Casino: Wo Studenten spielend Geld verdienen

Damla Yaprak arbeitet seit zwei Jahren als Croupier und Pokerdealerin zur Aushilfe in der Spielbank Hohensyburg. „Das ist der beste Studentenjob, den ich je hatte“, sagt sie. Und macht vorerst auch nach dem Studium weiter.
Damla Yaprak arbeitet seit zwei Jahren als Croupier und Pokerdealerin zur Aushilfe in der Spielbank Hohensyburg. „Das ist der beste Studentenjob, den ich je hatte“, sagt sie. Und macht vorerst auch nach dem Studium weiter.
Foto: Fabian Strauch
Was wir bereits wissen
  • Das Casino Hohensyburg bildet zum Poker- und Blackjack-Dealer sowie zum Roulette-Croupier aus.
  • Bewerber brauchen ein gepflegtes Äußeres, müssen Kopfrechnen und die Karten sicher in der Hand halten können.
  • Für Damla Yaprak aus Herdecke der „perfekte Job“.

Dortmund..  Gerade starten wieder 25 Studenten. Sie haben die Stellenanzeige der Spielbank Hohensyburg gesehen: „Ausbildung zum Poker Dealer (m/w)“. Vier Wochen an vier Tagen zu vier Stunden. Danach winkt ein Job am Spieltisch im Casino. Nicht für alle. „Nicht jeder ist geeignet“, sagt Dieter Kirschhöfer, Personalverantwortlicher auf der Hohensyburg. Das gepflegte Äußere und die Artikulationsfähigkeit sind Voraussetzung für den Lehrgang. Aber wie es um die Auffassungsgabe und die manuellen Fähigkeiten bestellt ist, stellt sich erst im Laufe der Tage heraus.

„Das kann jeder lernen“, ist Damla Yaprak überzeugt. Die 29-Jährige aus Herdecke verdient sich seit mehr als zwei Jahren ihr Geld mit Spielkarten, Jetons und Roulettekugeln. Dann schränkt sie etwas ein: „Man muss Kopfrechnen können, freundlich sein, und die Karten sollten einem möglichst nicht aus der Hand fallen.“

Besser bezahlt als andere Jobs

Aber weil ihr das nicht passiert, ist sie sehr zufrieden mit ihrer Tätigkeit: „Das wird besser bezahlt als jeder andere Nebenjob, die Arbeitszeiten sind flexibel und man hat viel Abwechslung.“ Am liebsten sind ihr deshalb die Abende, an denen sie zwischen Roulette, Poker und Blackjack wechselt. Sie hat alle drei Ausbildungen absolviert. Von 18 oder 19 bis 3 Uhr früh dauert die Schicht. Maximal 45 Minuten am Tisch, dann 15 Minuten Pause. „Das reicht zur Erholung.“ Und das Wachbleiben ist auch kein Problem: „Ich kenne keinen Studenten, der um 22 Uhr ins Bett geht.“

Damla Yaprak hat ihr Chemiestudium abgeschlossen. „Ich bin in der Orientierungsphase“, sagt sie. Da kommt das Geld sehr gelegen. 80 bis 100 Stunden pro Monat hat sie während des Studiums gearbeitet. Das waren zwei bis drei Arbeitstage in der Woche, vorwiegend am Wochenende. Wieviel Geld gibt es denn? Wird nicht verraten. „Der Tarif liegt am Anfang bei 10,47 Euro pro Stunde“, sagt Kirschhöfer nur. „Aber das ist steigerungsfähig.“ Trinkgeld? 1000-Euro-Chips beim Roulette? Eher nicht. Und alles kommt in eine Dose für alle.

Das Casino legt Wert auf ein großes Reservoir an studentischen Aushilfskräften, die zu Spitzenzeiten das Stammpersonal ergänzen. Und immer wieder wird neu ausgebildet: „Wir haben eine hohe Fluktuation“, sagt Kirschhöfer. Nicht weil der Job nicht gefällt, sondern weil der Studienort wechselt oder der Abschluss geschafft ist. Und was lernt man? Vor allem natürlich die Regeln, den Spielablauf. Das muss perfekt sitzen. Kirschhöfer: „Es geht um Geld, und die Gäste wissen, was sie da tun.“ An Poker-Profis ist er dagegen nicht interessiert. „Die meisten hatten vorher gar nichts mit dem Spiel zu tun“, berichtet er.

Damla Yaprak hatte schon gepokert, „aber nicht so gut“. Würde sie denn nach ihren bisherigen Erfahrungen privat spielen? „Jein.“ Soll heißen? „Grundsätzlich ja, aber nur dann, wenn das Geld wirklich übrig ist.“ Weil Studenten selten Geld übrig haben, bekommen sie auch die Dienstkleidung gestellt. Sakko, Fliege, Hemd und Hose für die Herren, die Damen dürfen zwischen verschiedenen Varianten von Röcken, Hosen, Blazern und Blusen wählen.

Bei Ärger ist Hilfe da

Gibt es denn auch mal Ärger mit den Gästen? Yaprak: „Ich hatte ganz selten Probleme. Und dann ist immer ein Chef da, der sich kümmert.“ Sie würde den Job auf jeden Fall weiter empfehlen: „Perfekter geht es nicht.“