2,3 Millionen Euro mit Schrottladungen ergaunert

Siegen..  Um 2,3 Millionen Euro betrogen drei Männer zwischen 2008 und 2012 einen Metallgroßhändler aus Mülheim/Ruhr. Sie rechneten Schrottladungen aus dem Siegerland mit einem höheren Nickelgehalt ab, als die angelieferten Späne tatsächlich enthielten. Der Betriebsleiter des Siegerländer Unternehmens und sein Kollege aus Mülheim kannten sich seit 30 Jahren. Letzterer spannte für die Aktion noch einen Prüfer aus seinem Betrieb ein, der instruiert war, seine tatsächlichen Prüfergebnisse mit jenen abzugleichen, die der Mann aus dem ­Siegerland in den Lieferpapieren avisiert hatte.

Zwei Angeklagte gaben gestern im Landgericht alles zu. Das Verfahren gegen den Dritten wurde abgetrennt. Er hatte sich für ein Geständnis eine Bewährungsstrafe erhofft, die ihm die Wirtschaftskammer aber zumindest gestern nicht in Aussicht stellen wollte.

Der Siegerländer Angeklagte Thomas S. (49) ist nach wie vor Betriebsleiter des Unternehmens, an dem er 45 Prozent der Anteile hält, und macht auch nach wie vor Geschäfte mit dem Mülheimer Partner. Er hat nach einem Vergleich von Oktober 2010 bis März 2014 sechs Millionen Euro Wiedergutmachung geleistet. „Aus Angst um Leib und Leben“, erklärte er die extrem hohe Summe, ohne ins Detail zu gehen.