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Münsters Wahrzeichen

Tierfreunde suchen nach Trauerschwan "Petra"

02.02.2009 | 12:55 Uhr
Tierfreunde suchen nach Trauerschwan "Petra"

Essen. Der „Freundeskreis Schwarze Petra” sucht weiter unermüdlich nach Münsters verschwundenem Wahrzeichen: einem unglücklich verliebten Trauerschwan. Man mag „das Schlimmste” schon nicht mehr ausschließen.

Eigentlich wollte Reinhold Wiens am Samstag nach Xanten fahren. Zu Petra. Am Niederrhein war mehrfach ein Trauerschwan gesichtet worden, der wie Petra aussieht. Dann die Ernüchterung: „Anhand von Fotos haben wir festgestellt, dass das Tier in Xanten nicht Petra ist”, sagt Reinhard Wiens. Und so blieben er und die anderen 57 Mitglieder des „Freundeskreises Schwarze Petra” am Wochenende zuhause in Westfalen, um weiter zu warten. Warten auf Hinweise und, nun ja: auf Petra.

Neujahr verschwand sie

Foto:ddp

Der Stadt Münster ist ihr Wahrzeichen abhanden gekommen. Am Neujahrsmorgen war Petra, die berühmte Schwänin, einfach weg. Seitdem herrscht in der ansonsten eher beschaulichen Westfalen-Metropole Aufruhr. Mit Suchplakaten und Zeitungsaufrufen wird nach Petra gefahndet; mehrere Fernsehteams waren schon vor Ort am Aasee, um den „Freundeskreis Schwarze Petra” bei der Suche zu unterstützen.

Das gewaltige Medienecho kommt wenig überraschend. Denn es ist ja so: Berlin hat Knut, den putzigen Eisbären. Nürnberg hat Flocke, den putzigen Eisbären. Und Münster hat eben Petra, den Schwan mit dem Tretboot-Tick.

Im Mai 2006 erzählten Fernsehteams und Reporter erstmals die Geschichte von dem spleenigen Trauerschwan in Westfalen, der sich unsterblich in ein weißes Plastik-Tretboot verliebt hatte. Die Bilder von Petra, wie sie im Schlepptau des schmuddelig-weißen Kitsch-Kahns ihre Bahnen zog, gingen um die Welt.

Marketingkampagne

Mitte 2006 war klar: Petra ist Münster. Der Trauerschwan brachte die Westfalen-Metropole international ins Gespräch, Petra zog besser als jede Marketingkampagne. Das wussten auch die Politiker von der Unabhängigen Wählergemeinschaft Münster – und hatten da eine ziemlich pfiffige Idee. Sie regten im Dezember 2006 im Rat an, eine „Schwarze Schwänin” in das Münsteraner Stadtwappen einfügen zu lassen. Mit sehr überschaubarem Erfolg: „Nach kurzer Diskussion zog Herr Pfau den Antrag der UWG-MS/ödp-Fraktion zurück”, wurde im Sitzungsprotokoll vermerkt.

Reinhold Wiens „Freundeskreis Schwarze Petra” formierte sich indes erst zwei Jahre später. Im Herbst 2008 untersagte die Stadt Münster, die gesundheitlich angeschlagene Petra im Zoo versorgen zu lassen. Begründung: Der Trauerschwan sei ein wildes Tier und könne daher nicht im Tierpark behandelt werden. Fünf Tierfreunde gründen daraufhin den Freundeskreis, um Pflege und Versorgung des Tieres sicherzustellen. Mittlerweile zählen sie 58 Mitglieder, jeder gibt zwölf Euro pro Jahr.

Seit Petras Verschwinden koordiniert der Freundeskreis die Suche – und trotzt dem Medienrummel. „Ich hatte in den letzten vier Tagen 180 Anrufe, davon waren allein 60 Presseanfragen”, sagt Reinhold Wiens. Aus ganz Deutschland gingen Hinweise von Menschen ein, die glauben, Petra entdeckt zu haben. „Die letzten Anrufe kamen aus Norddeutschland und vom Bodensee. Im Moment ist aber keine heiße Spur dabei.” Meist zeigen Fotos die ersten Anhaltspunkte. „Petra wurde vor drei Jahren am linken Fuß operiert. Daran können wir sie erkennen.” Letzte Gewissheit könne zudem Freundeskreis-Kollegin Rita Thieme geben: „Sie kann Petra mit einem speziellen Pfiff anlocken.”

Vereinsguthaben spenden

Und so steht Petras Holzhütte am Aasee-Ufer weiter leer, während bei Wiens pausenlos das Telefon klingelt. Er mag das Schlimmste mittlerweile nicht mehr ausschließen. „Es ist natürlich möglich, dass Petra von einem freilaufendem Hund oder einem wilden Tier gerissen wurde, weil sie so zutraulich ist”, sagt er. In diesem Fall würde sich der Freundeskreis auflösen. „Unser Vereinsguthaben würden wir an eine Tierschutz-Organisation spenden.”

Münster wäre dann um eine Attraktion ärmer: Es blieben: unzählige Fahrräder, eine traditionsreiche Universität, ein prächtiger Dom. Und ein grauenhaftes Plastik-Tretboot.

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Thomas Dressel

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Kommentare
10.02.2009
15:09
Tierfreunde suchen nach Trauerschwan Petra
von dette70 | #8

Wenn das die einzigen Sorgen der Menschen sind - man gehts uns gut! Also aufhören zu jammern (Finanzkriese, Harz4, Wetter) und alle man auf Schwansuche

03.02.2009
15:50
Tierfreunde suchen nach Trauerschwan Petra
von Derek | #7

Wenn ich Flügel hätte wär ich bestimmt nicht mehr im kaltem DE.

Kalt in jeder Hinsicht.

02.02.2009
08:36
Tierfreunde suchen nach Trauerschwan Petra
von Das BO | #6

@Geflügelfreund: Vielleicht solltest Du Deine geistigen Ergüsse besser bei professionellen Helfern absondern.In diesem Forum allerdings bist Du der Einzige, der über Dich lacht. Aber diese Situation dürfte Dir ja vertraut sein.Gute Besserung!

02.02.2009
00:30
Tierfreunde suchen nach Trauerschwan Petra
von radieschen | #5

Der schwarze Schwan, hier fälschlicherweise Petra genannt, heißt Juliane und lebt praktisch fast auf meinem Hausboot in der Nähe von Münster.
Ich verschicke demnächst Postkarten an Interessenten.
Interessant ist, dass ich englisch mit dem Schwan reden muss. Auf eine Ansprache in deutsch reagiert er überhaupt nicht.

01.02.2009
23:32
Tierfreunde suchen nach Trauerschwan Petra
von Heike.m | #4

Es gibt hier am Niederrhein immerwieder schwarze Schwäne auf den Seen zu beobachten.
Toppersee hat fast jeden Winter ein Päärchen und am Elfrather See schwimmt diesen Winter auch eins.
Die sind garnicht so selten.
Vielleicht ist Petra dabei?!

01.02.2009
21:13
Tierfreunde suchen nach Trauerschwan Petra
von daisyblue | #3

Das ist leider die Kehrseite der Medaille:
Wildvögel, die zutraulich werden, geraten eher in eine Falle. Traurig ist das schon, Ob Petra einen echten Partner gefunden hat?
Man darf sich der Illusion nicht hingeben, denn Schwäne bleiben ihren Partnern ein Leben verbunden, auch wenn es nur ein Tretboot ist.

01.02.2009
18:44
Tierfreunde suchen nach Trauerschwan Petra
von assiddi | #2

Klar, nach dieser Silvesterballerei dachte der Schwan es sei Krieg und machte die Flatter. Wenn er klug ist hat er Deutschland verlassen und sich eine Heimat gesucht wo weniger Trollos rumknallen. Liegt doch nahe oder?

01.02.2009
18:10
Tierfreunde suchen nach Trauerschwan Petra
von geflügelfreund | #1

Vor zwei Wochen hatte ich am Sonntag Pute auf dem Tisch.
War ein Schnäppchen an der Haustür für 26 Euro.
Hat ganz schön mächtig Platz eingenommen beim braten in der Röhre.
Ich bin mir jetzt so nicht mehr sicher ... war das nun Pute oder...

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