Antonius Löffler verfolgt die heiße Spur der Kupferstecher

Antonius Löffler aus Lendringsen sammelte Gemälde aller Art in seiner Wohnung.
Antonius Löffler aus Lendringsen sammelte Gemälde aller Art in seiner Wohnung.
Foto: wp
Über seine eigene Person möchte Antonius Löffler in Menden-Lendringsen gar nicht so viel verraten: „Bezeichnen Sie mich einfach als einen Sammler“, wehrt er vorsichtiges Bohren in seiner Biografie höflich ab. Tatsächlich ist diese Eigenschaft des stilvollen Sammelns in seinem Wohnzimmer unübersehbar. Groß- und kleinformatige Gemälde, Zeichnungen, Kruzifixe, Marienstatuen und Antiquitäten füllen den Raum.

Menden.. Die wertvollen Möbel aus dem 19. Jahrhundert stammen noch von seinem Vorfahren Kaspar Heinrich Westerhoff, der als außerordentlich talentierter Tischler sogar für König Ludwigs Märchenschloss Neuschwanstein Möbel anfertigen durfte. Überkommene Familiendokumente belegen, dass Westerhoff damals mehrere Jahre auf der Walz war und dabei gut und gerne 3000 Kilometer auf Schusters Rappen hinter sich gebracht hat.

Doch jetzt geht es nicht um den prächtigen Handwerker und seine Wanderschaft, sondern um noch viel ältere Ahnen. Antonius Löffler hat einen gewaltigen Band vor sich auf dem Tisch liegen: Es ist das zweibändige Werk „Flores Seraphici“, das mehr als 180 Kupferstiche der Gebrüder Johann Heinrich und Johann Eckardt Löffler aus den Jahren 1640 und 1642 beinhaltet.

Der Doppelband beinhaltet mehr als 720 legendenartige Biographien von Kapuzinermönchen, die zwischen etwa 1525 und 1612 gelebt hatten. Die Biographien selbst verfasste der Kapuziner Charles d’Arenberg (1593- 1669), ein Sohn des Prinzen von Arenberg. Die Löfflers bebilderten die Legenden mit ihren ganzseitigen Kupferstichen.

Forschungen im Kölner Stadtarchiv und im rheinischen Museen

In der wievielten Generationslinie die Gebrüder Löffler aus dem 17. Jahrhundert mit dem heutigen Antonius verwandt sind, müsste noch genau nachgerechnet werden. Dass die Verwandtschaft aber direkt und korrekt ist, darf als sicher gelten. „Die Brüder waren zu ihrer Zeit hochgerühmte und bekannte Künstler in Köln. Sie haben für Kaiser, Könige und Bischöfe gearbeitet“, hat Antonius Löffler bei seinen Forschungen, u. a. auch im Kölner Stadtarchiv und in zahlreichen renommierten rheinischen Museen erfahren.

Später dann wurde ihre Kunst „über Jahrhunderte praktisch nicht mehr erwähnt“, fährt Löffler noch immer ein wenig verwundert fort. Und dass überhaupt eine verwandtschaftliche Beziehung nachgewiesen werden konnte, ist einem Indiz zu verdanken, das in Form eines Kreuzbildes auf einem Bauernhof im Sauerländer Dornheim gefunden worden ist. Es trägt die typische Löffler-Signatur und dort, aus dem Sauerland, stammen die Löfflers ursprünglich her.

Seit vier Jahrzehnten folgt Löffler der eigenen Ahnenspur

Seit annähernd vier Jahrzehnten folgt Antonius Löffler nun schon der eigenen Ahnenspur. Mehrere Ausstellungen mit den wundervollen Kupferstichen hat er bereits organisiert und auch Wennemar Freiherr von Fürstenberg will in absehbarer Zeit auf seinem Schloss in Herdringen Teile der Löffler-Kupferstiche präsentieren.

Nur noch wenige Exemplare der „Flores Seraphici“-Ausgaben sind heute noch vorhanden. „Eine ganze Schiffsladung mit 500 Büchern ging auf einer Fahrt zwischen Frankreich und Spanien verloren“, bedauert Antonius Löffler einen unwiederbringlichen Verlust auf hoher See. Er selbst hat über ein Antiquariat in München seine Ausgabe bekommen; den Preis will er allerdings nicht nennen.

Wer sich noch intensiver über den Stand der Löffler-Nachforschungen austauschen will, kann direkt Kontakt mit Antonius Löffler aufnehmen: Tel. 02373 / 84453

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