Vater organisiert Demo gegen Missbrauchs-Urteil
05.06.2009 | 08:34 Uhr 2009-06-05T08:34:00+0200
Dorsten. Ein Vater aus Dorsten ist empört: Mit zwei Jahren auf Bewährung kam der Nachbar davon, der seine siebenjährige Tochter missbrauchte. Viel zu wenig, meint der Vater. Und will eine Demo organisieren. Auch die Deutsche Kinderhilfe beklagt: Räuber werden härter bestraft als Kinderschänder.
Es ist vor allem der Gedanke daran, dass der Täter weiter frei umherläuft. Dieser Gedanke ist für Sascha H. fast unerträglich. Zwei Jahre auf Bewährung hat der Mann bekommen, der seine siebenjährige Tochter sexuell missbrauchte. „Nach der Verhandlung wäre ich ihm am liebsten an den Hals gegangen. Aber ich habe an meine Familie gedacht“, sagt der Vater aus Dorsten. Er selbst kann das Urteil nicht anfechten. Doch seine Wut fand einen anderen Weg: Am 27. Juni will H. eine Demonstration organisieren. Eine Demo gegen alle Kinderschänder in Dorsten soll es werden. Ein Protestzug quer durch die Innenstadt, vorbei am Haus, in dem der Täter jetzt wohnt. Der Antrag liegt schon bei der Kreispolizei in Recklinghausen. „Irgendeiner muss sich doch wehren“, sagt H.
Sexueller Missbrauch von Kindern müsse härter bestraft werden, fordert auch die Deutsche Kinderhilfe. „Unser Rechtssystem ist in eine Schieflage geraten“, sagt Kinderhilfe-Vorsitzender Georg Ehrmann. „In Deutschland bekommt ein Tankstellenräuber eine härtere Strafe als ein Kinderschänder.“ Der Grund: Raub, Steuerhinterziehung oder sexuelle Gewalt gegen Frauen gelten grundsätzlich als Verbrechen. Die meisten Fälle von Kindesmissbrauch würden dagegen nur als Vergehen eingestuft. Die Mindeststrafe für Kinderschänder beträgt demnach sechs Monate. Das Verfahren kann zudem eingestellt werden. Für Verbrechen liegt die Mindeststrafe dagegen bei einem Jahr. „Kinder werden zu Opfern zweiter Klasse degradiert“, sagt Ehrmann.
Mit Hundewelpen in die Wohnung gelockt
Dass Kindesmissbrauch von Juristen oftmals unterbewertet wird, stellte im vergangenen Jahr, mitten im Wahlkampf, auch Bayerns Justizministerin Beate Merk (CSU) fest. Kurz darauf entdeckte Sachsen-Anhalts Justizministerin Angela Kolb (SPD) das Thema für sich. Beide plädierten dafür, Kindesmissbrauch endlich grundsätzlich zum Verbrechen zu erklären. Merk kündigte eine Bundesratsinitiative zur Gesetzesverschärfung an. „Bis jetzt haben wir davon nichts mehr gehört“, klagt Ehrmann. Kein Wunder: Die Antrag wurde zwar auf den Weg gebracht, liegt aber derzeit im Rechtsausschuss des Bundesrates auf Eis. In dieser Legislaturperiode passiert wohl nichts mehr, sagt der Sprecher der bayerischen Ministerin.
Für den Dorstener Fall kommt die Initiative ohnehin zu spät. Der Täter hatte das Mädchen aus der Nachbarschaft im Januar diesen Jahres in seine Wohnung gelockt. Er wolle ihr Hundewelpen zeigen, versprach er dem Kind. Stattdessen missbrauchte er die Siebenjährige. Dabei wurde er von seinem Stiefsohn überrascht. Zur Tatzeit soll der Mann rund zwei Promille Alkohol im Blut gehabt haben.
Vor Gericht war der 49-Jährige geständig. Damit ersparte er seinem sprach- und lernbehinderten Opfer die Aussage und bescherte sich selbst eine geringere Strafe. Ein Deal, von dem Opfer und Täter scheinbar gleichermaßen profitierten. Georg Ehrmann spricht jedoch von einer Unsitte, die in solchen Prozessen immer häufiger zu beobachten sei. „Die Straftäter kommen bei einem Geständnis mit einem milderen Urteil davon, weil das Kind nicht mehr aussagen muss“, sagt Ehrmann. Das Problem sei aber, dass die Opfer im Vorfeld oft nicht fachgerecht vernommen würden. Die Folge: Die Aussagen könnten vor Gericht nicht verwendet werden. „Bei fachgerechter Vernehmung müsste das Kind ohnehin nicht mehr vor Gericht aussagen. Absprachen mit dem Täter wären dann nicht nötig“, sagt Ehrmann.
Staatsanwältin will Urteil anfechten
Entscheidend für ein milderes Urteil war für das Landgericht Essen im Dorstener Fall auch, dass der Täter sich nicht mehr im sozialen Umfeld der betroffenen Familie befinde. Der Mann wohnte zur Tatzeit im selben Haus. „Doch auch jetzt lebt er nur zwei Kilometer Luftlinie von uns entfernt“, klagt H. Sein Nachbar war nicht vorbestraft und ist laut Gutachten nicht pädophil. „Eine schwere Tat, aber nicht der schwerste denkbare Fall“, urteilte die Richterin.
Doch auch die zuständige Staatsanwältin Yvonne Rothe ist offenbar anderer Meinung. Die Staatsanwaltschaft Essen hatte vier Jahre Haft für die Tat beantragt. Rothe plädiert dafür, gegen das Urteil in Berufung zu gehen. Bis Freitag wolle man darüber entscheiden, teilte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft mit.
14:42
Mein Onkel wohnt in unseren Hause,und ist ein Kinderschänder.wie Haben eine Räumundklage gemacht aber ohne erfolg.Der Richter ist für ihn.Nun müssen wier aus unsere eigenen Hause Ausziehen.Er Hat sich an unsere Tochter Herrangemach.Die Saadtsanwaltschaft hat sich das einfachgemach und das Verfahren eingestellt.
16:33
Muss eine Person politisch links stehen um gegen Verbrecher zu demonstrieren? Warum müssen die ewig Gestrigen von der extremen und radikalen linken Szene immer von Nazis schreien, wenn jemand lieber konservativ ist und rechts steht? Lieber ein demokratischer Rechter, wie die Republikaner laut Bundesverfassungsgericht, als ein brutaler linker Chaot der keine andere Meinung gelten lässt. Wichtig ist, das gegen solche Monster wie Kinderschänder demonstriert wird. Ein Rechter ist mir immer lieber als ein Kinderschänder. Oder ist das bei den Linken anders? Lieber Kinderschänder als rechts?
11:46
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11:05
Halb Deutschland steht regelmässig unter Alkoholeinfluss, was soll das aussagen über die Qualität der Charaktäre???
Die Einen haben herausgefunden, dass die 68´er Schuld an allem sind,die Nazis sind der Meinung, dass Nazis Kindern nichts antun können, welch ein Hohn, natürlich ist für andere der Alkohol dran schuld, wie auch die Medien ihren Anteil daran haben.
Sofort anständig Kohle in die Kinderbetreuung und Bildung, keinen blinden Gehorsam anerziehen sondern Achtsamkeit, es gibt viele konstruktive Möglichkieten, eine Demo gegen Kinderschänder ist allein viel zu kurz gedacht.
07:42
Habe mal eine Frage: Wieso habt ihr eurer Kind einem Mann anvertraut der angetrunken bzw. besoffen war? In der Zeitung steht das der Vater sich mit dem Angeklagten zuvor ein paar Longdrinks zusammen getrunken hat, oder stimmt dies nicht so? Falls es doch so zutrifft kann ich nicht nicht nachvollziehen, als Mutter, wie man dann jemanden der unter Alkoholeinfluss steht sein Kind anvertrauen kann?
S.A.
07:41
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00:28
Hallo, wir stellen uns seit dem Tag der Tat die Frage warum ? ohne Antwort. Wir sind dabei eine Homepage zu erstellen gegen Missbrauch. www.gegen-kinderschaender.eu.ki . Jeder Besucher ist Willkommen
13:43
hallo, der handzettel wurde von der ag-ruhr-mitte.info verteilt wie wir durch die Polizei erfahren haben. Wir haben damit aber nichts zu tun. Es ist eine Gruppe auf die wir nicht weiter eingehen möchten und werden. Ob mit Bild oder nicht, steht dort auch nicht. Auf dieser Seite stehen zwei Artikel und verweisen auf die Aktion mit den Handzetteln.
13:19
hallo, habt ihr soeine handzettel gesehen ?
sieht man den täter da ganz oder auch nur so wie in der bild
10:34
Hallo Katja71, danke für die tollen Worte. Wir wünschen euch auch viel Glück, wobei man bei Missbrauch nicht mehr an Gerechtigkeit glauben kann. Der Anwalt des Täters hat in der Dorstener Zeitung (vom 09.06.2009) geschrieben das dass Urteil angemessen war.