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Bliltz-Marathon

Autofahrer verhalten sich während des Blitz-Marathons vorbildlich

10.02.2012 | 18:17 Uhr
Autofahrer verhalten sich während des Blitz-Marathons vorbildlich

Hagen.   In Südwestfalen hielten sich die meisten Autofahrer während der ersten Hälfte des sogenannten „Blitz-Marathons“ an die Geschwindigkeitsvorgaben. Zwischenfazit durchweg positiv.

Hauptkommissar Wolfram Hoffman guckt durch das Lasermessgerät. Was er dort sieht, ist nicht alltäglich: Ganz gemächlich rollen die Fahrzeuge über die zweispurige Feithstraße in Hagen - viele von ihnen fahren gerade einmal 40 Stundenkilometer.

Erlaubt sind 50 Stundenkilometer, meist wird hier sogar deutlich schneller gefahren. Gemeinsam mit seinen Kollegen Jörg Ebel und Dieter Diesing ist Hoffmann heute, wie so viele andere Beamte in NRW, auf der Jagd nach Temposündern. Seit 6 Uhr morgens ist das Dreiergespann im Einsatz. Zuerst in der 30er Zone an der Zehlendorfer Straße, seit den Mittagsstunden an der Feithstraße in Richtung Boele.

Kalte Füße oder Messgeräte, die bei Minustemperaturen nicht funktionieren, sind für die drei Hagener Beamten kein Problem. Sie blitzen ganz gemütlich aus ihrem warmen Transporter heraus. Es dauert knapp zehn Minuten, bis Hoffmann erstmals den Finger am Abzug der Radarpistole hat. Ein schwarzer Opel Corsa ist schneller unterwegs als erlaubt. Jetzt kommt es auf reibungslose Zusammenarbeit unter den Beamten an. Blitzschnell klettert Oberkommissar Ebel aus dem Polizei-Transporter, schwenkt die Kelle und winkt die Fahrerin aus dem Verkehr.

Gerade einmal acht Stundenkilometer war die Hagenerin zu schnell. Die Reaktion der jungen Frau ist bemerkenswert: „Die 15 Euro Verwarngeld habe ich verdient. Das ist ganz allein meine Schuld, ich war etwas flott dabei.“ Per EC-Karte begleicht sie ihre Strafe und verabschiedet sich: „Ich würde ja gerne noch bleiben, hier ist es so schön warm.“ Für Wolfram Hoffmann und seine Kollegen sind solche Reaktionen an der Tagesordnung. Nur in absoluten Ausnahmefällen, wenn der Führerscheinentzug droht oder Alkohol im Spiel ist, kann die Stimmung kippen.

Unterdessen schaut auch Polizeioberrat Michael Hoffmann bei seinen Kollegen an der Feithstraße vorbei. Dass die Autofahrer dermaßen diszipliniert unterwegs sind, wundert den Leiter der Verkehrsdirektion nicht: „Es wird erwartungsgemäß sehr vorsichtig gefahren. Die Wetterlage, aber auch die Thematisierung in den Medien hat ihren Teil dazu beigetragen. Das ist ein Erfolg, dass die Leute langsamer fahren. Heute ist es in die Köpfe gegangen.“

Wolfram Hoffmann blickt wieder durch den Sucher des Radarmessgeräts. Dass ihm heute kaum jemand ins Netz geht, ärgert den Beamten nicht. Sauer wird er manchmal aus einem ganz anderen Grund: „Wenn der Gegenverkehr per Lichthupe warnt, ist das nicht in Ordnung. Es geht auch darum, dass es einen Denkzettel gibt. Letztlich ist so ein Verhalten ein glattes Eigentor.“

Augenblicke später tut sich doch noch etwas. Der schwarze Golf auf der linken Spur ist viel zu schnell. Hoffmann misst 75 Stundenkilomter, satte 25 zu viel. Doch Jörg Ebel, der den Fahrer eigentlich herauswinken sollte, war noch nicht einsatzbereit. Weil das Messgerät kein Foto macht, kommt der Fahrer aus Bergisch-Gladbach mit dem Schrecken davon. An diesem Tag bleibt eine solche Überschreitung jedoch die absolute Ausnahme.

Jörn Esser

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