Babyleichen: Mutter soll schuldfähig sein

Siegen..  Im Prozess um den Tod von zwei Säuglingen im September 2013 und August 2014 – ihre Leichen wurden im vergangenen August in Tiefkühlfächern in Siegen und in Bonn gefunden – bescheinigt eine Gutachterin der Mutter Schuldfähigkeit. Es gebe keine Belege für eine erheblich verminderte Steuerungsfähigkeit in den beiden Geburtssituationen, sagte die Bonner Psychiaterin Professorin Anke Rohde. Allerdings soll die Frau unter einer Persönlichkeitsstörung leiden und alkoholabhängig sein.

Die Staatsanwaltschaft wirft der 32-jährigen Promotionsstudentin zweifachen Totschlag vor. Wie sie gegenüber der Polizei aussagte, gebar sie im September 2013 in ihrer Bonner Wohnung einen Jungen, packte ihn in eine Plastiktüte und legte ihn in das Tiefkühlfach des Kühlschranks in der Küche. Das zweite Kind, ebenfalls ein Junge, kam im vergangenen August im Haus ihrer Eltern in Siegen zur Welt. Auch dieses Baby steckte sie laut Vernehmungsprotokoll in eine Tüte und legte es in einen Tiefkühlschrank. Die Großmutter entdeckte den Leichnam drei Tage später. Beamte durchsuchten daraufhin die Bonner Wohnung und fanden die andere Leiche.

Am gestrigen, siebten Verhandlungstag brach die Beschuldigte erstmals ihr Schweigen. Sie äußerte sich insbesondere zu ihrem schwierigen Verhältnis zu ihrer Mutter. Diese soll versucht haben, sich umzubringen, als sie mit der Angeklagten schwanger war.