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Bekenntnisschulen stehen im Sauerland nicht in Frage

07.10.2014 | 08:00 Uhr
Bekenntnisschulen stehen im Sauerland nicht in Frage
Auf Landesebene haben die Regierungsparteien nun eine Diskussion über die Bekenntnisschulen entfacht.Foto: Norbert Millauer/dpa

Hagen.   Die Düsseldorfer Regierungsparteien wollen die Umwandlung konfessioneller Grundschulen in Gemeinschaftsschulen erleichtern. Doch im Sauerland stellen Eltern, Schüler, Lehrer und Politiker die Bekenntnisschulen offenbar nicht in Frage.

Bibiana Nissen sind natürlich alle Kinder lieb. Egal ob katholisch, evangelisch, muslimisch oder ohne Bekenntnis – die Türen ihrer Grundschule in Hallenberg stehen offen. Eine andere Wahl allerdings haben Kinder und Eltern auch nicht: Die städtische katholische Grundschule ist die einzige am Ort.

Was hier auch niemanden zu stören scheint. „Das läuft ganz unproblematisch“, sagt Schulleiterin Bibiana Nissen. 177 Kinder gibt es an der Schule, davon 134 katholisch, 26 evangelisch, 14 ohne Bekenntnis und drei muslimischen Glaubens. Religionsunterricht gibt es auch für die evangelischen Schüler, wie es das Schulgesetz vorsieht: „Eine Bekenntnisschule mit mehr als zwölf Schülern einer konfessionellen Minderheit erteilt Religionsunterricht in deren Bekenntnis“, heißt es dort. Und wer nicht am Religionsunterricht oder an den Gottesdiensten teilnehmen möchte, der wird in dieser Zeit anders betreut. Vor Ort also gibt es keine Diskussionen über die Schule.

Die Eltern entscheiden

Wohl aber in Düsseldorf bei SPD und Grünen. Die wollen die Umwandlung konfessionell gebundener Grundschulen, zu hundert Prozent vom Land finanziert, in Gemeinschaftsschulen erleichtern. Ein Viertel aller Schulen im Erzbistum Paderborn sind Bekenntnisschulen; im Hochsauerland und im Kreis Olpe die große Mehrheit der Grundschulen, rechnet Roland Gottwald vom Erzbistum vor.

Künftig soll die einfache Mehrheit der Elternstimmen genügen, um eine Konfessions- in eine Gemeinschaftsschule umzuwandeln. Und wo eine konfessionelle Schule die einzige Grundschule am Ort oder im Stadtteil ist, soll der Schulträger sie umwandeln können.

Eine Debatte? gibt es nicht

Bedarf dafür sieht man allerdings 190 Kilometer von Düsseldorf entfernt in Hallenberg derzeit nicht. Eine Debatte gebe es weder im Rat, noch bei Eltern oder Lehrern, so Hallenbergs Bürgermeister Michael Kronauge. „Das ist hier in der Stadtverwaltung kein Thema“, heißt es auch aus Meschede, wo alle Grundschulen ein katholisches Bekenntnis im Namen führen.

„Es handelt sich eher um eine politische Diskussion auf Landesebene“, so Roland Gottwald. „An der Basis aber gibt es keinen dramatischen Bedarf“, fügt er hinzu. Wenn die Gesetzesänderung jedoch komme, „und sie wird kommen“, glaubt Gottwald, dann würden auch in der Region Verfahren eingeleitet, ist er überzeugt: „Da sehe ich einiges auf die Bekenntnisschulen zukommen.“ Ebenso auf die Schulträger: Umwandlungen könnten das gesamte Gefüge in einer Stadt durcheinander bringen – und auch zu höheren Beförderungskosten für Kommunen führen. Trotzdem betont Gottwald, dass für die Kirche allein der Elternwille zähle. „Wir werden die Entscheidungen akzeptieren.“

Nina Grunsky

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Bekenntnisschulen stehen im Sauerland nicht in Frage
Bekenntnisschulen stehen im Sauerland nicht in Frage
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2014-10-07 08:00
Sauer und Siegerland