Das aktuelle Wetter NRW 8°C
Flughafen Paderborn-Lippstadt

Air Berlin will nicht den Abflug machen

31.08.2012 | 18:40 Uhr
Air Berlin will nicht den Abflug machen
Der Flughafen Paderborn-Lippstadt in Büren-Ahden.Foto: Hans Blossey

Büren/Paderborn/Lippstadt.   Der westfälische Flughafen Paderborn-Lippstadt bleibt für Air Berlin ein wichtiger Anbieter von Touristik-Flügen. In dieser Woche war bekannt geworden, dass die Fluglinie einen Hangar und den Kundenschalter schließt.

Wie steht es um den Flughafen Paderborn-Lippstadt? Fast möchte man die berühmten dunklen Wolken über dem westfälischen Regionalflughafen in Büren-Ahden auf­ziehen sehen, verfolgt man die „Schreckensmeldung“ dieser ­Woche, dass der größte Kunde Air Berlin eine Flugzeughalle (Hangar) und den Kundenschalter schließen will. Und doch sagt Airport-Chef ­Elmar Kleinert: „Ich habe keine Angst vor der Zukunft unseres Flughafens.“

Air-Berlin Sprecherin Alexandra Bakir bestätigte gegenüber dieser Zeitung die Pläne. Ende Oktober mache der Kundenschalter dicht, zum 1. Februar 2013 schließe der 43 Meter breite Hangar der „Air Berlin Technik“. Von den derzeit 18 Mitarbeitern im Gewerbepark sollen vier Techniker am Standort Paderborn-Lippstadt verbleiben - um Mittelstreckenflugzeuge der Linie auf dem Rollfeld zu warten.

Sparmaßnahme

Die Entscheidung ist eine Sparmaßnahme der defizitären Fluglinie. „Wir mussten feststellen, dass der Hangar nicht profitabel zu betreiben ist und leider darauf reagieren“, sagt Alexandra Bakir. Gerüchte, dass die fälligen Wartungsarbeiten künftig in der Air-Berlin-Flugzeugwerft in Düsseldorf erledigt werden, wollte die Sprecherin nicht bestätigen. „Bei der Wartung sind wir in Nordrhein-Westfalen sehr gut aufgestellt.“

Die Öffentlichkeitsarbeiterin der Fluglinie dementiert einen „Abgang auf Raten“ an den westfälischen Regionalflughäfen: „Wir bleiben ein wichtiger Partner für Paderborn-Lippstadt, ein wichtiger Anbieter von Touristik-Flügen.“ Man lege nur jetzt in der Gesamtstrategie - wie viele andere Airlines vor dem Hintergrund des gestiegenen Kosten- und Konkurrenzdrucks in der Luftfahrtbranche - den Fokus auf große Drehkreuze. Eben bisweilen zum Nachteil von Regionalflug­häfen.

52 Prozent der Touristikflüge am Airport Paderborn-Lippstadt gehen auf das Konto von Air Berlin. In den Sommerferien hatte die in Turbulenzen geratene Linie Flüge in Büren-Ahden gestrichen - worin Sprecherin Alexandra Bakir keinen Grund zur Dramatik sieht. „Der Flugplan wurde etwas heruntergefahren. Im Winter sieht es wieder ganz anders aus.“

Passagiere werden nichts merken

Jedenfalls lässt man im Management des heimischen Flughafens den Kopf nicht hängen. „Die Entscheidung von Air Berlin, die Flugzeughalle und den Kundenschalter zu schließen, hat uns nicht unvorbereitet getroffen“, sagt Sprecherin Elke Rawisch de Teran. Die Passagiere würden davon nichts merken. So werde der Schalter auf jeden Fall weiter betrieben („vielleicht von Flughafenmitarbeitern“), und auch zur weiteren Nutzung des Hangars liefen derzeit Gespräche.

Viel gesprochen wurde in den vergangenen Tagen auch über großzügige Subventionen, die Flughäfen wie Dortmund oder Kassel-Calden erhalten. Elmar Kleinert, Chef des Paderborn-Lippstädter Airports, ist deshalb gemeinsam mit seinem Kollegen Gerd Stöwer vom Flughafen Münster/Osnabrück in die Luft gegangen. Sie prangerten eine „politisch motivierte Wettbewerbsverzerrung“ an.

Ähnliche Kritik übten die beiden Flughafenmanager an der Luftverkehrssteuer, die am 1. Januar 2011 eingeführt wurde. Bei Air Berlin kann man sich dem nur anschließen. „Die Steuer ist kein passendes Instrument. Eine zusätzliche Last“, sagt Sprecherin Alexandra Bakir, „die Fluggesellschaften haben dadurch massive Probleme.“

Rolf Hansmann



Kommentare
03.09.2012
13:01
Air Berlin will nicht den Abflug machen
von mondesir | #1

Dass die Passagiere nichts merken werden, entspricht wohl nicht der Wahrheit:
Unser schon im April gebuchter Urlaubsflug nach Fuerteventura wurde kurzerhand von Paderborn/Lippstadt nach Münster/Osnabrück gelegt. Abgesehen davon, dass wir nun von Brilon nach Münster eine Anfahrt von 150 km statt 25 km haben, ist der Abflug auf 3.55 Uhr terminiert. Unser Versuch den Flug umzubuchen(einen Tag später mit Condor ab Paderborn) wurde beantwortet mit dem Hinweis, dass das nur gegen einen Aufpreis von 1100 Euro möglich sei.
Guter Kunderndienst und guter Service sehen anders aus. Wir haben etwas gemerkt und ziehen für die Zukunft unsere Schlüsse daraus.

Aus dem Ressort
Trinkwasser versickert im Keller eines Hasper Hauses
"Herrenloses Haus"
Die 20 zumeist bulgarischen Bewohner des „herrenlosen“ Hauses in der Berliner Straße 57 sind wieder einmal ohne Wasser, Strom und Gas. Nicht zum ersten Mal. Der heimische Energieversorger Mark-E wartet vergeblich aufs Geld und unterbrach deshalb die Versorgung erneut.
Feiernde Stadtverwaltung verursacht Großalarm der Feuerwehr
Brandgeruch
Großalarm kurz vor Ladenschluss - mit großem Tatütata ist am Donnerstagabend die Mescheder Feuerwehr in der Fußgängerzone vorgefahren. „Unklarer Brandgeruch im Ladenlokal“ lautete die Meldung. Verursacher war die in einem benachbarten Cafè zur fröhlichen Weihnachtsfeier versammelte Stadtverwaltung.
Extrem niedriger Wasserpegel im Staubecken in Hagen-Haspe
Talsperre
Der Pegel im Staubecken ist ungewöhnlich weit abgesunken. Statt bis zu zu zwei Millionen Kubikmeter Wasser sind aktuell lediglich 867.000 Kubikmeter vorhanden. Doch der Wirtschaftsbetrieb Hagen sowie der Wasserwerksbetreiber Enervie versprechen, dass bald der Normalzustand zurückkehren wird.
Schließung am Sonntag wäre für Bücherei in Kreuztal hart
Sonntagsarbeit
Unpassender hätte das Bundesverwaltungsgericht nicht urteilen können: Wenige Wochen vor dem Umzug der Kreuztaler Stadtbibliothek aus der Gelben Villa in das neue Domizil neben dem Rathaus soll Sonntagsarbeit in Büchereien nicht mehr zugelassen werden. Das träfe die kommunale Einrichtung hart.
Mit Walze in Graben gestürzt - 67-Jähriger schwer verletzt
Arbeitsunfall
Ein Mann ist in Grimmlinghausen bei Bestwig unter eine drei Tonnen schwere Walze geraten und schwer verletzt worden. Der 67-Jährige war mit Arbeiten auf einem Privatgrundstück beschäftigt. Beim Planieren einer leicht abschüssigen Schotterfläche kippte die Walze laut Polizei in den Graben.
Umfrage
Kommunen im Sauerland wollen schärfer gegen besonders laute Motorräder vorgehen. Die Bußgelder werden drastisch erhöht. Was halten Sie davon?

Kommunen im Sauerland wollen schärfer gegen besonders laute Motorräder vorgehen. Die Bußgelder werden drastisch erhöht. Was halten Sie davon?

 
Fotos und Videos
Der erste Schnee in Winterberg
Bildgalerie
Wintersport
Otto und seine Kunstwerke
Bildgalerie
Künstler
Hannelore Kraft zu Gast in Hagen
Bildgalerie
Werksbesuch
Spätstart der Rathaus-Galerie Hagen
Bildgalerie
Rathaus-Galerie