Zug der Zeit
20.06.2007 | 08:45 Uhr 2007-06-20T08:45:36+0200VERKEHR. Der "Eiserne Rhein" soll wiederbelebt werden. Gutachten empfielt eine neue Trasse.
DÜSSELDORF. Der "Eiserne Rhein" kommt voran - wenn auch vorläufig nur auf dem Papier. Mit dem Vorschlag einer neuen Trassenführung als NRW-Teilstück hat die Landesregierung die Pläne zur Wiederbelebung der historischen Güterzuglinie wieder in Gang gesetzt. Ein von Verkehrsminister Oliver Wittke (CDU) vorgelegtes Gutachten bevorzugt unter mehreren Varanten jetzt eine Trasse, die südlich von Viersen etwa 35 Kilometer entlang der Autobahn 52 bis Roermond verläuft.
Eine Reaktivierung der ursprünglichen Strecke zwischen Antwerpen und NRW hält Wittke für unsinnig. "Die Kapazitäten wären schon nach zwei Jahren ausgelastet", gibt er zu bedenken. Mehr Entlastung sei für NRW von existenzieller Bedeutung, da bis 2017 in Deutschland mit einer Zunahme des Gütertransports um 60 % gerechnet werden müsse. Das könne nicht allein über Lkw und Binnenschiffe bewältigt werden. In den Häfen Rotterdam und Antwerpen steige der Container-Umschlag, vor allem aus Fernost, pro Jahr um 2,7 Millionen Einheiten.
Dass sich die Landesregierung seit Jahren - so Wittke - "in Duldungsstarre" befand, liegt auch an den gegensätzlichen Interessen der Nachbarstaaten. Während die Bundesregierung den neuen Vorstoß aus NRW mittragen will, gibt man sich in Belgien gesprächsbereit. Die Niederländer dagegen zeigten bisher wenig Interesse, die 1991 stillgelegte Linie wiederzubeleben. Sie fürchten vor allem wirtschaftliche Nachteile für ihren Häfen, allen voran Rotterdam. In den Nachbarländern sind die Gleise weitgehend vorhanden. Auf NRW-Gebiet müsste der "Eiserne Rhein", der den Logistik-Standort Ruhrgebiet besser anschließen soll, neu gebaut werden. Wie teuer das wird, steht nicht in dem Gutachten. Wittke hofft, dass die Kostenfrage in einem Staatsvertrag geregelt wird. Aber selbst dann werde der Gütertransport über die neue Verbindung frühestens in zehn Jahren beginnen. (NRZ)
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