Richter: „Madeleine wie Gartenabfall entsorgt“

Essen..  Kaum ist das Urteil gesprochen, lässt sich Günther O. mürrisch in seinen Stuhl fallen. Lebenslange Haft wegen Mordes an seiner Stieftochter Madeleine - der 47-Jährige scheint innerlich zu kochen. Immer wieder schüttelt er den Kopf und kommentiert die Ausführungen des Richters: „Ich kann das Gelaber nicht mehr hören.“ Nützen wird ihm das nichts. Das Essener Schwurgericht stellte gestern eine besondere Schwere der Schuld fest. Damit ist eine vorzeitige Entlassung nach 15 Jahren Haft ausgeschlossen. Die Richter sind überzeugt, dass der Angeklagte seine Stieftochter jahrelang sexuell missbraucht und aus Wut erstickt hat. Anschließend hat er die Leiche in seinem Essener Schrebergarten vergraben und einbetoniert.

„Er ist ein Psychopath, der Madeleine wie sein Eigentum betrachtet hat“, sagt Richter Andreas Labentz in der Urteilsbegründung. „Ihren Körper hat er wie Gartenabfall entsorgt.“ Madeleine war im August 2012 geflohen und in einer Mutter-Kind-Einrichtung untergetaucht. Sie zeigte ihren Stiefvater wegen sexuellen Missbrauchs an. Der 47-Jährige ist auch Vater ihrer Tochter. Vor Gericht gestand er zwar die Tötung seiner Stieftochter, dies soll aber ein „Unfall“ gewesen sein.

Als Mittäter wurde der Sohn des 47-Jährigen zu vier Jahren Haft verurteilt. Der 22-Jährige hatte seine Halbschwester mit falschen Versprechen zu ihrem Vater gelockt.