Am Auto mit Elektroantrieb scheiden sich die Geister

Hagen/Wenden..  Nordrhein-Westfalen ist das Bundesland mit den insgesamt meisten öffentlichen Ladepunkten (1321) für E-Autos, unmittelbar gefolgt von Baden-Württemberg (1115) und Bayern (756): Das ist das Ergebnis einer neuen Erhebung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Der Spitzenplatz von NRW sagt allerdings nichts über die Dichte des Stromtankstellennetzes aus. Deshalb fordert der Automobilclub von Europa (ACE) auch die Einrichtung „einer flächendeckenden Versorgung mit Ladestationen“, so Christoph Birnstein, Sprecher des ACE-Landesverbands NRW.

Den Hype um die E-Mobilität ordnet der Unternehmer und Nanotechnologe Professor Henning Zoz aus Wenden als politisch gewollt, aber wirtschaftlich schwierig ein: „Der Verbrennungsmotor ist Stand heute eine der genialsten und ausgereiftesten Erfindungen. Dagegen kann der Elektroantrieb nur verlieren“. Sein Vergleich: „Warum soll man mehr bezahlen für ein Auto mit geringerer Reichweite und kurzlebigerem Antrieb?“ Zumal: „Auf der Langstrecke wird die Batterie zumindest technisch gegen Wasserstoff verlieren müssen. Dazu müssen aber bezahlbare Brennstoffzellen verfügbar werden und ein sicheres, einfaches Tanksystem. Damit meine ich etwa unsere Technologie“, sagt der Geschäftsführer der Zoz-Gruppe selbstbewusst. Seine Prognose für die E-Mobilität: ­„E-Autos werden sich als Citycars etablieren: für den inner-urbanen Verkehr, mit einer Batterie für eine Reichweite um 50 Kilometer.“

Weniger Lärm, gut für die Umwelt

Bastian Reikowski von der Hagener Initiative „Eco-Drive: Lautlos durch NRW“ stellt den Umweltschutz in den Vordergrund: „E-Mobilität ist eine gute Sache!“ Denn: „Wenn richtig ,getankt’ wird, also mit Ökostrom, löst das Fahren mit einem ­E-Auto keine Umweltbelastung aus.“ Reikowski, von Beruf Architekt, verweist zudem auf die geringere Lärmbelastung. Beim „Tag der ­E-Mobilität“ am 30. Mai in Hagen (Haus Busch) will die Privatinitiative für ihren Standpunkt werben.