Umnutzung des Flughafens Essen-Mülheim gefordert
01.08.2009 | 10:40 Uhr 2009-08-01T10:40:00+0200
Essen. Der Flughafen Essen-Mülheim spielt im Kommunalwahlkampf (fast) keine Rolle, aber hinter den Kulissen geht die Kontroverse weiter. Denn die Gefahr, dass dort ein Ausweichflughafen für Düsseldorf enstehen könne, sei noch nicht vom Tisch, sagen einige Flugplatz-Kritiker.
Waldemar Nowak und Reiner Fuchs von der Schutzgemeinschaft Fluglärm Essen-Mülheim: „Es gibt einen Konsens in Essen und hier viel Druck auf den Kessel gegen diesen Flughafen. Aber in Mülheim wird versucht, eine Altlast am Leben zu halten.”
Der derzeitige Essener Flughafen-Konsens sieht so aus: Die Oberbürgermeister-Kandidaten der großen Parteien haben sich übereinstimmend bei einer Diskussion in Kettwig gegen einen Geschäftsflughafen und einen Düsen-flugbetrieb in Essen-Mülheim ausgesprochen. Eine parteiübergreifende Stadtteilkonferenz hat Ende Juni in Haarzopf einmütig gefordert, die derzeitige Nutzung des Flughafengeländes aufzugeben.
Ausstiegsszenario für den Flughafenbetrieb
Diese „große Koalition” ermutigt die Flughafen-Gegner zu weiteren Schritten. Vom künftigen Essener Stadtrat erwarten sie, ein Ausstiegsszenario für den Flughafenbetrieb zu entwickeln. Sie erneuern die alte Forderung aus dem Ratsbeschluss von 1990, keine Flugbewegungen mehr an Wochenenden zuzulassen und sie rufen nach einem Masterplan für eine alternative Nutzung des Geländes. Mit dem Masterplan, sagen die Flugplatz-Kritiker, könnte der bisher vorgesehene Büro- und Gewerbepark fortentwickelt werden. Dabei denken sie an innovative Technologien und regenerative Energieträger. Ein solcher zukunftsweisender Technologiepark, davon sind Fuchs und Nowak überzeugt, könnte in Zusammenarbeit mit heimischen Energieversorgungsunternehmen, der Uni Essen-Duisburg und der neuen Fachhochschule in Mülheim entwickelt werden „und für beide Städte einen Gewinn bedeuten”.
Die Sprecher sind sich einig in ihrer Analyse: „Einen Status Quo auf dem Flughafen gibt es nicht mehr.” Im vergangenen Sommer hatte sich die Stadt Mülheim den Essener Protesten angeschlossen, kein flugaffines Gewerbe wie Wartungs-, Probe- und Montagebetriebe für Düsenflugzeuge zuzulassen.” Damit sei einem Ausbau des Flughafens ein entscheidender Riegel vorgeschoben worden. Aber: „Von SPD und FDP in Mülheim gibt es immer wieder ein massives Störfeuer, sie treten dort im Gegensatz zu CDU, Grünen und MBI für einen Ausbau ein.” Deshalb sei die Gefahr, dass in Essen-Mülheim ein Ausweichflughafen für Düsseldorf entstehen könnte, noch nicht vom Tisch. Vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf laufen Klagen der Schutzgemeinschaft gegen drei erteilte Düsenfluggenehmigungen.
Mindestens 50.000 Flugbwegungen jährlich
Die Flughafen-Gegner werfen den Befürwortern vor, mit falschen Zahlen zu operieren. Derzeit müsse von mindestens 50.000 jährlichen Flugbewegungen ausgegangen werden. Es gebe immer mehr Schulflüge mit zeitlich unbeschränktem Starten-Landen-Starten-Landen, Flugrouten und Mindestflughöhen würden nicht eingehalten, sowie steigende Hubschrauberaktivitäten.
Und in Zeiten von Feinstaub-Zonen müsse man auch verstärkt über Schadstoffbelastungen durch Flugzeuge diskutieren. Und über einen gut 600.000 Euro jährlichen Zuschussbedarf durch die öffentlichen Haushalte.
10:11
Komisch, über den 5 lt. Diesel-PKW wird rumgekackt. CO² - Feinstaub - Lärmbelästigung.
Und diese verfluchten abgef. Fliegewütigen werden gelobt für ihren Dreck. Danke Mülheim-Essen
00:14
Zu #17 - r.kant
r.kant setzt sich mal wieder vehement für die BONZEN ein. Dieser Einsatz ist keine Meinung sondern einfach nur Schwachsinn ! Schönen Gruß an Westerwelle
12:01
Richtig. Desshalb sollte Düsseldorf den Flughafen als Wartungsstandort für Maschinen nutzen können. Über einen kleinen Flughafen will ich hier garnicht rede. Wir ziehen das Ding ganz groß auf. Perfekte Infrastruktur ist ja bereits vorhanden.
Dann trägt der Flughafen sich schnell von ganz alleine.
07:27
Es hat bis heute keiner geschafft einen Plan für eine positiv wirtschaftliche Nutzung vorzulegen.
Aber es gibt ausnahmslos Beispiele dafür, dass kleine Flughäfen immer Subventioniert werden müssen, auch über Gewerbesteuereinnahmen hinaus.
11:17
Richtig MrDH!
Düsseldorf wird ja von den Kritikern auch immer wieder in Frage gestellt.
Welcher Flughafen verursacht eigentlich den Fluglärm? Ich kann mich nicht dran erinnern das ich Rüttenscheid oder Bredeney jemals eine Maschine wahrgenommen habe die in E/MH gelandet ist. Der Lärm kommt von der Anflugstraße nach Düsseldorf.
Ich bin aus wirtscahftlichen Gründen Befürworter des Flughafens!
Gruß
10:11
Lieber Hensen,
ich habe keinen persönlichen Vorteil vom Flughafen, aber der Standort Essen / Ruhrgebiet hat dadurch eine wirtschaftlichen Vorteil (Großkonzerne, Messe, Sport, Kultur).Jetzt wird zwar wieder kommen wir haben Düsseldorf in der Nähe, aber das ist kein Argument, da die Slots in DUS schon sehr begrenzt sind und man schon mal einen halben Tag oder länger auf einen Slot warten muss. (da der Vorteil von Mülheim: keine Wartezeiten --> Kostenersparnis).
Durch diesen wirtschaftlichen Vorteil hängen dann ja auch viele bis sehr viele Arbeitsplätze ab und das nicht nur in einem Bereich.
Das nächste wäre der ökologische Vorteil gegenüber einem Gewerbegibt, da an einem Flughafen viel nicht versiegelte Flächen sind und auch drum rum.
Würde der Flughafen vernünftig genutzt, wäre er auch kein Zuschussbetrieb mehr und würde sich selber tragen. (es werden dann keine Steuergelder mehr benötigt)
Ich glaube der Fluglärm hat den Horizont der Fluglärmgegner schon arg vernebelt. (Da hilft dann wohl nur wegziehen).
PS: von einem Technologiepark hätte ich sogar einen persönlichen Vorteil da ich da sicherlich einen Job finden würde.
22:22
Was, lieber MrDH, haben Sie persönlich für einen Vorteil vom Flughafen um sich so dafür einzusetzen?
Außer, dass Sie diesen mit Steuergeldern unterhalten und dies vielleicht rechtfertigen wollen.
09:43
Da wäre ich mir nicht so sicher hensen (#80).
Ich bin auch kein Hobbypilot bzw. Berufspilot und befürworte den Flughafen.
A) War der Flughafen vor den meisten Anwohner da und sie wußten was sie erwartet wenn man in die Gegen zieht.
B) Wer sich da nicht wohlfühlt kann weg ziehen.
Nur wenn die Hobbypiloten nicht mehr ihr Hobby ausüben dürfen, dann sollte man auch das Motoradfahren verbieten. Ich glaube Motorräder machen genauso viel Lärm wie Propellermaschinen oder kleine Düse, aber da regt sich ja keiner drüber auf wenn knatternde Motorräder über die Straßen fahren.
22:42
So langsam wird mir klar, es gibt gar keine Flughafen-Befürworter.
Das sind nur ein paar internetfähige Hobbypiloten.
Also keine Aufregung!
20:13
an die RÜ; SORRY1