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Vermisste (68) gut gelaunt am Strand

03.07.2008 | 22:07 Uhr

KOMMISSAR ZUFALL. Pflegerin eines Altenheims entdeckt deutsche Seniorin auf Gran Canaria.

ENGELSKIRCHEN. Polizei und Vormund hatten sich große Sorgen um die verschwundene Inge H. gemacht. Die 68-Jährige galt als orientierungslos, ist zudem auf Medikamente angewiesen. "Wir haben durchaus befürchtet, dass ihr etwas passiert sein könnte, dass wir sie irgendwo leblos im Wald finden", sagt Polizeisprecher Jürgen Dzuballe über die Ausgangsposition der Ermittler Ende April. Doch die Suche mit Hubschrauber und Bluthunden blieb ergebnislos - bis jetzt der Zufall weiterhalf. Ausgerechnet eine Pflegerin des Altenheimes, in dem Inge H. lebt, entdeckte die Vermisste während ihres Urlaubs wohlgelaunt und gut gebräunt - am Strand auf Gran Canaria.

Wie Inge H. dorthingekommen ist und warum, ist nach wie vor ein Rätsel. Die Polizei-Bluthunde hatten zwar die Spur der 68-Jährigen aufgenommen, aber an einer Bushaltestelle endgültig verloren. Hatte die Vermisste einfach den nächsten Bus zum Flughafen Köln/Bonn genommen und danach einen Platz im Ferienflieger in Richtung Playa del Ingles gebucht? Inge H., die möglicherweise eigene Geldreserven hat, lebt offenkundig nicht gerne in dem Altenheim, und zumindest zeitweise, so Polizeisprecher Dzuballe, muss sie auch ihre lichten Momente haben. Eine Flucht also?

Um die Hintergründe ihrer aktuellen Situation zu klären, bat die deutsche Polizei inzwischen die spanischen Behörden um Hilfe. Sie sollen herausfinden, unter welchen Umständen Inge H. derzeit lebt.

Zurück nach Engelskirchen muss sie vorerst nicht; ihr Vormund hat im Moment keine Einwände dagegen, dass die 68-Jährige auf der Ferieninsel bleibt. (NRZ)

MICHAEL MINHOLZ

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