Das aktuelle Wetter NRW 11°C
Kunst

Antonius Löffler verfolgt die heiße Spur der Kupferstecher

11.09.2012 | 17:00 Uhr
Antonius Löffler verfolgt die heiße Spur der Kupferstecher
Antonius Löffler aus Lendringsen sammelte Gemälde aller Art in seiner Wohnung.Foto: Andreas Thiemann

Menden.   Über seine eigene Person möchte Antonius Löffler in Menden-Lendringsen gar nicht so viel verraten: „Bezeichnen Sie mich einfach als einen Sammler“, wehrt er vorsichtiges Bohren in seiner Biografie höflich ab. Tatsächlich ist diese Eigenschaft des stilvollen Sammelns in seinem Wohnzimmer unübersehbar. Groß- und kleinformatige Gemälde, Zeichnungen, Kruzifixe, Marienstatuen und Antiquitäten füllen den Raum.

Die wertvollen Möbel aus dem 19. Jahrhundert stammen noch von seinem Vorfahren Kaspar Heinrich Westerhoff, der als außerordentlich talentierter Tischler sogar für König Ludwigs Märchenschloss Neuschwanstein Möbel anfertigen durfte. Überkommene Familiendokumente belegen, dass Westerhoff damals mehrere Jahre auf der Walz war und dabei gut und gerne 3000 Kilometer auf Schusters Rappen hinter sich gebracht hat.

Doch jetzt geht es nicht um den prächtigen Handwerker und seine Wanderschaft, sondern um noch viel ältere Ahnen. Antonius Löffler hat einen gewaltigen Band vor sich auf dem Tisch liegen: Es ist das zweibändige Werk „Flores Seraphici“, das mehr als 180 Kupferstiche der Gebrüder Johann Heinrich und Johann Eckardt Löffler aus den Jahren 1640 und 1642 beinhaltet.

Der Doppelband beinhaltet mehr als 720 legendenartige Biographien von Kapuzinermönchen, die zwischen etwa 1525 und 1612 gelebt hatten. Die Biographien selbst verfasste der Kapuziner Charles d’Arenberg (1593- 1669), ein Sohn des Prinzen von Arenberg. Die Löfflers bebilderten die Legenden mit ihren ganzseitigen Kupferstichen.

Forschungen im Kölner Stadtarchiv und im rheinischen Museen

In der wievielten Generationslinie die Gebrüder Löffler aus dem 17. Jahrhundert mit dem heutigen Antonius verwandt sind, müsste noch genau nachgerechnet werden. Dass die Verwandtschaft aber direkt und korrekt ist, darf als sicher gelten. „Die Brüder waren zu ihrer Zeit hochgerühmte und bekannte Künstler in Köln. Sie haben für Kaiser, Könige und Bischöfe gearbeitet“, hat Antonius Löffler bei seinen Forschungen, u. a. auch im Kölner Stadtarchiv und in zahlreichen renommierten rheinischen Museen erfahren.

Später dann wurde ihre Kunst „über Jahrhunderte praktisch nicht mehr erwähnt“, fährt Löffler noch immer ein wenig verwundert fort. Und dass überhaupt eine verwandtschaftliche Beziehung nachgewiesen werden konnte, ist einem Indiz zu verdanken, das in Form eines Kreuzbildes auf einem Bauernhof im Sauerländer Dornheim gefunden worden ist. Es trägt die typische Löffler-Signatur und dort, aus dem Sauerland, stammen die Löfflers ursprünglich her.

  1. Seite 1: Antonius Löffler verfolgt die heiße Spur der Kupferstecher
    Seite 2: Seit vier Jahrzehnten folgt Löffler der eigenen Ahnenspur

1 | 2



Kommentare
Aus dem Ressort
Wer bockig wird, darf länger warten
Lkw-Kontrolle
Auf Kontrollfahrt mit den Mitarbeitern des Bundesamtes für Güterverkehr auf der A 1 zwischen Hagen und Gevelsberg. Jedes fünfte Fahrzeug mit Beanstandungen. Keine Besserung in Sicht
Wer bockig wird, darf länger warten
Lkw-Kontrolle
Auf Kontrollfahrt mit den Mitarbeitern des Bundesamtes für Güterverkehr auf der A 1 zwischen Hagen und Gevelsberg. Jedes fünfte Fahrzeug mit Beanstandungen. Keine Besserung in Sicht
Südwestfalens Städte bleiben auf den Asylkosten sitzen
Asylbewerber
Immer mehr Flüchtlinge kommen nach Deutschland und Nordrhein-Westfalen. Doch das Land übernimmt teils nicht einmal 20 Prozent der Leistungen, die die Kommunen für die Asylbewerber erbringen. Auch in Südwestfalen klagen Städte daher über die Finanzlücke – und fordern Hilfe.
Laser oder LED - das ist die Frage in der Autobeleuchtung
Lichttechnik
Quantensprünge in der Autobeleuchtung: Während Hella auf die LED setzt, prescht Osram mit Laserlicht vor. Beispiel: der neue Elektrosportwagen BMW i8.
Geheimniskrämerei um Matsch-Spektakel in Herdringen
Tough Mudder
Der Aufbau läuft und doch weiß noch keiner, was die 7000 Teilnehmer und die Zuschauer beim "Tough Mudder" in Arnsberg-Herdringen erwartet. 15 Kilometer geht's im Schlosspark über Hindernisse und durch den Match. Während der Vorbereitung auf das Matsch-Spektakel sind Zaungäste unerwünscht.
Umfrage
Kommunen im Sauerland wollen schärfer gegen besonders laute Motorräder vorgehen. Die Bußgelder werden drastisch erhöht. Was halten Sie davon?

Kommunen im Sauerland wollen schärfer gegen besonders laute Motorräder vorgehen. Die Bußgelder werden drastisch erhöht. Was halten Sie davon?

 
Fotos und Videos
Stolpersteine in der Wesselbach
Bildgalerie
Stolpersteine
38. Stadtfest in Lennestadt
Bildgalerie
Stadtfest
Motorrad-Festival in Olsberg
Bildgalerie
Motorräder
Kärmetze in Wenden 2014
Bildgalerie
Kirmes