Transaktion
Wem gehören die LEG-Wohnungen wirklich?
23.06.2009 | 14:13 Uhr 2009-06-23T14:13:00+0200
Düsseldorf. Es war einer der größten Immobiliengeschäfte in NRW: Der Verkauf der landeseigenen LEG mit 93.000 Wohnungen an einen US-Investor namens "Whitehall Real Estate Funds". Doch der Fonds taucht in der Liste der Käufer nicht auf, und alles andere ist streng geheim - und einigermaßen dubios.
Die Namen klingen merkwürdig. Weder das NRW-Finanzministerium, noch die LEG (Landesentwicklungsgesellschaft) selbst möchten sie preisgeben. Wer in der Nacht zum 11. Juni 2008 vom Land tatsächlich den Zuschlag zum Kauf ihrer LEG-Anteile bekam, wird bis heute als Verschlusssache behandelt. In öffentlichen Erklärungen heißt es stets, es handele sich um die „Whitehall Real Estate Funds". Doch der Immobilienfonds taucht in der Liste der Käufer gar nicht auf.
Vier Namen stehen nach Informationen unserer Zeitung dort. An erster Stelle: die „Lancaster GmbH & Co. KG". Eine Gesellschaft mit zumindest skurril anmutendem Hintergrund. Ihre persönlich haftende Gesellschafterin war ursprünglich eine „Vendetta 1 GmbH" (italienisch für Blutrache). Doch das Risiko einer Schlagzeile wie „Land verkauft seine Sozialwohnungen an Blutrache" war den Beteiligten – trotz strengster Geheimhaltung – offenbar zu hoch. Einen Tag vor dem großen Deal gab Vendetta 1 aus Frankfurt im Bundesanzeiger ihre Umbenennung in „Lancaster Holding GmbH" bekannt. Es handelt sich um eine Gesellschaft mit lediglich zwei Mitarbeitern und nicht mehr als 25 000 Euro Stammkapital.
Zwei Mitarbeiter und 25.000 Euro Stammkapital
Hinter Lancaster als „Käuferin 1" tauchen weitere illustre Namen auf. Die „Kronen tausend230 GmbH & Co. VorratsKG", inzwischen in „Rote Rose GmbH & Co. KG" umbenannt. Eine „Restio B.V." aus Amsterdam und eine „Perry Lux Co S.a.r.l." aus Luxemburg, die beide offenbar schon wieder als LEG-Eigentümer ausgeschieden sind. Denn im Handelsregister eingetragen sind lediglich Lancaster (mit 82,7 Prozent) und Rote Rose (15,43 Prozent), die mittlerweile beide unter der Düsseldorfer Adresse der LEG-Zentrale firmieren. Wie bei Lancaster verfügt auch die Mutter der Roten Rose, die sich „Weisse Rose GmbH" nennt, über nicht mehr als zwei Mitarbeiter und lediglich 25.000 Euro Stammkapital.
Gegenüber unserer Zeitung lehnten LEG und NRW-Finanzministerium jegliche Auskünfte über die wahren Eigentümer der LEG mit Hinweis auf Vertraulichkeitsvereinbarungen ab. Dabei wird laut Kaufvertrag (Ziffer 23) einer Veröffentlichung von „Name und Geschäftsgegenstand" der Käufer zugestimmt.
Nur ausgewählter Kreis erhielt kurzen Einblick
Doch selbst Landtagsabgeordneten in Düsseldorf werden solche Details mit der Begründung „geheime Verschlusssache" verwehrt. Nur einem ausgewählten kleinen Kreis wurde bislang ein kurzer Einblick in das Vertragswerk gewährt. Obwohl sich darin ein Passus findet, nach dem alle „Anfragen aus dem parlamentarischen Raum" von der Geheimhaltung ausgenommen sind.
Nach der Enthüllung des Landesrechnungshofs, das Land habe nach der Veräußerung seiner LEG-Anteile durch einen Fehler bei der Kaufpreisaufteilung rund 36,7 Millionen Euro verloren, wirft die Verschwiegenheit der schwarz-gelben Landesregierung zu den Käufern neue Fragen auf.
11:56
Politiker in den Knast, bzw. die Forensik, Tür zu und fertig! Alle atmen auf! ;-)
14:10
an #31 von OMG: ... damit die steuerliche Struktur optimiert ist iss ja geil; Sie sind mein Held.
an #28 von armermitbuerger: ... und was soll das bringen:
Dann schauen Sie mal hier rein:
Essen: Kabelnetz-Ausbau riecht nach Filz und Selbstbedienung
http://www.dkp-ruhr-westfalen.de/dkp-essen/index.php?option=com_content&view=article&id=243
04:39
Ihr habt doch alle keine Ahnung...es ist vollkommen normal, dass SPVs, die erst kuerzlich gegruendet wurden, Immobilienfirmen kaufen, das war noch nie anders und wird immer so gemacht, damit die steuerliche Struktur optimiert ist. Wegen der Namen von denen so einen Wirbel zu machen zeigt nur, dass Journalisten und Buerger in Deutschland mangels Schulbildung keinerlei Ahnung von Wirtschaft und Recht haben. Traurig, aber wahr.
17:18
Wenn jemand (und wer ist dieser Jemand?) Landeseigentum, das jedem NRW-Bürger gehört, verkauft, anschließend alles zu einer geheimen Sache macht, dann muß auch der dümmste Bürger merken, daß hier alles faul ist - nein oberfaul! Meiner Meinung nach, haben einige unserer Herren der Regierung mehr als eine Leiche im Keller.
Ich wünsche mir, daß die WAZ so unabhängig ist wie sie behauptet und an dieser Angelegenheit dran bleibt.
13:12
Wir leben jetzt und hier. Die DDR ist nicht mehr. Seitdem können sie ohne auf den Nachbarn im Osten zu schielen, mit dem Sozialraub fortfahren Ach wie haben wir geklatscht und schöne Lieder wie Winds of change gepfiffen. Thomas Mann beurteilte den Antikommunismus übrigens als die Grundtorheit der Epoche. Aber das ist ein anderes Thema.
08:12
#21 von Essener Bürger
Kommunisten gehören in die Parlamente
und was soll das bringen
wohlvergessen das wir das schon mal hatten bis vor 20jahren
die haben sich nicht die taschen vollgemacht?
Wer kennt einen hochrangigen parteibonzen der alg2 bezieht bzw
mit einer kleinstrente leben muß?
in den restlichen staaten mit dieser regierungsform sieht es auch nicht
besser aus als in unserem selbstbedienungsladen
und unsere justiz kann oder will sie dagegen nichts unternehmen
denn es gibt ja auch keine abhaengigkeitsverhaeltnisse
20:42
schwarz-gelb wird immer merkwürdiger, wer hat da die Taschen auf, oder nicht?
19:32
Alle keine Miete mehr bezahlen. Mal abwarten welcher Eigentümer die Mahnung schickt.
19:30
Heuschreckenalarm ! Hier soll wohl planmaessig günstiger Wohnraum auf Kosten der Mieter bei höchster Rendite verkommen.
19:03
Tja, das weiß keiner, selbst der selbsternannte Arbeiterfüher aus NRW nicht...
P.S., liebe Mieter, Protestschreiben bitte an den MP des Landes NRW schicken. Der hat zwar auch keien Ahnung, an wen er die Wohnungen verkloppt hat, aber is ja auch totto...