Socken und folgt einer geheimnisvollen Notiz: Schwarze Hand auf weißem Schnee

Auch Wendler war nicht zum Lachen zumute. Zu viel Nerven hatte ihn diese Suche bereits gekostet. Dennoch war er nach einem langen Vakuum in Kopf und Gemüt schließlich der Erste, der sich wieder ein wenig gefangen hatte: „Also gut, gehen wir auf sein Spiel und den neuen Hinweis ein. „Das Gute liegt so nah. Nun, Winterberg hat ja wirklich einiges zu bieten“, überlegte Wendler und dachte an seinen Skiurlaub, den er mit seiner Familie vor drei Jahren hier verbracht hatte. Da waren ihm schon die herrlichen Skigebiete, der „Kahle Asten“, die St. Georg-Sprungschanze und natürlich die Bob- und Rodelbahn aufgefallen. Zudem hatten seine Kinder bei einem sommerlichen Schulausflug schon mal die Sommerrodelbahn und den Kletterwald in Winterberg ausprobiert und sogar unverletzt überstanden. Und auch beim Kegelausflug mit seinen Kegelbrüdern hatte er im letzten Jahr das „Hexenhaus“, die „Dorfalm“ und die „Tenne“ bis früh in die Morgenstunden ausprobiert - aber das musste ja seine Frau nicht unbedingt wissen.

In der Zeitung hatte er zudem gelesen, dass nach dem neuen Bahnareal im Stadtzentrum und dem neuen Landal-Feriendorf nun Mitte des Jahres auch noch das große multifunktionelle „Oversum Vital Resort Winterberg“ eröffnet werden soll. Und das wurde genau dort im Winterberger Kurpark errichtet, wo vor zwei Jahren noch die Eissporthalle angesiedelt war.

Gut, die Eissporthalle, das wäre noch ein geeignetes Versteck für die Konservierung der mumifizierten Hand gewesen, dachte sich Wendler. Doch diese Sportstätte musste der wetterunabhängigen Freizeit- und Infrastruktureinrichtung weichen und war inzwischen abgerissen worden. Und damit verlief die Spurensuche, wenn man sie überhaupt so nennen konnte, erneut im Sand. Es war zum verrückt werden.

„Es macht alles keinen Sinn, wir drehen uns im Kreis“, stellte Wendler resignierend fest. So langsam hatte er dieses „Spielchen“ gehörig satt. Und auch die neuen Hinweise „Weißer Schnee“ und „Waidmannsheil“ hatten nicht wirklich weitergeholfen.

„Moment mal“, entfuhr es Schulthof plötzlich und man merkte förmlich, wie es in seinen Gehirnzellen mächtig arbeitete, „was ist eigentlich mit dem anderen Hinweis: „Macht Euch auf die Socken“.

Jetzt fiel es ihm auf einmal schlagartig ein: „Das ist doch eindeutig ein Hinweis auf die „Sockenstadt“ Schmallenberg. Warum sind wir da nicht eher drauf gekommen? Das muss die Botschaft sein: Sucht die schwarze Hand in Schmallenberg!“

Schulthof und Wendler schauten sich an. Und schon war er wieder da: Der kleine Hoffnungsschimmer. Und sie beschlossen, sich sofort „auf die Socken“ zu machen.

Werner Eickler

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