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Beim Davos-Gipfel "hatten alle Angst vor Islamisten"

22.01.2015 | 16:32 Uhr
Beim Davos-Gipfel "hatten alle Angst vor Islamisten"
Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Weltwirtschaftsgipfel in Davos.Foto: dpa

Menden/Davos.  OBO-Chef Ulrich Bettermann ist ein Pionier des Weltwirtschaftsforums in Davos. Aber diesmal, sagt der Mendener, war die Angst mit Händen greifbar.

Eigentlich ist der Mendener Unternehmer Ulrich Bettermann die Entspanntheit in Person, wenn er sich - wie jedes Jahr im Januar - zum Weltwirtschaftsforum in Davos aufhält. Schnee und Sonne gibt es auch diesmal reichlich, „aber die Atmosphäre war noch am Dienstag und Mittwoch sehr angespannt“, berichtet Bettermann vom traditionellen Schweizer Gipfel, den er mitbegründet hat und regelmäßig mit organisiert.

Jedes Jahr treffen sich dort rund 2500 Führungspersönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft, um sich in lockerer Runde über neue Herausforderungen in der Welt auszutauschen. Die halbe Bundesminister-Riege macht einen Kurztrip. „Alle hatten Angst vor islamistischen Anschlägen, und es war fürchterlich, was wir in punkto Sicherheit alles über uns ergehen lassen mussten - teilweise mit recht ruppigen Umgangsformen des Personals“, so der Unternehmer mit der bundesweit vermutlich größten Promi-Freundschaftsliste. Aber die Angst, die auch er gehabt habe, sei jetzt einer „businessmäßigen Gelassenheit“ gewichen.

Frühstück mit Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel

Mit dazu beigetragen haben könnte ein Frühstück am Donnerstagmorgen mit Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD), mit dem ihn eine alte Tennis-Freundschaft verbindet, und „der Creme de la Creme der deutschen Industrie“. Mit dabei Jürgen Fitschen, Co-Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank, und Post-Chef Frank Appel. Bettermann: „Da saßen 18 hochkarätige Leute, und der einzige, der Tacheles geredet hat, war ich, einer aus dem Mittelstand.“

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Dabei kam ihm wohl entgegen, dass eines der großen Themen in Davos die Verantwortung von angestellten Konzernlenkern im Umgang mit ihren Mitarbeitern ist. „Man muss anders mit den Menschen umgehen und ihre Sorgen erkennen“, so der Unternehmer mit Schweizer Staatsbürgerschaft, der auch im Land produziert. „Das kommt mir sehr entgegen.“ Und die Pegida-Demonstranten hält er nicht alle für Rechtsradikale, sondern für teils „gebildete Menschen, die sich einfach Sorgen machen.“

Bettermann beeindruckt von Poroschenko-Auftritt

Beeindruckt zeigte sich Bettermann vom Auftritt des ukrainischen Staatspräsidenten Petro Poroschenko in Davos. Der hatte den Vorwurf einer russischen Aggression gegen sein Land untermauert, indem er das offenbar von Schüssen durchlöcherte Wrackteil eines Busses aus dem Kriegsgebiet Donbass vor der Weltpresse in die Höhe hielt. In dem Bus seien unlängst bei einem Beschuss durch moskautreue Separatisten 13 Zivilisten ums Leben gekommen, so der Staatschef. Bettermann sprach von einem „interessanten Vortrag“ - die Rebellen seien offenbar nicht in den Griff zu bekommen. Nur der Adressat der Botschaft fehlte. Russlands Präsident Putin ist diesmal nicht nach Davos gereist. Das Unternehmen OBO Bettermann vertreibt in der Ukraine mit 25 Mitarbeitern seine Produkte der Elektroinstallationstechnik.

Wo die Reichen und Mächtigen sind, sind in der Regel Stars und Sternchen nicht weit. Dieses Jahr ist es in Davos damit nicht weit her. „Die drehen hier das Rad zurück“, berichtet Bettermann. 2014 sei es wohl doch etwas viel gewesen. 200 Personen seien beim Forum-Empfang zurückgewiesen worden. Auch Carsten Maschmeyer, schillernder Finanzunternehmer mit Glamour-Faktor, habe versucht, sich zu akkreditieren - vergeblich.

Stefan Pohl

Kommentare
23.01.2015
22:36
Beim Davos-Gipfel "hatten alle Angst vor Islamisten"
von y.kelebek | #3

So so da hat also die vereinigte Politmafia und ihre Paten angst vor Islamisten..na klar Angst vor dem Wahlvieh brauchen se ja nicht zu haben!

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2015-01-22 16:32
Sauer und Siegerland