Das aktuelle Wetter NRW 23°C
Himmels-Spektakel

Wenn der Mond errötet – heute gibt es eine totale Mondfinsternis

14.06.2011 | 20:22 Uhr
Wenn der Mond errötet – heute gibt es eine totale Mondfinsternis
Ein faszinierendes Schauspiel: Eine totale Mondfinsternis, aufgenommen im März 2007 in Nürnberg. Foto: dapd

Essen.   Das Wetter ist nicht ideal, aber mit ein bisschen Glück, können wir am heutigen Mittwoch Augenzeugen einer totalen Mondfinsternis werden. Ein besonderes Ereignis. Das große Himmels-Schauspiel ist im Ruhrgebiet ab etwa 21.40 Uhr zu sehen.

Der Deutsche Wetterdienst macht Mond-Begeisterten Mut. „Niemand wird nichts sehen, aber auch niemand alles“, lautet Günther Hamms Ansage. Der Meteorologe vom Dienst in Essen weiß, dass das Wetter immer wichtig ist. Vor allem am heutigen Mittwochabend. Da dürfen wir uns auf ein großes Naturschauspiel freuen, wenn auch – wettertechnisch – unter erschwerten Bedingungen: die totale Mondfinsternis.

Ab 21.40 Uhr soll sie an Rhein und Ruhr zu sehen sein. „Allerdings wird es lokal Quellwolken geben, auch Schauer, ebenso sind leichte Gewitter möglich“, sagt Wetter-Experte Hamm voraus. Damit es nicht später Beschwerden von Enttäuschten hagelt.

Die Mondfinsternis. Es gibt sie nur bei Vollmond.

Heute spielt sich nach Auskunft von Experten in Deutschland die längste totale Mondfinsternis seit mehr als zehn Jahren ab. Etwas Besonderes also. Gegen 19.23 Uhr tritt „Frau Luna“ in den Halbschatten der Erde. Das Himmels-Schauspiel wird gegen Mitternacht enden. Erst 2015 kommen wir wieder in den Genuss eines solch langen Spektakels.

„Sind da Wolken, werden wir leider nichts sehen“

Astronomen flachsen, bei einer Mondfinsternis stehe die Erde dem Mond in der Sonne. Die Erde steht dann zwischen Mond und Sonne, alle drei liegen auf einer Achse. Der Mond rückt in den Schatten der Erde. Ein Ereignis, bei dem der Mond wunderschön errötet. „Denn wenn er durch den Schatten der Erde wandert, wird er durch die langwellige Strahlung der Sonne rötlich aufgehellt“, erklärt Rolf Hembach, Vorsitzender der Rudolf-Römer-Sternwarte in Duisburg-Rheinhausen, das Phänomen des oft beschriebenen „Blut-Mondes“. Allerdings, meint der Fachmann, werde der Erdtrabant heute wohl „eher rötlich-braun“ ausfallen. Der Grund, so Hembach, seien die Vulkanausbrüche der letzten Zeit. Noch vorhandener Staub in der Atmosphäre würde den Erdschatten wohl besonders dunkel machen. Die Sternwarte seines Vereins liegt auf dem Dach des Krupp-Gymnasiums, direkt am Rhein. „Der Fluss ist eine Wetterscheide. Sind da heute Wolken, werden wir leider nichts sehen.“

Wie Hembach lädt auch der Leiter der Bochumer Sternwarte, Thilo Elsner, Interessierte für heute Abend zum Staunen über den Mond ein. (Sternwarte Bochum, Blankensteiner Straße 200a, ab 22 Uhr und Rudolf-Römer-Sternwarte in Duisburg-Rheinhausen, In den Peschen 79, ab 21.30 Uhr. Bitte für Duisburg anmelden, unter: Tel. 0175/702 6738) „Unsere Sternwarte liegt rund 150 Meter hoch auf dem Böckenberg in Bochum-Sundern.“ Elsner betont, dass man auch nur in luftigen Höhen, „etwa auf Bergehalden, hohen Gebäuden oder am Tetraeder in Bottrop (mit einem phantastischen Blick über das Revier)“, eine Chance haben wird, etwas von der Mondfinsternis mitzubekommen.

Ein magischer Moment

Suchen sollte man sie im Südosten. Elsner: „Der Mond tritt um 19.23 Uhr in den Halbschatten der Erde. Die totale Mondfinsternis werden wir hier in Bochum um 21.42 Uhr erleben. Um 23.03 Uhr wird sie vorbeisein.“ Ganz wichtig: „Alles wird sich nur rund 10 Grad über dem Horizont abspielen. Etwa auf der Höhe von Baumwipfeln. Die können bei der Beobachtung leider dann ebenso stören wie eine Bebauung“, so Elsner.

Der Mond. Mutter Erde umkreist er mit einem durchschnittlichen Abstand von 384.400 Kilometern. Seine Oberflächentemperatur schwankt zwischen minus 233 und plus 123 Grad.

Zahlen, von denen unsere Vorfahren nichts wussten. Wenn die Wikinger einen „Blut-Mond“ erblickten, waren sie der Ansicht, er werde gerade von einem Wolf gejagt. Im alten China glaubte man, dass ein Drache den Mond verschlinge. Ein magischer Moment ist eine Mondfinsternis auch heute noch. Man sollte ihn nicht verpassen. Bei freier Sicht, so vorhanden, den Feldstecher nicht vergessen!

Jutta Bublies

Facebook
 
Kommentare
16.06.2011
01:00
Wenn der Mond errötet – heute gibt es eine totale Mondfinsternis
von BaeDa | #5

Darth Vader (Icke) auf der Suche nach der Mondfinsternis.... Finsternis gesehen, Mond nicht! :(
http://www.youtube.com/watch?v=Rq8W3MlGqAI
Blödes Hobby …

Nächt`le! ;))

15.06.2011
22:47
Wenn der Mond errötet – heute gibt es eine totale Mondfinsternis
von I_am_anonym | #4

Im östlichen Revier sieht man nix. Wolken halt.

15.06.2011
20:50
Wenn der Mond errötet – heute gibt es eine totale Mondfinsternis
von ianwest | #3

der Mond ? Die Sonne dachte ich ,,,

Nacht verfinstert der Mond verbirgt sich
unsere Schatten verschmelzen in Dunkelheit
und die Abendsonne sinkt errötet doch sanft lächelnd in den Horizont sich mit dem Mond zu vereinen Sterne zu zeugen ?

15.06.2011
17:02
Wenn der Mond errötet – heute gibt es eine totale Mondfinsternis
von Erpunktkapunkt | #2

Hoffe natuerlich, dass man von diesem Schauspiel etwas zu sehen bekommt. Dann kann ich endlich mein neues Tele einweihen...

Haha, da beschweren sich tatsaechlich Menschen, dass das Wetter nicht so wird wie vorhergesagt und schreiben Beschwerdebriefe? Sind das die Menschen, die auch Falschparker denunzieren? Drollige Voelkchen

15.06.2011
09:01
Wenn der Mond errötet – ist Finsternis
von Kritzelkater | #1

Gestern abend um halb elf war der Nahezu-Vollmond so schön, dass ich ihn fotographiert habe.
Da wußte ich noch gar nicht, dass es heute eine Mondfinsternis gibt.
Hoffentlich kann man heute abend was sehen.
Das letzte ähnliche Ereignis, auf das ich mit dem Photoapparat gewartet habe, war die totale Sonnenfinsternis 1999.
Da ist es richtig dunkel geworden.

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/4765454/create

Aktuelle Fotos und Videos
Abriss des RWE-Stadions
Bildgalerie
RWE
Heftige Unwetter in NRW
Bildgalerie
Unwetter
Aus dem Ressort
Suspendierter islamistischer Polizist kennt geheime Akten
Salafismus
Ein salafistischer Polizist soll auch Glaubensbrüder observiert haben. So konnte er wohl auch streng vertrauliche Dokumente durchforsten. Der Beamte aus Duisburg wurde inzwischen vom Dienst suspendiert. Innenminister Ralf Jäger prüft nun Konsequenzen.
Ruth Levy-Berlowitz dolmetschte im Eichmann-Prozess
Eichmann-Übersetzerin
Ruth Levy-Berlowitz dolmetschte den Prozess gegen NS-Verbrecher Eichmann. Im Bonner Haus der Geschichte erzählt sie, was damals in ihr vorging. „Ich lebte, aß, trank Eichmann“, sagt sie. Trotzdem bekam sie von dem Grauen im Prozess längst nicht alles mit.