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Türkisch-Islamische Union startet Bau der Kölner Zentralmoschee

08.11.2009 | 09:59 Uhr

Köln. Der Bau der Kölner Großmoschee hat nach langen politischen Debatten begonnen. Am Samstag wurde der Grundstein für das islamische Gotteshaus gelegt. Der Bau war vor allem wegen der Ausmaße umstritten gewesen. Der Bauherr betonte, es solle ein Haus für Menschen jeden Glaubens werden.

Mit einer feierlichen Grundsteinlegung ist am Samstag der Bau der Zentralmoschee in Köln-Ehrenfeld begonnen worden. Das Gebäude soll eine rund 35 Meter hohe Kuppel und etwa 50 Meter hohe Minarette bekommen. Zu der Grundsteinlegung angereist war auch der Präsident des Amtes für Religiöse Angelegenheiten der Türkei, Ali Bardakoglu.

Der Vorsitzende des Amtes fuer religiöse Angelegenheiten in der Türkei, Ali Bardakoglu spricht bei der Grundsteinlegung der Zentralmoschee der Türkisch-Islamischen Union DITIP. Foto: ap

Bauherr der Moschee, um die es wegen deren Größe kontroverse Diskussionen gegeben hatte, ist die DITIB, die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion. DITIB-Vertreter betonten, dass das islamische Gotteshaus nicht nur eine Stätte des Betens, sondern auch eine Begegnungsstätte für Menschen jeden Glaubens werde.

Schramma für seinen Einsatz gewürdigt

Von den Teilnehmern der Zeremonie erhielt Kölns Ex-Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU) den meisten Applaus, weil er das Projekt von Anfang an auch gegen Widerstände in seiner Partei verteidigt und vorangetrieben hatte. Am Rande der Grundsteinlegung demonstrierte die rechtspopulistische Bürgerbewegung «pro NRW» gegen den Bau. Zu Zwischenfällen kam es nicht.

Grußworte sprachen Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche und der Synagogengemeinde. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte eine Grußadresse geschickt. Der Integrationsbeauftragte für das Land NRW, Thomas Kufen, begrüßte den Bau mit einem «Willkommen» in türkischer Sprache.

Mit Beifall aufgenommen wurde auch die Ankündigung des türkischen Staatsministers für Auslandstürken, Faruk Celik, der sich im Rahmen der Religionsfreiheit für den Erhalt des christlichen Pilgerzentrums im osttürkischen Tarsus, der Geburtsstadt des Apostels Paulus, einsetzen will. Dieses ist von Konfiszierung bedroht. Besonders Kölns Erzbischof Kardinal Joachim Meisner setzt sich für die dortige Kirche ein.

Viele Diskussionen im Vorfeld

Die neue Moschee soll ein Gemeindezentrum ersetzen, das bislang in einer alten Fabrikhalle untergebracht war. Die Diskussionen in der Planungsphase hatten bundesweit für Schlagzeilen sorgten. So gab es heftige Kritik an der Höhe der Minarette, Anwohner fürchteten mehr Verkehr und Händler Konkurrenz durch ein Einkaufszentrum.

Der Entwurf des deutschen Architekten Paul Böhm, der 2005 den Architekturwettbewerb gewann, soll mit seiner teilweise durchbrochenen Kuppelform Offenheit symbolisieren. Die beiden Minarette werden von benachbarten Häusern um fast das Doppelte überragt. Der Gebetsraum wird über 2000 Quadratmeter groß sein, daneben gibt es Büros, ein Kulturzentrum mit Bibliothek und Konferenzraum, Sport-, Gewerbe- und Sozialräume sowie einen Schul- und Seminarbereich mit einer Gesamtfläche von rund 8000 Quadratmetern.

Ende 2010 soll der Rohbau beendet sein. Die Gesamtkosten werden auf rund 20 Millionen Euro geschätzt, sie werden von der DITIB und Spenden getragen. Öffentliche Mittel wurden nicht beantragt. (ddp)

DerWesten

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