Arbeitgeber dämpfen Erwartungen auf Lohnzuschlag

Nach Maier-Hunkes (links) Ansicht betragen die Lohnkosten bei den deutschen Autoherstellern zehn Prozent, in der mittelständisch geprägten Metall- und Elektroindustrie Südwestfalens dagegen 30 bis 60 Prozent.
Nach Maier-Hunkes (links) Ansicht betragen die Lohnkosten bei den deutschen Autoherstellern zehn Prozent, in der mittelständisch geprägten Metall- und Elektroindustrie Südwestfalens dagegen 30 bis 60 Prozent.
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Landesarbeitgeberchef Maier-Hunke: "Bei einer Inflationsrate nahe Null kann keine Lohnerhöhung von fünf Prozent diskutiert werden". Vor den Tarifverhandlungen signalisieren Arbeitgeber Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie wenig Aussicht auf einen Lohnzuschlag.

Iserlohn.. Die Arbeitgeber in der Region Südwestfalen dämpfen die Erwartungen vieler Beschäftigter in der Metall- und Elektroindustrie auf einen satten Lohnzuschlag. „Bei einer Inflationsrate nahe Null kann keine Lohnerhöhung von fünf Prozent diskutiert werden“, sagte der Vorsitzende des Märkischen Arbeitgeberverbandes, Horst-Werner Maier-Hunke bei der Vorlage der jüngsten Konjunkturumfrage in Iserlohn und kündigte eine „schwierige Tarifrunde an. Die Verhandlungen beginnen morgen in Siegen. Die IG Metall hatte 5,5 Prozent gefordert.

Produktivitätsplus aufteilen

Man könne jetzt nur noch die Steigerung der Produktivität aufteilen, fügte Maier-Hunke, zugleich Landesarbeitgeberchef und Inhaber des Büroartikelherstellers Durable in Iserlohn, hinzu. „Und dann bleibt nicht mehr viel übrig.“ Es werde nicht einfach sein, die bei den Arbeitnehmern geweckten Erwartungen zu erfüllen.

Die Forderung der IG Metall stamme aus besseren Zeiten, das Gesamtpaket aus Lohnerhöhung, Altersteilzeit und Qualifikation sei aus heutiger Sicht mutig, so der Verbandsvorsitzende, der die Verhandlungen nicht mehr selbst führt, sondern den Vorsitz des Arbeitgeberverbandes Metall NRW an den Attendorner Unternehmer Arndt Kirchhoff abgegeben hat. Zuvor hatte sich der Vorsitzende des Unternehmensverbandes Westfalen-Mitte, Egbert Neuhaus, in ähnlicher Weise über die Tarifverhandlungen geäußert.

Preise Nach Maier-Hunkes Ansicht betragen die Lohnkosten bei den deutschen Autoherstellern zehn Prozent, in der mittelständisch geprägten Metall- und Elektroindustrie Südwestfalens dagegen 30 bis 60 Prozent. „Eine Lohnsteigerung von fünf Prozent kann nicht durch Preiserhöhungen kompensiert werden.“ Der Wettbewerb in Europa sei härter geworden, Frankreich und Italien hätten aufgeholt: „Der Druck auf Markt und Preise wächst“, so der Arbeitgeberchef.

Unter dem Strich positiv

Die Umfrage des Arbeitgeberverbandes unter 180 Unternehmen mit 25 000 Beschäftigten in der Märkischen Region fiel unter dem Strich positiv aus, obwohl der Ölpreisverfall und der die Exporte begünstigende niedrige Eurokurs noch nicht eingepreist sind. Ausnahme sind Gießereien und Betriebe mit starkem Russland-Geschäft.

Ansonsten liest Maier-Hunke viel Ermutigendes aus dem Zahlenwerk. Beispiel Investitionen: 60 Prozent der Befragten sagten, sie gäben 2015 Geld aus, riskierten etwas. Eine durchschnittliche Umsatzrendite von 3,5 Prozent in der Branche erlaube dies: „Der Industrie geht es nicht schlecht.“ Erfreulich sei auch die zu 90 Prozent vorhandene Bereitschaft der Betriebe, Auszubildende einzustellen. Und ebenfalls 90 Prozent bezeichneten ihre Geschäftslage als gut oder befriedigend: Der Verbandschef: „Da sollte man nicht jammern.“