Tausende demonstrieren friedlich gegen Rechts
10.05.2009 | 17:28 Uhr 2009-05-10T17:28:00+0200
Köln. Die Proteste gegen den "Anti-Islamisierungskongress" in Köln sind weitgehend friedlich verlaufen. Entgegen der Ankündigung der rechten Veranstalter, waren nur wenige hundert Pro NRWler erschienen. Ein massives Polizeiaufgebot sorgte für eine Trennung der Lager.
«Köln - kein Konstantinopel» steht auf dem Schild über der Bühne zu lesen, die Aktivisten der rechten Partei «Pro Köln» am Samstag auf dem trostlosen Schotterplatz im Stadtteil Deutz aufgebaut haben. Aus den Lautspechern erklingen Schlager - deutsches Liedgut, das die wenigen Besucher auf den sogenannten Anti-Islamierungskongress der Rechten einstimmen soll. Die städtebauliche Ödnis des Platzes am Deutzer Bahnhof und der altbackene Rechtspopulismus der Kongressveranstalter könnten zusammen einen angemessenen Rahmen für ein unbedeutendes Treffen von Polit-Sektierern bilden - wären da nicht tausende Polizisten, die Deutz an diesem Tag zu einer Festung machen.
Fiasko im September
Genau 5641 Beamte aus ganz Deutschland waren an den vergangenen Tagen in Köln zusammengezogen worden, um bei der Neuauflage des Anti-Islam-Kongresses für die Sicherheit zu sorgen. Bereits im vergangenen September hatte «Pro Köln» ein vergleichbares Treffen in der Domstadt abhalten wollen und dabei ein Fiasko erlebt: Die Polizei sagte die Kundgebung damals unmittelbar nach ihrem Beginn ab - aus Sicherheitsgründen, weil es zuvor Zusammenstöße zwischen Beamten und gewalttätigen Linksautonomen gegeben hatte.
Am Samstag hingegen bleibt es abgesehen von einigen Rangeleien zunächst ruhig, was auch am Polizeiaufgebot gelegen haben dürfte: Jedem Gegendemonstranten steht mindestens ein Polizist gegenüber. Denn die Rechten haben zwar rund 2000 Teilnehmer für ihren Kongress gegen eine angeblich drohende Islamisierung und den Bau von Großmoscheen angekündigt - es kommen am Samstag aber nur wenige Hundert. Die Zahl der Gegendemonstranten, unter die sich auch kleinere Gruppen von Linksradikalen mischen, beziffert der Deutsche Gewerkschaftsbund auf etwa 5000, was freilich nach Einschätzung von Beobachtern deutlich zu hoch gegriffen scheint.
Duell der Transparente
Rund 50 meist jungen «Pro Köln"-Gegnern gelingt es, sich am Samstagmorgen unter die Teilnehmer des Kongresses auf dem Versammlungsplatz zu mischen, während mehrere Tausend auf der gegenüberliegenden Seite des Bahnhofs friedlich demonstrieren - streng abgeschirmt durch das gigantische Polizeiaufgebot. So kommt es lediglich am Ort der öffentlichen «Pro Köln"-Versammlung zur direkten Konfrontation zwischen Rechten und Linken.
Getrennt nur durch mobile Absperrgitter und unter scharfer Beobachtung durch die Ordnungshüter liefern sich Kongressteilnehmer und mit Trillerpfeifen ausgerüstete Gegendemonstranten ein Duell der Transparente: «Grundgesetz statt Scharia», lautet die Aufschrift auf einem Plakat der Rechten - «Rassisten stoppen - kein Raum für Pro Köln» steht auf Transparenten der Linken zu lesen.
Ende nach drei Stunden
Ein solches Plakat hält auch ein alte Dame mit weißem Haar den «Pro Köln"-Sympathisanten entgegen. «Ich habe die Nazi-Zeit miterlebt», sagt die 77-Jährige aus dem Kölner Arbeiterstadtteil Vingst. «Meine Eltern wurden damals aus politischen Gründen von den Nationalsozialisten verfolgt.» Kopfschüttelnd schaut sie zur «Pro Köln"-Bühne hinüber und fügt hinzu: «Ich will nicht, dass diese braune Soße wieder überschwappt.»
Andere Gegendemonstranten finden drastischere Worte für ihren Protest. Als einer der Kongressredner von der Bühne verkündet, multikulturell sei gleichbedeutend mit «multikriminell», skandieren die Demonstranten: «Ekelhaft, ekelhaft» und «Ihr macht euch lächerlich». Immer wieder schallen «Nazis raus"-Rufe über den Schotterplatz. Beifall brandet unter den Gegendemonstranten auf, als am Himmel eine Propellermaschine mit einem langen Transparent «Minge Fruend es Ausländer» («Mein Freund ist Ausländer») eine Kurve über den Kundgebungsplatz zieht. Die Protestaktion hat der AStA der Kölner Uni organisiert.
Nach rund drei Stunden und einem ebenso langen Pfeifkonzert seiner Gegner beendet «Pro Köln» die Versammlung. Ein starkes Polizeiaufgebot geleitet die Kongressteilnehmer zu einem leicht zugänglichen Gleis des Deutzer Bahnhofs. Begleitet werden die Rechten von weiteren Sprechchören und dem beißendem Spott der Gegendemonstranten. «Nieder mit der Nazipest», skandieren sie zum Abschied, und «Ihr habt den Krieg verloren.» (afp)
Aus der Community: Abgepfiffen in Köln
14:53
@ #103 Keinplatzfürdoofnazis & friends:
Leute, wenn ihr doch wenigstens sachliche Argumente hättet, dann könnte man mit euch wenigstens vernünftig diskutieren. Gegen Nazis, Faschisten, Rassisten, Antisemiten jeder Couleur etc. bin ich auch. Das undifferenzierte und undurchdachte Diffamieren solcher Leute aber (die im Grunde nichts anders tun als ihre Besorgnisse zu dem Thema zu äußern) als Nazis ist so dumm und abgedroschen, daß es fast schon wieder weh tut.
10:39
@Elektrosteiger
Jetzt geben wir die Zurückhaltung wohl ganz auf, was ?! Die Zuckungen im rechten Arm scheinen stärker zu werden....
21:45
#102: Bravo für diesen gelungenen Vergleich.
Schonmal was von dem Rohstoff Erdöl gehört?
Wer so intelligent ist wählt bestimmt die Linke ..
21:43
@ #102 RoteSocke. Das ist auch kein Wunder, da die Christen in diesem Land mehr oder weniger Zugereiste sind, die wegen einer Tätigkeit einreisen, und dieses Land ohnehin verlassen (müssen), wenn diese Tätigkeit beendet ist. Der Aufenthalt dieser Leute ist also nicht etwa von lebenslanger Dauer, wie dies wohl angenommen werden soll. Wirkliche Religionsfreiheit gibt es auch in Abu Dhabi nicht. Wohl können Christen Muslime werden, niemals aber Muslime zu Christen. Selbst dieses Musterländle taugt nicht zum Erweis der Gutheit der Länder des Orients, in denen es für Christen sehr viel dramatischer zugeht, als Sie dies hier wohl glauben machen wollen.
20:50
Wenn ich die BRD als christlich orientiertes Land und Abu-Dhabi als islamisch geprägtes Land insbesondere wirtschaftlich miteinander vergleiche, dann geht dieser Punkt eindeutig nach Abu-Dhabi. Wenn es wirklich so unmenschlich in diesen Ländern im Orient zuginge, wären bestimmt nicht soviele deutsche Christen bereit, dort hinzuziehen.
20:16
Tausende demonstrieren friedlich gegen Rechts
Es ging gar nicht gegen die Rechten, sondern nur gegen Leute, die sich gegen den Islam wehren wollten.
Und, wenn sich ein Bürgermeister, der in einem Vorort wohnt, wo es keine Moscheen gibt, sich auf die Seite der Islambefürworter stellt, dann ist das schon ein trauriges Bild für Deutschland.
Diese Demos und die Ausagen des Bürgermeisters der Stadt Köln haben nur der Verbreitung des Islamismus in D geholfen.
Und, wer immer noch glaubt, das die Muslime zur Bereicherung unsere Gesellschaft beitragen, der glaubt auch, das ein Zitronenfalter Zitonen faltet...
14:17
Wenn der Adolf erleben könnte, wer heute alles Nazi genannt wird, der würde sich noch einmal erschießen.
Die von den PRO-Parteien sind konservative Systempolitiker, die die BRD erhalten wollen. Auch der Davidstern ist bei denen gern gesehen. Seltsame Nazis fürwahr.
13:23
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13:15
Jupp, wer nicht im Kollektivzwang gegen rechts ist, der ist logischerweise Natzi. Wieviel Angst muß man haben, wenn man diese Ansicht teilt ?
Und ist es nicht interessant, daß eine Handvoll angeblicher Natzis schon ausreicht, daß die Horden wieder marschieren, wie einst vor über 60 Jahren ? Faschismus ist eine Sache, aber der Freind der Demokratie ist die Blödheit. Und davon gibt es in Köln reichlich, in beiden Lagern. Marschiert schön, ihr tollen Anti-Natzis.... am Ende seid ihr genauso austauschbar, wie alle anderen.
13:15
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