Bekenntnis zur Pressefreiheit nach wie vor wichtig

Hamburg. Nach dem Brandanschlag auf die „Hamburger Morgenpost“ hat der Verlag seine Sicherheitsvorkehrungen verstärkt. Die Zeitung hatte zuvor mit einer mutigen Titelseite für Aufsehen gesorgt - und hält dies nach wie vor für richtig, wie Chefredakteur Frank Niggemeier erläutert.

1 Ihre Zeitung hat am Tag nach den Pariser Anschlägen „Charlie Hebdo“-Karikaturen mit der Schlagzeile „So viel Freiheit muss sein!“ abgedruckt. Bedauern Sie dies nach den Ereignissen der Nacht?

Nein. Wir halten dieses Bekenntnis zur Presse- und Meinungsfreiheit nach wie vor für richtig und wichtig. Es ging uns darum, in dieser furchtbaren Situation Solidarität mit den ermordeten Kollegen in Paris zu demonstrieren. Die zahlreichen zustimmenden Kommentare, die uns auf allen Kanälen dazu erreichen, bestätigen uns darin. Im übrigen: Ob der Brandanschlag auf unser Verlagshaus damit im Zusammenhang steht, müssen jetzt die Ermittlungen der Polizei ergeben.

2 Wie haben die Beschäftigten auf den Brandanschlag reagiert?

Wir waren schockiert von dem Brandanschlag. Es ist tief beunruhigend, dass so etwas ausgerechnet in einer so liberalen und weltoffenen Stadt wie Hamburg passiert ist. Die „Mopo“-Mitarbeiter sind jetzt natürlich besorgt, ein solcher Anschlag lässt hier niemanden unberührt. Aber wir werden jetzt weder in Panik noch in Hysterie verfallen.

3 Fühlen Sie sich noch sicher oder herrscht eine „Jetzt erst recht“-Mentalität vor?

Eine „Jetzt-erst-recht!“-Mentalität wäre nun wenig hilfreich. Uns geht und ging es nicht um Provokation. Es ist schließlich nicht unsere Aufgabe, gesellschaftliche oder kulturelle Kämpfe auszutragen. Wir berichten darüber, und wir haben eine klare Haltung dazu. Und das wird auch weiterhin so bleiben.

Mit Frank Niggemeier sprach Benjamin Haller (dpa)

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