Verkehrsgipfel Ruhr
Vision: Jeder Fahrgast soll in 60 Minuten am Ziel sein
23.06.2009 | 15:57 Uhr 2009-06-23T15:57:00+0200
Gelsenkirchen. Jeder Fahrgast im Ruhrgebiet soll mit öffentlichen Verkehrsmitteln in 60 Minuten am Ziel sein. Diese Vision stellte der Verein Pro Ruhrgebiet jetzt beim Verkehrsgipfel in Gelsenkirchen vor. Vorbild ist Berlin. NRW-Verkehrsminister Lutz Lienenkämper ist allerdings skeptisch.
Der Verein Pro Ruhrgebiet hat eine Vision für den Nahverkehr: „10-10-60 – wie in Berlin!" lautete das Motto, das der Verein beim „Verkehrsgipfel Ruhr" in Gelsenkirchen vorstellte.
Im Klartext bedeutet „10-10-60": In maximal zehn Minuten soll der Fahrgast die nächste Haltestelle erreichen, dort im Extremfall zehn Minuten auf Bus oder Bahn warten und nach höchstens 60 Minuten am Ziel sein. So wie es in Berlin funktioniere.
Doch genau daran hat Landesverkehrsminister Lutz Lienenkämper Zweifel: Ob dieses Ziel in Berlin immer und überall erreicht werde – da sei er sich nicht sicher, erklärte er laut Redemanuskript in seinem „Konzept für den Öffentlichen Nahverkehr in der Ruhrstadt". Er setze vielmehr auf selbstbewusstes Auftreten der Ruhrregion und schilderte, welch „modernes und leistungsstarkes Verkehrssystem" die Landesregierung der Ruhrregion zur Verfügung stellen werde.
15-Minuten-Takt soll kommen
Da durfte der Rhein-Ruhr-Express (RRX), der – als Ersatz für den Metrorapid-Traum – eigentlich schon 2006 rollen sollte, nicht fehlen. Aber der frisch gebackene Verkehrsminister geht vorsichtiger ans Werk als seine Vorgänger: Ein konkretes Datum für den RRX-Start zwischen Dortmund und Köln wollte Lienenkämper nicht nennen: „Da bin ich Realist." Und auch der 10-Minuten-Takt, jahrelang angekündigt, sei heute „unerschwinglich". Aber der 15-Minuten-Takt komme.
Neben der Auflistung bekannter Projekte (u.a. Erneuerung der Hauptbahnhöfe Essen, Dortmund, Duisburg) betonte der Minister die „soziale Dimension" des Öffentlichen Nahverkehrs. Er ermögliche vielen Menschen erst Mobilität. Für Ältere würden Ballungsräume wie das Revier durch die kurzen Wege von Haustür zu Arzt, zum Einkauf oder einfach nur zu anderen Menschen wieder attraktiver.
09:16
Aus Visionen wird die Wirklichkeit
Von Fröndenberg nach Xanten in einer Stunde Das ist mit den ICE mit einem Zwischenhalt in Essen und mit einer Ausbaustrecke zu schlaffen.
Die Lösung ist aber ganz einfach. Alles, was von Essen aus in einer Stunde erreichbar ist, wird zur Ruhrstadt. Also ohne Fröndenberg und Xanten, und mit Düsseldorf, Wuppertal, Krefeld....
14:16
10-10-60:
Es kostet 10 Euro,
man muß 10x umsteigen
und sammelt 60 Minuten Verspätung(en)
12:35
helmut schmidt hat - typ schmitz schnauze - des öfteren mal dinge gesagt, die dummes zeug sind.
politik ohne den blick voraus, ohne den mut, über den tag hinauszudenken, endet im alltags-gewurschtel ohne perspektive.
19:00
Vision: Jeder Fahrgast soll in 60 Minuten am Ziel sein
Richtig, das ist eine Vision.
Und wie sagte schon Helmut Schmidt: Wer Visionen hat, sollte sich in ärtzliche Behandlung begeben...
17:50
Mag sein dass das hinhaut, aber nur, wenn ich unterwegs nicht kulturell bereichert werde!
15:53
ich bin essener und lebe seit vielen jahren schon in berlin. sowohl in essen als auch natürlich in berlin nutze ich den öpnv täglich bzw. (in essen, wenn ich mal da bin) regelmäßig.
1) das bvg-netz plus s-bahn in berlin ist wirklich sehr gut gesponnen. für die 38 km von meinem wohnort in berlin-wedding nach potsdam zur arbeit benötige ich mit öpnv von tür (haus) zu tür (büro) 45 minuten (7 minuten u-bahn, 22 minuten regionalexpress, rest fußwege, umsteigezeiten). ich gehe von meiner wohnung in 3 minuten zur u-bahn, die im berufsverkehr alle 3 minuten fährt. der regionalexpress re 1 fährt alle 30 minuten. wenn ich den re 1 verpasse, nehme ich von bhz zoo die s-bahn, die alle 10 minuten nach potsdam fährt. mit der s-bahn bin ich etwas über 30 minuten bis nach potsdam hbf unterwegs.
2) will man sich im ruhrgebiet nach einem solchen vorbild orientieren, nimmt man sich einiges vor. es würde bedeuten, dass man z.b. straßenbahnverbindungen zwischen städten herstellt, vertaktung und vernetzung von umsteigezeiten, anschaffung längerer s-bahnzüge mit mehr platz während des berufsverkehrs (auf der haupt-sbahn-linie im ruhrgebiet do-bo-e-du fällt mir auf, dass in der s-bahn relativ wenig platz zur verfügung steht). zugegeben, ich wohne in berlin recht zentral. wenn man in frohnau lebt und nach neukölln muss, wird man dies in 60 minuten auch in berlin nicht schaffen. genauso im ruhrgebiet. aber diese 10-10-60-faustformel würde motivieren, in welche richtung es gehen sollte.
3) was mir in essen positiv aufgefallen ist bei der evag: ganz gut gelungene vertaktungen bei umsteigebahnhöfen wie hbf und z.b. bredeneyer kreuz. moderne und komfortable busse. wenn der essener hbf fertig ist, wird sich dort hoffentlich auch eine menge zum besseren wenden. sauberkeit ist beim hbf ein riesenproblem. ich bin nicht allzu pingelig, aber gerade die bahnstationen (auch s-bahn) wie hbf, essen-west, borbeck usw. sind teilweise in einem desolaten zustand. da muss die bahn jetzt mehr tun.
4) negative beobachtungen: die bahnhöfe auf der u 18 von mh nach essen hbf. bei der haltestelle wickenburg braucht man gehörschutz - solch ein lärm unter der brücke ist unerträglich. und - wie gesagt - sauberkeit von stationen (siehe punkt 3).
5) ohne entschlossene strukturelle veränderungen bei den städtischen verkehrsgesellschaften wird es nicht gehen. es fängt beim zaunkönigtum von geschäftsführern zahlloser kommunaler verkehrsbetriebe an, geht weiter über verschiedene anstriche, und wird sicher bei strukturen wie werkstätten nicht enden. zu viele doppel- und x-fachstrukturen kosten geld - des nutzers, der steuerzahler.
6) in den öpnv zu investieren, auch wie freiburg mit attraktiven umwelttickets z werben und mehr fahrgäste anzulocken, evt. am rande des ruhrgebiets auch durch den ausbau von p+r-bahnhöfen, macht sinn. im ruhrgebiet ist die a40, der ruhrschleichweg, ja eine verkehrsverhinderungsader. (nur) investitionen in den öpnv verhindern auf dauer den verkehrsinfarkt in den städten und ballungsräumen wie dem ruhrgebiet. aber es muss ein guter und attraktiver öpnv sein, sonst bleibt es bei sonntagsreden.
15:53
Was für einen Typen hat Rüttgers denn da wieder ausgegraben. Seine erste Ankündigung ist die das er nicht glaubt irgendetwas in seinem Arbeitsbereich ÖPNV auf die Reihe zu kriegen.
Im Vergleich zu Fr. Schäfer ist das zwar ehrlicher aber sicherlich kein Grund der Regierung Rüttgers zu vertrauen.
15:30
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
15:16
Dr.Seltsam
Eisenbahen sind keine Straßenbahnen!
14:59
@ Nr. 18 Pocka
selbstverständlich gab es eine direkte Verbindung von RE nach BO.
Straßenbahn Linie 305, mit der bin ich selbst noch gefahren
http://www.trampicturebook.de/tram/germany/vestische/index.htm