Absturz trifft Lufthansa in schwieriger Zeit

Frankfurt/Köln.. Der Tag des Absturzes der Germanwings-Maschine, der Tag, an dem Menschen gestorben, Familien auseinandergerissen worden sind, ist nicht der Tag, über wirtschaftlichen Folgen für das Unternehmen zu sinnieren. Dass Carsten Spohr, Chef der Germanwings-Mutter Lufthansa, von einem „schwarzen Tag für unser Unternehmen“ sprach, konnten aber nur Zyniker missverstehen. Spohr war sichtlich erschüttert und wollte sein Mitgefühl für die Familien der Absturz-Opfer ausdrücken. Dennoch weiß der ausgebildete Pilot nur zu gut, dass diese Katastrophe die Lufthansa in einer schwierigen Phasen trifft.

Billigsparte soll ausgebaut werden

Dabei spielt Germanwings eine zentrale Rolle. Die 2002 gegründete Lufthansa-Tochter mit ihren knapp 90 Maschinen hat seit 2012 den verlustreichen innerdeutschen und innereuropäischen Verkehr der Lufthansa übernommen. Mit Germanwings und Eurowings will Deutschlands größter Luftverkehrskonzern seine Billigsparte ausbauen. Ziel ist es, Konkurrenten wie Ryanair und Easyjet Paroli zu bieten. Die Lufthansa steht unter Druck. Konkurrent Ryanair beförderte 2014 mehr Passagiere als Lufthansa und Germanwings zusammen. Zunächst war das Billigkonzept für Germanwings auf die deutschen Flughäfen begrenzt, künftig möchte die Lufthansa unter der Marke Eurowings in ganz Europa unterwegs sein. Chef von Germanwings ist der in Hagen geborene Thomas Winkelmann.