Böller verstärken Nebelbänke in Neujahrsnacht

Menden/Bochum..  Dichter Nebel führte in der Neujahrsnacht in Menden zu ungewöhnlichen Verhaltensweisen: Zahlreiche Autofahrer ließen sich von ausgestiegenen Mitfahrern, die vor ihrem Wagen hergingen, im Schritttempo regelrecht durch den Nebel lotsen, berichteten gestern mehrere Heimkehrer von Silvesterfeiern. Die trübe Suppe war nach Aussage von Betroffenen wie dem Mendener Karl Kissing der dichteste Nebel, den sie je erlebt hatten. Nach Auskunft des Wetterdienstes Meteogroup in Bochum war davon vor allem der Süden von NRW betroffen. Dass sich die Sicht derart eintrübte, sei stellenweise auch durch starkes Silvesterfeuerwerk beeinflusst worden, erklärte ein Meteorologe auf Anfrage. Dort sei der Nebel deshalb so dicht gewesen, weil sich die Luft in der Silvesternacht zu stark abgekühlt habe, um Feuchtigkeit ausreichend aufzunehmen. Der beim Feuerwerk freigesetzte Feinstaub bot „zusätzliche Kondensationspartikel“. Und: „Mit Wind wäre der Nebel nicht so stark gewesen“, hieß es bei Meteogroup. Wo aber kein Hauch für einen Luftaustausch sorgte, habe sich der Eintrübungseffekt weiter verstärkt. Das habe auch für den Raum Köln gegolten. Erst im Lauf der Nacht sei etwas Wind aufgekommen.

Auch Karl Kissing rettete sich mit einem Fußgänger als Lotsen auf den nächsten Parkplatz, nachdem er in eine Nebelbank hineingefahren war und „rein gar nichts mehr erkennen“ konnte. Dass andere Fahrer aber tatsächlich ihren gesamten Heimweg auf diese Weise absolvierten, um das Auto nach Hause zu bekommen, könne er angesichts der Gefahren bei Nullsicht nicht begreifen, sagte der Mendener.