Bundestrainer hofft nach Bronze und Silber auf WM-Gold

Das Podium in Winterberg: Hinter den USA kamen zwei deutsche Bobteams aufs Siegertreppchen.
Das Podium in Winterberg: Hinter den USA kamen zwei deutsche Bobteams aufs Siegertreppchen.
Foto: Rita Maurer
Die Medaillen-Pleite bei den Olympischen Spielen von Sotschi gerät (fast) in Vergessenheit. Bei der Bob-WM in Winterberg holten Anja Schneiderheinze und Cathleen Martini Silber und Bronze. Bundestrainer Rene Spies über das Rennen und mehr.

Winterberg..  Ein Jahr nach der bitteren Medaillen-Pleite bei den Olympischen Spielen in Sotschi gelang den deutschen Bobfahrerinnen bei der Weltmeisterschaft in Winterberg ein wenig Wiedergutmachung. Hinter Siegerin Elana Meyers Taylor belegten Anja Schneiderheinze, die im abschließenden vierten Lauf in 56:54 Sekunden sogar einen neuen Bahnrekord aufstellte, Cathleen Martini und Stefanie Szczurek die Plätze zwei, drei und vier. Bundestrainer Rene Spies war anschließend sehr zufrieden.

Frage: Herr Spies, Ihnen sind dank dieses Ergebnisses sicherlich zentnerschwere Steine vom Herzen gefallen, oder?

Rene Spies: Das war ein sehr guter Tag für uns, ja (lacht). Wir haben die Nerven gut in den Griff bekommen und dürfen uns über ein sehr gutes Ergebnis freuen. Die Medaillen sind toll, aber ich freue mich auch für Stefanie Szczurek, die einen wahnsinnigen Druck von hinten aushalten musste. Kaillie Humphries, Jamie Greubel-Poser - das sind schließlich Top-Pilotinnen.

Gab es im dritten und vierten Lauf Momente, in denen Sie noch Zweifel am deutschen Erfolg hatten?

Im dritten Lauf hatte Anja Probleme in der Neun, da kann man auch schnell auf der Seite liegen. Bei Stefanie war ich mir bis zum Schluss nicht sicher, ob sie ihren Platz verteidigen kann. Aber jetzt ist das einfach - grandios.

Teil eins der Wiedergutmachung für Sotschi ist also gelungen?

Wissen Sie, mir wird immer alles zu schnell zu schlecht gemacht oder zu hoch gejubelt. Unser Weg war auch vor Sotschi insgesamt nicht schlecht. Wir setzen ihn fort, vielleicht allerdings ein wenig konsequenter. Die Mannschaft ist jung und sie beweist, dass sie Potenzial besitzt, dass Top-Leute nachkommen und dass unser Trainerteam sehr gute Arbeit leistet.

Francesco Friedrich geht am Sonntag als Führender in die abschließenden Läufe des Zweierbobs der Herren. Folgt nach Bronze und Silber die Goldmedaille für Deutschland?

(lacht) Das hoffen wir doch sehr. Aber das wird noch ein hartes Stück Arbeit.