Unterricht der Zukunft - Das iPad kommt ins Klassenzimmer
23.02.2011 | 15:27 Uhr 2011-02-23T15:27:00+0100Köln. Die Kaiserin-Augusta-Schule in Köln ist Vorreiterin in Sachen Technik. Als eine von wenigen Schulen in Nordrhein-Westfalen nutzt sie iPads. Ein Lehrer setzte die Idee durch, trotz vieler Skeptiker. Die Idee ist nun Wirklichkeit und die Schüler nutzen die Geräte im Unterricht.
In der Schule der Zukunft gibt es Bildschirme statt Bücher. Lehrer belohnen Schüler mit Smileys im Dokument statt mit Stickern im Heft. Und die Tastatur ersetzt den Tintenfüller.
Ist das die Schule der Zukunft? Nein, das ist die Schule der Gegenwart: Am Kölner Gymnasium Kaiserin-Augusta-Schule findet seit Anfang Februar Unterricht online statt - mit dem iPad. Die flachen Computer im Format zwischen DIN A4 und DIN A5 (242,8 mal 189,7 mal 13,4 Millimeter) von Apple sorgen für eine hohe Motivation der Schüler. Da ist sich zumindest Musik- und Religionslehrer André Spang sicher. Er hat die iPad-Initiative gestartet und befindet sich mit seinem Pilotprojekt auf neuen Pfaden.
„Mit dem iPad ist der Unterricht viel flexibler. Die Klasse muss nicht mehr in den Computerraum wechseln und hat das gesamte Unterrichts-Material auf einem Gerät.“ Mathe-Formeln, Musik-Produktionen und natürlich das normale Schreiben, alles sei mit Hilfe von Apps auf dem iPad möglich. „Vielleicht brauchen wir irgendwann nicht einmal mehr einen Stift oder das Erlernen von Schrift, spekuliert Spang. „Aber dieses Thema ist heiß diskutiert.“
„Wir mussten Wände einreißen“
Viel diskutieren mussten er und andere iPad-Befürworter auch an der Schule, bevor sich seine Idee durchsetzte. „Wir mussten Wände einreißen.“ Doch trotz Skepsis besitzt die Schule nun 20 iPads, die Lehrer mit vorheriger Reservierung ausleihen können. „Die Nachfrage steigt“, so Spang. Um weitere Skeptiker zu überzeugen, sind detaillierte Erfahrungen und Tipps zum iPad auf einem Blog der Schule dokumentiert. Dort haben 42 Schüler über iPads im Unterricht abgestimmt und sie positiv bewertet.
Die Geräte finanziere derzeit ein Förderverein. „Die Stadt konnte uns bisher keine Fördermittel zusagen“, bedauert der Lehrer. Vielleicht ist auch die Finanzierung ein Grund dafür, dass bisher wenige Schulen mit dem iPad hantieren. Auch die Gemeinschaftshauptschule Effey in Ennepetal sei iPad-Nutzerin. Die iPads werden vom Schulträger bezahlt. „Als die iPads auf den Markt kamen, haben wir direkt welche für eine Projektklasse bestellt. Damit sind wir europaweit eine der ersten Schulen, die das iPad im Unterricht nutzen“, erklärt Schulleiter Peter Hillebrand. Das Projekt der Effey-Schule laufe seit sechs Monaten. „Wir beraten in den Osterferien, wie wir es ausweiten können.“ Die ganze Stadt habe schon seit einiger Zeit auf das Betriebssystem Apple umgestellt. Werden sich andere Städte diesem EnAppletal anschließen?
„Das gibt es in Deutschland doch noch gar nicht“
Noch herrscht Skepsis gegenüber flächendeckender iPad-Nutzung im Unterricht. An einer Schule in Geseke nahe Lippstadt schreibt ein Lehrer über seine Erfahrungen mit dem neuen Gerät. Seine Bilanz fällt eher negativ aus: „Präsentieren - Hier bin ich absolut enttäuscht“ schreibt „S. Dorok“ in einem Blog. Und: „Der Unterricht stoppt in jeder Klasse zunächst für einige Augenblicke, da zumindest alle männlichen Lerner zunächst ‘Er hat ein iPad – das gibt es doch in Deutschland noch gar nicht’ raunen müssen, bis das Gerät als ARBEITSgerät akzeptiert wird.“ Auch die Apps (Anwendungen für das iPad) seien noch nicht vielfältig genug und die Tastatur umständlicher als herkömmlichen PC-Tastaturen.
„Die Bedeutung des Schulbuches ist ungebrochen“
Die Trends auf der kürzlich stattgefundenen Bildungsmesse Didacta in Hannover geben Spang recht. Andrea Staude, Autorin des Messeberichts schreibt: „Der Markt für neue Medien und Lernsoftware wächst beträchtlich. Gleich eine Reihe von Ausstellern brachte die ‘Tafel von morgen’, das Whiteboard, als multimediales Arbeitsinstrument mit.“ Das digitale Whiteboard kann man sich als Tafel vorstellen, die an einen Computer angeschlossen ist. das Bild wird über einen Beamer projeziert. Doch trotz aller technischer Möglchkeiten sei die Bedeutung des Schulbuches ungebrochen, soll Bildungsministerin Annette Schavan gesagt haben.
Auch Jürgen Baues, stellvertrender Vorsitzender des Philologenverbandes in NRW, ist vorsichtig, wenn es um Neue Medien im Unterricht geht. „Es ist nicht damit getan, dass man Unterrichtsmethoden verherrlicht. Es kommt auf die Lerninhalte an.“ In Nordrhein-Westfalen gebe es zwar viele junge Lehrer, die offen mit neuer Technik im Unterricht umgingen. „Der einzelne Lehrer ist aber vermutlich überfordert“, sagt Baues. „Hier muss das Land Konzepte erarbeiten und den Lehrern das entsprechende Rüstzeug mitgeben.“
Lehrer Spang jedenfalls lässt sich nicht aufhalten. Die 20 iPads sollen erst der Anfang gewesen sein und im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten der Stadt oder von Fördervereinen weitere angeschafft werden. Spang: „Das war erst der Startschuss und noch lange nicht das Ende.“
20:56
Ob da iOS, Windows, Android oder B-ndroid drauf ist, ist doch völlig egal. Es geht darum, es als sinnvolle ERGÄNZUNG zu nutzen. Nicht als Ersatz von Stift und Zettel.
Ich erinnere mich an die Zeit als ich zur Schule ging: PC brauchen wir nicht. Die Basics hab ich mir selbst beigebracht. Und im Job wird es vorausgesetzt. Da werden es bald Tablets sein, die vorausgesetzt werden. Und so dolle unterscheiden sich die Betriebssysteme nun auch nicht. Wie gesagt. Ums Betriebssystem geht es nicht, sonern darum, den Umgang damit zu lernen. Klar reicht es vielen, die PS6 bedienen zu können, aber dafür kann man sich wenig kaufen. Ohne EDV geht es eben nicht mehr. Ob das gut ist oder nicht, steht hier nicht zur Debatte, aber entweder man lebt damit, oder wandert nach Borabora aus und lebt vom Fischen.
(und selbst da hilft das Tablet beim Bilanzieren von Ausgaben/Einnahmen)...
Beim iPad vom Nischenprodukt zu reden finde ich, sagen wir - gewagt.
12:47
Einseitig hat sich selten bewährt.
Der gesunde Mix ist gut.
Natürlich wachsen unsere Kinder mit den neuen Medien auf. Das müssen sie auch. Aber dennoch sollte man nicht nur darauf setzen!
Die Vielseitigkeit sollte sich auch auf die verschiedenen Medien beziehen. Tablet-Computer sind gute Werkzeuge - aber eben nicht alles.
Natürlich kann man so immer die neueste Software nutzen. Aber es kann auch gut sein einfach mal etwas in einem Buch nachzuschlagen.
Und der Satz:
„Vielleicht brauchen wir irgendwann nicht einmal mehr einen Stift oder das Erlernen von Schrift, ...
ist doch wohl etwas zu hoch!
06:44
Wenn die tatsächlich mit der Zukunft gehen wollten dann wäre aber ein Gerät auf Windows basierend besser. Viele Eltern könnte dann auch besser mitreden wenn denn dann die Kinder noch etwas zu Hause machen müssen. Zudem ist und bleiben Appel Produkte Nischenprodukte. Die wollen auch gar nicht die Verbreitung wie es normale PC oder Notebooks haben. Dann können viele Schüler mit Ihrem wissen über Apple später nichts anfangen.
00:20
„Vielleicht brauchen wir irgendwann nicht einmal mehr einen Stift oder das Erlernen von Schrift, spekuliert Spang. Das ist ja mal eine tolle Perspektive! Und das Tablet ist ja soviel praktischer als ein Notizzettel! Insebesondere im Sonnenlicht. Außerdem es gibt ja in buchstäblich jeder Lebenslage Strom. Und so ein Ladegerät ist viel handlicher als ein Stift!
21:11
Prima, dann können die Lehrer ja endlich bald abgeschafft werden. Ein robotisianischer Anleiter leitet die Schüler per Großflachbildschirm an, wie, warum und wieso sie ihre i-pads zu bedienen haben und welches Thema gerade abgearbeitet werden muss. Einziger Nachteil: Selberdenken unerwünscht.
17:26
Wird der Artikel gesponsort (Tablet könnte hier als neutraler Begriff verwendet werden).
Auch aus meiner Sicht ist ein Laptop oder Netbook für Schüler günstiger. Selbst in den Betrieben kommen Tablets bisher kaum zum Einsatz.
17:17
Wie sagte Frau Bildungsministerin: Der Trend zum Schulbuch ist ungebrochen.
Fast gleich äußerte sich vor 100 Jahren der deutsche Kaiser Wilhelm II., als er sagte, dass das Kraftfahrzeug ein kurezlebiger Trend ist, der das Pferd nie verdrängen wird.
So kan man sich täuschen, Frau Bildungsministerin.
15:54
Das klingt eher nach einem Vorreiter in Sachen Technik, und nach jemandem der mit der Zeit geht. Anstelle von iPads hätte man jedes andere vernünftige Tablet nehmen können. Es geht einfach darum, mit der Zeit zu gehen. Vor 15 Jahren wurde noch gemoppert und die Verantortlichen an den Pranger gestellt, bzw mussten sich rechtfertigen, als von den gleichen Fördergeldern Computer (muss das denn sein?!) angeschafft wurden.
@ Domeneit: Setzen Sie sich mal mit der Geschichte von Star Trek und Technik auseinander. Danach denken Sie über das Thema anders. Dabei geht es nicht um Apple, sondern um die Zeit, unser derselben voraus zu sein, Visionäre und das Nutzen von Ideen und Möglichkeiten.
15:27
Klingt nach dem Alleingang eines geblendeten Appleliebhabers... Was ein Förderverein für die geschätzten 10.000€ alles sinnvolles hätte spendieren können, mag man sich garnicht ausdenken.
17:26
Wenn sie nicht die Eltern mit einbeziehen, in der Ausbildung, sind alle bemühungen seitens der Schule vergeblich.
Kinder die zuhause keine Ordnung vorgelebt bekommen, werden sich auch in keiner Schule anpassen.
Nach der Schulzeit: Es ist nicht Sache eines Ausbilders, dem Lehrling pünktlichkeit / gewissenhaftigkeit / bei zu bringen.