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Wittener Hauptschule wegen beißenden Gestanks evakuiert

14.04.2010 | 14:38 Uhr
Wittener Hauptschule wegen beißenden Gestanks evakuiert

Witten.In der Overbergschule in der Wittener Innenstadt ist am Mittwochvormittag eine unbekannte Flüssigkeit ausgelaufen. Die Schule wurde daraufhin evakuiert, Verletzte hat es aber nicht gegeben. Die Polizei ermittelt nun wegen gefährlicher Körperverletzung.

Noch Stunden nach der Räumung der Overbergschule in der Wittener Innenstadt hängt dort ein beißender Geruch in der Luft des Eingangsbereichs. Die Hauptschule, Rhienscher Berg 12, war Mittwochmorgen evakuiert worden, nachdem dort eine Ampulle mit einer übelriechenden Flüssigkeit entdeckt worden war.

Bei dem Großeinsatz waren 60 Leute der Feuerwehr sowie 20 Polizei- und Kripobeamte vor Ort. Etwa 320 Schüler mussten das Gebäude nach Auffinden der Ampulle zügig verlassen. Der Schulbetrieb geht erst am Donnerstag weiter. Verletzt wurde niemand. Auch für die Schüler, die aufgrund der Flüssigkeit über leichtes Halskratzen geklagt hatte, konnte Entwarnung gegeben werden, nachdem sie dem Notarzt vorgestellt worden waren.

Feueralarm ausgelöst

„Um kurz nach zehn Uhr haben Eltern, die im Schülercafé helfen, bei unserem Hausmeister Hagenkötter gemeldet, dass sie Gas riechen würden“, erzählt Lehrerin Marion Prawitz. Und weiter: „Der Hausmeister hat dann vor dem Eingangsbereich des Cafés, das im Keller liegt, eine zerbrochene Ampulle entdeckt, aus der ein beißender Geruch strömte, der die Schleimhäute reizte.“

Sie hätten dann eine Chemielehrerin hinzugezogen, die aber auch nicht hätte sagen können, um welchen Stoff es sich bei der durchsichtigen Flüssigkeit handele, so Prawitz. Daraufhin hätten sie gemeinsam beschlossen, die Schüler „wie bei einem Brandalarm“ aus der Schule zu führen sowie Polizei und Feuerwehr zu alarmieren.

Sicherheitshalber immer ein Großaufgebot

„Die Ampulle und die Flüssigkeit sind dann von Spezialisten mit schwerem Atemschutz und mit Schutzbekleidung geborgen worden“, schildert Feuerwehrsprecher Ulrich Gehrke. „Wir haben auch eine spezielle Schleuse aufgebaut, wo diese Leute nach dem Einsatz gereinigt wurden“, so Gehrke weiter.

Einige Schüler befanden sich nach der Evakuierung Mittwochvormittag noch im Umkreis des Schulgeländes. Angst hätten sie nicht gehabt, erzählen sie, „aber fast allen ist es übel geworden“, meint eine Schülerin. Auf die Frage, wonach es denn in der Schule gerochen habe, befinden sie übereinstimmend „nach Knoblauch“.

Wegen des Großeinsatzes waren die Zufahrtsstraßen zur Overbergschule über die Husemann- und die Ardeystraße für mehrere Stunden abgesperrt worden. Wer die Husemannstraße befuhr, konnte schon von weitem das stattliche Aufgebot von Feuerwehr- und Polizeiwagen sehen. „Aber wenn wir gefährliche Stoffe vermuten, fahren wir sicherheitshalber immer groß auf“, erklärt Ulrich Gehrke.

Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung

Wem die Ampulle gehörte und wer sie in die Schule brachte, darüber herrscht bisher Unklarheit. „Sie wurde uns von der Feuerwehr luftdicht übergeben und nun zur Untersuchung zum Landeskriminalamt nach Düsseldorf geschickt“, berichtet Polizeisprecher Axel Pütter. Es werde aber „mindestens mehrere Tage“ dauern, bis ein Ergebnis der Analyse zu erwarten sei.

Pütter: „Wir ermitteln wegen gefährlicher Körperverletzung. Und wenn es eine verbotene Substanz ist, kann sich der Straftatenkatalog noch erweitern.“ Als Verursacher sei man auch für die Kosten des Einsatzes haftbar zu machen: „Die können in diesem aufwändigen Fall durchaus einige Tausend Euro betragen“, schätzt Pütter.

Michael Vaupel

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