Rund 200 Gemeinden öffnen ihre Pforten für Flüchtlinge

Kreuztal-Kredenbach. 20 Monate ist es her, dass der Vietnamese Tuan Ngo Van unwiderruflich aus Deutschland abgeschoben werden sollte. Mitte Januar 2006 öffnete ihm die evangelische Kirchengemeinde Ferndorf nach vorangegangenem Beschluss des Presbyteriums die Tür zum Kirchenasyl. Seitdem lebt der Christ, der wegen seines Glaubens in Vietnam verfolgt worden war, wie ein gefangen Gehaltener hinter den Türen des ev. Gemeindezentrums Kredenbach. Der stille Asiate wohnt im Kellergeschoss des kirchlichen Hauses in einem Zimmer, das für ihn und seine dringendsten Bedürfnisse hergerichtet wurde. Viele Freunde versorgen ihn, besuchen ihn und beten mit ihm für sein Bleiberecht in Deutschland, in dem er sich inzwischen seit über sieben Jahren aufhält. Dr. Ludwig Brügmann: „Eine unvorstellbare Durststrecke für einen Menschen, der niemand etwas zuleide getan hat.” In seinem Verfahren geht es seit einem Jahr um Anwendung des religiösen Existenzminimums, also um Religionsfreiheit in Bezug auf öffentliche Glaubensäußerungen. Eine EU-Richtlinie, die das ausdrücklich erlaubt, ist seit Oktober 2006 auch für die deutsche Rechtsprechung gültig. Doch gibt es bei der Umsetzung unterschiedliche Bewertungen. Deshalb hat die von Tuans Rechtsanwalt angerufene Härtefall-Kommission des NRW-Innenministeriums vorgeschlagen, den Fall erneut dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge vorzulegen. Dies geschah am 10. Juli. Die Unterstützer Tuans beobachten unterdessen die fortschreitende Behinderung und Verfolgung von Christen in Vietnam. Die Zeitschrift „Stimme der Märtyrer” fragt in ihrer September-Ausgabe unter dem Titel „ Wer gibt die Befehle?” nach der Verantwortlichkeit. Denn immer wenn der vietnamesische Premierminister Phan Van Khai im Westen sei, verkünde e, dass in seinem Land Religionsfreiheit herrsche. Aber in Vietnam gebe nicht der Premierminister die Befehle, sondern das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei: „Dort haben Hardliner das Sagen, die den Kampf gegen jede Religion
Kreuztal-Kredenbach. 20 Monate ist es her, dass der Vietnamese Tuan Ngo Van unwiderruflich aus Deutschland abgeschoben werden sollte. Mitte Januar 2006 öffnete ihm die evangelische Kirchengemeinde Ferndorf nach vorangegangenem Beschluss des Presbyteriums die Tür zum Kirchenasyl. Seitdem lebt der Christ, der wegen seines Glaubens in Vietnam verfolgt worden war, wie ein gefangen Gehaltener hinter den Türen des ev. Gemeindezentrums Kredenbach. Der stille Asiate wohnt im Kellergeschoss des kirchlichen Hauses in einem Zimmer, das für ihn und seine dringendsten Bedürfnisse hergerichtet wurde. Viele Freunde versorgen ihn, besuchen ihn und beten mit ihm für sein Bleiberecht in Deutschland, in dem er sich inzwischen seit über sieben Jahren aufhält. Dr. Ludwig Brügmann: „Eine unvorstellbare Durststrecke für einen Menschen, der niemand etwas zuleide getan hat.” In seinem Verfahren geht es seit einem Jahr um Anwendung des religiösen Existenzminimums, also um Religionsfreiheit in Bezug auf öffentliche Glaubensäußerungen. Eine EU-Richtlinie, die das ausdrücklich erlaubt, ist seit Oktober 2006 auch für die deutsche Rechtsprechung gültig. Doch gibt es bei der Umsetzung unterschiedliche Bewertungen. Deshalb hat die von Tuans Rechtsanwalt angerufene Härtefall-Kommission des NRW-Innenministeriums vorgeschlagen, den Fall erneut dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge vorzulegen. Dies geschah am 10. Juli. Die Unterstützer Tuans beobachten unterdessen die fortschreitende Behinderung und Verfolgung von Christen in Vietnam. Die Zeitschrift „Stimme der Märtyrer” fragt in ihrer September-Ausgabe unter dem Titel „ Wer gibt die Befehle?” nach der Verantwortlichkeit. Denn immer wenn der vietnamesische Premierminister Phan Van Khai im Westen sei, verkünde e, dass in seinem Land Religionsfreiheit herrsche. Aber in Vietnam gebe nicht der Premierminister die Befehle, sondern das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei: „Dort haben Hardliner das Sagen, die den Kampf gegen jede Religion
Foto: unbekannt

Derzeit geben in Deutschland etwa 200 Kirchen Menschen Asyl. Betroffen sind davon 359 Ausländer, darunter wiederum etwas mehr als hundert Kinder. Das sind Zahlen aus dem Januar, inzwischen werden noch mehr Fälle hinzugekommen sein.

Der vermutliche Hintergrund für den Anstieg, so vermuten Experten: Durch den starken Anstieg der Flüchtlinge generell kommen immer mehr Nachbarn, Gemeindemitglieder und freiwillige Helfer in Kontakt mit ihnen, persönlichere Beziehungen entstehen.

Soll es dann zur Abschiebung durch den Staat kommen, sinkt die Akzeptanz dafür in der Bevölkerung. Auf der Suche nach einer Lösung wird das Kirchenasyl bemüht.