Autobahnkreuz Dortmund-Unna: Die Lichter gehen nicht aus

Alles fließt, mal  schneller, mal langsamer:  Brückenarbeiten im Kreuz der Autobahnen A 1/A  44 ,
Alles fließt, mal schneller, mal langsamer: Brückenarbeiten im Kreuz der Autobahnen A 1/A  44 ,
Foto: Jakob Studnar
Was wir bereits wissen
  • Neuer Engpass für Autofahrer
  • Brücke am Autobahnkreuz Dortmund/Unna wird saniert
  • Kein zweiter Fall Leverkusen

Dortmund/Unna.. Leverkusener Verhältnisse am Autobahnkreuz Dortmund/Unna? Die Brücke der A 44 (Dortmund-Kassel) über die A 1 (Köln-Bremen) muss verstärkt werden. Markus Miglietti, Sprecher von Straßen NRW in Hamm, beruhigt: „Kein Vergleich. So marode wie in Leverkusen ist der Zustand der Brücke nicht.“ Was aber passiert? Der Reihe nach.

Die Brücke

Die Brücke besteht aus vier Teilen, ist 53 Meter breit, 64,77 Meter lang mit einer Fläche von 3434 Quadratmetern. Baujahr 1972. Sie ruht auf einem Stahlgerüst. Und seit 44 Jahren hat der Schwerlastverkehr enorm zugenommen. Täglich sind hier auf der A 44 nach den jüngsten Zählungen von Straßen NRW 88 664 Fahrzeuge unterwegs. Neueste Berechnungen der Statiker haben ergeben, die Tragfähigkeit nicht nur dieser Brücke in NRW ist erschöpft. Es besteht dringender Handlungsbedarf, um diese Hauptachse des Verkehrs in Ost-West-Richtung intakt zu halten. Ein Sicherheitsrisiko für die Verkehrsteilnehmer wird derzeit ausgeschlossen.

Die Sanierung

Was wird gemacht? „Salopp formuliert“, sagt Miglietti, „werden Lamellen an das Gerüst geschweißt, um die Brücke zu verstärken. Immerhin kommen da zusätzlich 100 Tonnen Stahl zusammen.“ 2,5 Millionen Euro investiert die Autobahnniederlassung von Straßen NRW in Hamm aus Bundesmitteln in die Instandsetzung von unten. In diesem Jahr soll der Hauptträger Fahrtrichtung Bremen über der A 1 bis Mitte Januar fertiggestellt sein. Voraussetzung: Das Wetter spielt mit. Nach der Winterpause, so sagt Straßen NRW, soll im Mai die andere Brückenhälfte in Fahrtrichtung Köln in Angriff genommen werden. Von oben wird die Brücke, einschließlich der Fahrbahndecke, bereits seit Ende August erneuert. Kostenpunkt hier: 2,2 Millionen Euro.

Der Verkehr

Ganz gleich aus welcher Richtung und auf welcher Autobahn sie unterwegs sind: Autofahrer müssen ab November mit erheblichen Verkehrsbehinderungen rechnen. In beiden Fahrtrichtungen auf der A 1 stehen statt drei nur zwei eingeengte Fahrstreifen zur Verfügung. „Wir werden versuchen, den Verkehr bereits vor dem Autobahnkreuz zu entzerren“, sagt Miglietti. Wie? „Aus den drei Spuren machen wir auf der A 1 jeweils vier enge Spuren. Davon sind zwei für die Abbieger auf die A 44 (Dortmund-Kassel), zwei bleiben für die Fahrtrichtungen Köln und Bremen.“

Er geht davon aus, „dass es sich in den ersten Tagen mächtig drubbeln wird“. Wenn es sich eingespielt habe, könne der Verkehr einigermaßen fließen.

Am Wochenende 29./30. Oktober werden die provisorischen Spuren in zwei Nachtschichten eingerichtet. „Wir kleben 10 000 Meter gelbe Markierung und stellen Stahlschutzwände auf. Sie sind 50 Zentimeter hoch und erstrecken sich über 1000 Meter Länge. Ortskundigen wird geraten, das Autobahnkreuz nach Möglichkeit zu umfahren. Sei es über die A 2 und die B 236 oder die A 44 und die B 7 (siehe Grafik unten).

Die Zukunft

Die Sanierung der Brücke am Autobahnkreuz Dortmund/Unna bildet den Auftakt zweier weiterer Maßnahmen, die vorangetrieben werden. So sind die Kosten des sechsspurigen Ausbaus des 5,3 Kilometer langen Abschnitts zwischen dem Autobahnkreuz Dortmund/Unna und der Anschlussstelle Unna-Ost genehmigt: 183 Millionen Euro. Die Vorbereitungen des Planfeststellungsverfahrens laufen. Wann der Ausbau beginnt, lässt sich nicht sagen. Das gilt ebenso für die sogenannten Überflieger, die die Abfahrt von der A 44 auf die A 1 verkürzen sollen.