Autos zu groß - Parkhaus bietet XXL-Parkplätze

In Parkhäusern wird es oft eng - viele Autos sind in die Breite gegangen.
In Parkhäusern wird es oft eng - viele Autos sind in die Breite gegangen.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die Stellflächen in Parkhäusern halten mit dem Wachstum der Autos nicht mit. Das sorgt für große Probleme beim Abstellen der geräumigen Geländelimousinen. Aber auch Fahrer mit gewöhnlichen Autos bekommt Probleme beim Aussteigen. Iserlohn reagiert jetzt und bietet XXL-Plätze.

Hagen/Iserlohn.. Sie fahren ein SUV, ein Sport Utility Vehicle?

Ja?

Sie sitzen also erhöht, blicken in ihrem geländetauglichen Wagen in der Stadt auf die anderen Autofahrer herunter. Möglicherweise ein erhebendes Gefühl - mit einem Nachteil.

Sie kommen nie an.

Warum? Weil Sie keinen Parkplatz finden. Und wenn Sie einen finden, können Sie nicht aussteigen.

Ein Ärgernis, das mittlerweile nicht nur Fahrer von Geländewagen und Vans aller Art und Marken trifft. Auch der Fahrer mit einem gewöhnlichen Auto bekommt Probleme beim Aussteigen. Die Stellplätze sind zu knapp bemessen. Nein, nicht erst seit gestern.

Autos sind in die Breite gegangen

„Die Größe der Parkplätze hat mit dem Wachstum der Autos nicht Schritt gehalten“, sagt Peter Meintz, Sprecher vom Allgemeinen deutschen Automobilclub (ADAC) Westfalen.

So ist zum Beispiel der VW Golf wie alle anderen Autotypen in den vergangenen Jahrzehnten erheblich in die Breite gegangen: Das erste Modell maß 1974 noch 1,61 Meter ohne Spiegel. Heute nimmt der Golf VII 1,79 Meter ein.

Standardgrößen bei Parkplätzen sind mittlerweile zu klein

Zu breit für die seit 39 Jahren vorgeschriebene Standardbreite von mindestens 2,30 Meter und mindestens 5 Meter Länge für einen Stellplatz in einem Parkhaus. Der Platz ist zu knapp bemessen, um ohne Verrenkungen und möglichen Blechschaden auszusteigen.

Was tun? Aus drei Parkplätzen zwei machen?

Das City-Parkhaus in Iserlohn hat einen Versuch gestartet und 23 XXL-Parkplätze eingerichtet. Die Parkbuchten sind 3 Meter breit und 5,50 Meter lang. Bei entsprechender Akzeptanz will der Betreiber, die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung der Stadt, weitere Plätze schaffen.

Ein Beispiel, das bundesweit Schule machen wird?

Wohl kaum.

Bei 2,50 Meter Breite ist Schluss

Peggy Lange, Sales- und Marketing Managerin von Q-Park, eines der drei führenden Unternehmen eigener, verwalteter oder gepachteter Parkplätze in Europa, winkt ab. „Wenn wir neue Objekte säulenfrei bauen ist die Breite generell 2,50 Meter. Wenn wir bestehende alte Objekte übernehmen, ist die Lage komplexer als vermutet. Es gibt langjährige Verträge mit Kommunen, mit Firmen, und es gibt bauliche Vorgaben.“ All das mache eine angedachte Umwandlung in komfortablere Parkplätze nicht einfacher. In Hagen bewirtschaftet das Unternehmen an acht Standorten, sei es an der Volme-Galerie oder am Cinestar, insgesamt 2124 Stellplätze, die aus ihrer Sicht den Ansprüchen voll genügen: „Da gibt es keine Probleme“, sagt Lange. Dass weniger Plätze für jeden Parkplatz-Betreiber weniger Einnahmen bedeuten, ist den Unternehmen der Branche klar.

Aber auch, dass die Grenzen beim Wachstum der Personenwagen erreicht sind. Verhältnisse wie in den USA wird es nach ihrer Einschätzung in Deutschland so nicht geben. Da ist mindestens die Straßenzulassungsverordnung vor. Bei 2,50 Meter Breite sagt der Paragraf 32 ist Schluss.

"Breiter und höher bei Geländelimousinen ist nicht mehr"

Selbst der ADAC-Mann aus Dortmund sieht den Zenit der Geländelimousinen überschritten. „Der Trend der Käufer und auch der Autobauer geht zu leiseren, leichteren, langsameren und kleineren Modellen“, sagt Meintz. „Das beobachten wir seit geraumer Zeit. Breiter und höher ist nicht mehr.“

Dass Autofahrer mit ihrer wie aufgebockt erscheinenden Riesenlimousine bei Parkvergehen auffallen, ist ihm nicht neu. Besonders das Zuparken anderer Verkehrsteilnehmer stößt sauer auf. Ob die Fahrer aus Verzweiflung ihr Auto stehen lassen und ihre Besorgungen machen, ist nicht bekannt.

Meintz meint: „Aus Studien wissen wir, dass die Größe des Autos Einfluss auf das Verhalten des Autofahrers hat. Auffällig ist die Rücksichtslosigkeit besonders beim Parken und bei der Geschwindigkeit.“

So habe kein Verkehrsteilnehmer das Recht, andere im Parkhaus zu blockieren. „Wenn er das vorsätzlich macht, kann es teuer werden.“ Allen, die mit dem Gedanken spielen, sich beim Auto nach oben zu verändern, rät er, es sich gründlich zu überlegen. „Jedem muss vorher klar sein, ob das Auto in die Garage oder ins Parkhaus passt.“

Parken Sie mit ihrem SUV? Oder fahren sie nur?