Rhein und Ruhr
"Wir sind Bochum. Nazis nicht"
26.10.2008 | 20:45 Uhr 2008-10-26T20:45:15+0100200 Rechtsextreme sahen sich bei ihrer Kundgebung in Bochum 3000 Gegendemonstranten gegenüber.Hunderte von Polizisten sorgten dafür, dass der Protest friedlich blieb
Bochum. Über 2000 Menschen haben am Samstag in der Innenstadt an der Protestkundgebung unter dem Motto "Wir sind Bochum. Nazis sind es nicht" gegen einen NPD-Aufmarsch hinter dem Hauptbahnhof teilgenommen. Bunt und friedlich verlief der Protest, zu dem Kirchen, Gewerkschaften und andere aufgerufen hatten. Auch Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz sprach: "Wir wollen keine Nazis in unserer Stadt! Keine Alt- und keine Neo-Nazis!" DGB-Regionsvorsitzender Michael Hermund: "Wir wehren uns."
Von den Erfahrungen in Köln, wo eine Anti-Islamkonferenz der rechten Organisation "Pro Köln" verhindert worden war ("Diese Stadt ist aufgestanden"), berichtete der Vorsitzende der DGB-Region Köln, Wolfgang Uellenberg van Dawen. Er forderte Bochums Polizeipräsidenten auf, sich am Kölner Amtskollegen ein Beispiel zu nehmen und die NPD-Demo zu verbieten.
Ab Mittag war die NPD mit rund 200 Anhängern auf ihrer Demo mit dem Motto "Deutsche wehrt Euch - gegen Überfremdung, Islamisierung und Ausländerkriminalität" durch die südliche Innenstadt marschiert. Die Route wurde durch viele hundert Polizisten abgeriegelt. Jeder auch nur kleinste Zuweg war abgesperrt, um jeden direkten Kontakt mit Gegendemonstranten zu verhindern. Trotzdem drang Protest auf die Marschroute: Anwohner riefen aus ihren Fenstern: "Nazis raus!" Einer hing ein Banner auf: "Bochumer wehrt Euch!!! Gegen Nazis. Für eine bunte Stadt!" Eine Kirche läutete zur Mahnung die Glocken. Am Schauspielhaus, in dessen Nähe die NPD ihre zentrale Kundgebung abhielt, gab es lautstarken Protest von Bürgern. Auf der NPD-Bühne traten auch Redner auf, die wegen Volksverhetzung vorbestraft sind. Zwischen den radikalen Reden beschlagnahmte die Polizei ein Transparent mit der Aufschrift: "Multi-Kulti ist Völkermord." Außer kleineren Raufereien gab es insgesamt keine gewaltsamen Zwischenfälle.
An anderer Stelle der City hatte auch die "Antifaschistische Jugend Bochum" mit geschätzten 900 Teilnehmern gegen die NPD demonstriert.
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