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Rauchverbot

Blauer Dunst spaltet Südwestfalen - Rauchverbot bedroht Brauchtum

27.09.2012 | 16:15 Uhr
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Das Thema Rauchverbot steht nach dem Volksentscheid in Bayern auch in Südwestfalen zur Diskussion.Foto: Dietmar Wäsche

Düsseldorf/Hagen.   Im Streit um verschärften Nichtraucherschutz in Nordrhein-Westfalen sind die Fronten verhärtet. Viele Schützenvereine und Karnevalsgesellschaften fürchten um den Bestand der Tradition und das Aus für ihr Brauchtum. Ärzte und Gesundheitsverbände lehnten dagegen in einer NRW-Landtagsanhörung jedwede Ausnahmen vom Rauchverbot ab.

Die 1,2 Millionen Schützenbrüder in NRW stehen auf den Zinnen. Der rot-grüne Entwurf des neuen Nichtraucherschutzgesetzes sieht ein totales Rauchverbot in Kneipen und Festzelten vor. „Dann gehen Schützenfeste reihenweise den Bach runter“, warnt Schützen-Präsident Klaus Stallmann. Kein Ehrenamtlicher wolle persönlich haften für Bußgelder von 2500 Euro, wenn trotz Verbots geraucht werde. Zudem droht Ärger mit Anwohnern, wenn Raucher vor der Tür qualmen und quatschen.

Die Karnevalsvereine erwarten einen Besucherschwund, wenn die NRW-Landesregierung keine Ausnahmen vom Rauchverbot in der Gastronomie zulässt. „Dann kann man gleich dicht machen“, glaubt Rolf Peter Hohn vom Bund Deutscher Karneval. Erst höhere Gema-Gebühren, dann teure Brandschutzauflagen. Und nun das drohende Rauchverbot. „Kleine Vereine können sich das nicht leisten.“

Rauchverbot beschleunigt das Kneipensterben

Während Brauchtumsvereine weiter auf Ausnahmen vom Rauchverbot für geschlossene Veranstaltungen und private Feiern hoffen, sieht es für die kleine Eckkneipe nicht gut aus. Klaus Hübenthal vom NRW-Gaststättenverband Dehoga erwartet ein beschleunigtes Kneipensterben. Jede fünfte der 9200 Kneipen in NRW sei gefährdet, wenn der Umsatz nach einem Rauchverbot wie in Bayern um 20 Prozent sinke.

Schatten auf der Lunge

Ärzte und Gesundheitsverbände drängen aber auf eine ausnahmslos „kippenfreie“ Kneipenlandschaft. Heute sind 25 Prozent der Bürger Passivrauch ausgesetzt, rechnet Kurt Rasche von den NRW-Ärztekammern vor. Dass auch Kinder in Festzelten und im Karneval dem Qualm hilflos ausgesetzt sind, hält die Verbotsverfechter für nicht länger hinnehmbar. Schützen-Präsident Stallmann lenkt ein. Künftig sollen Kinder besser vor Qualmschwaden geschützt werden.

Gute Erfahrungen mit dem Rauchverbot in Bayern

Joseph Kuhn vom bayerischen Gesundheitsministerium verweist derweil auf gute Erfahrungen mit dem strikten Rauchverbot. Die Belastung durch Passivrauch ist rückläufig. Aber Bayern hat ein Schlupfloch geöffnet: Bei geschlossenen, privaten Familienfeiern und Festen mit persönlicher Einladung greift das totale Rauchverbot nicht.

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    Seite 2: Brauereiverband NRW drängt beim Nichtraucherschutz auf "Wahlfreiheit"

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Kommentare
01.11.2012
20:38
Blauer Dunst spaltet Südwestfalen - Rauchverbot bedroht Brauchtum
von Toti2203 | #5


Mündige Bürger in eine,m freien Land brauchen keine Verbote!

- Raucherkneipen oder Raucherlounges zu denen nur Volljährige zutritt haben sind vollständig in Ordnung!
Wer als denkender Mensch einen solchen Ort betritt weiß wohl schon worauf er/sie sich einlässt!

Es gibt leider eine sw Mentalität in diesem Land! Es muss immer auch andere Möglichkeiten geben!
Ein Verbot ist letztlich doch das klare Zeichen von Hilflosigkeit!

Ich bin übrigens NICHTAUCHER!


08.10.2012
23:35
Blauer Dunst spaltet Südwestfalen - Rauchverbot bedroht Brauchtum
von samson84 | #4

@1 bis 3
darum geht es doch gar nicht:
jeder kann doch feiern, wo er will - in einer Raucher- oder in einer Nichtraucherkneipe! Keiner wird doch gezwungen in eine Raucherkneipe zu gehen.

28.09.2012
21:06
Blauer Dunst spaltet Südwestfalen - Rauchverbot bedroht Brauchtum
von jpjea | #3

Umsatzrückgang? In einzelnen Kneipen vielleicht. In Bayern wurde ein Reales Plus! erzieht.

http://de.wikipedia.org/wiki/Volksbegehren_%E2%80%9EF%C3%BCr_echten_Nichtraucherschutz!%E2%80%9C#Umsatzentwicklung_in_der_Gastronomie

Lächerliche Argumente der Raucherlobby.

28.09.2012
18:09
Blauer Dunst spaltet Südwestfalen - Rauchen ist kein Brauchtum sondern eine Sucht
von FMGO50 | #2

Hat sich einer von diesen Nikotin-Süchtigen schon mal Gedanken gemacht das wir Nichtraucher auch mal wieder feiern wollen ohne in diesen Gift-Nebel zu müssen. Wir können nicht ständig nach draußen laufen zum Atmen.


Immer das Geschrei vom Kneipen sterben! Was haben die Nikotiner denn für eine Wahl? Sich ein Sixpack an der Tanke holen und dann sich auf einer Bank vollaufen lassen.
Da kann man bei einer Schachtel und einem Kasten ja mal drüber nachdenken.

26.09.2012
23:08
Blauer Dunst spaltet Südwestfalen
von Hui-Buh | #1

Den Tabakdreck besser gleich ganz verbieten! Ist so überflüssig wie ein Kropf!

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