Städte zunehmend gespalten in arme und reiche Viertel
19.08.2008 | 12:20 Uhr 2008-08-19T12:20:00+0200
Essen. In den Städten rücken Arm und Reich, Alt und Jung, Eingesessene und Zugewanderte immer mehr auseinander. Eine Duisburger Expertin fordert nun eine Analyse der sozialen Lage für jede Stadt. Und sie sagt: In manchen Stadtteilen sind Schulkinder die einzigen, die regelmäßig morgens aufstehen.
Klartext steht im Armutsbericht 2007 des Landes. "Arm und Reich, Alt und Jung, eingesessene und zugewanderte Bevölkerung rücken immer mehr auseinander", konstatieren die Experten für die Stadt Essen. Die "räumliche Segregation" der Stadt haben sie bis ins Detail analysiert, die Ergebnisse belegen: Die Kluft zwischen den sozialen Brennpunkten und den gut situierten Vierteln wächst, die sozialräumliche Spaltung nimmt zu. In Duisburg sieht es nicht anders aus, der Sozialbericht der Stadt - 210 Seiten lang - ist ernüchternd bis erschütternd. Doch der kühle Blick auf die Realität weist auch aus, wo dringend gehandelt werden muss.
Ute Klammer, Professorin und Expertin für Soziale Arbeit und Sozialpolitik, fordert diesen exakten Blick auf die Wirklichkeit generell ein. "Dieser Prozess ist in jeder Stadt zu beobachten: Die Segregation schreitet fort", sagt die künftige Prorektorin für Diversity Management an der Universität Duisburg-Essen (UDE) im WAZ-Gespräch.
Dass diese "immer wichtiger werdende Perspektive" im jüngsten Armutsbericht der Bundesregierung kaum der Rede wert ist, sei ein großer Fehler, sagt sie. "Die Armutsprobleme und Chancen sozialer Teilhabe müssen in Deutschland stärker als bisher auch in ihrer räumlichen Verteilung betrachtet werden."
Wo es wirklich brennt
Die sozialen Rahmendaten für eine Stadt - etwa Arbeitslosenzahl, Zahl der Hartz-IV-Empfänger, der Alleinerziehenden, der Kinderarmut, der Jugendlichen ohne Schulabschluss oder der Alten, die nur von der Grundsicherung leben - sagen nicht viel aus. Der exakte Blick auf die Situation in jedem Stadtteil - "oder sogar in einzelnen Straßenzügen" - zeige, wo es wirklich brennt.
Beispiel Duisburg: Rund 159 000 der knapp 501 000 Einwohner im Jahr 2005 haben ausländische Wurzeln. Die Bevölkerung sank zwischen den Jahren 2000 und 2005 um 5,2 Prozent. Das waren 12 600 Menschen insgesamt - 9 300 davon Deutsche.
Die größten Verluste gab es im linksrheinischen Bezirk Homberg/Ruhrort/Baerl mit 4,7 Prozent. In Kasslerfeld (-9,6), Homberg-Hochheide (-8,3), Marxloh (-6,3) und Hüttenheim (-5,8) zogen die meisten Menschen weg.
Die größte Armut gab es in Hamborn und Beeck: 2005 lebte dort fast jeder vierte Mensch von Arbeitslosengeld oder Hartz-IV - im Duisburger Süden nur jeder Zwölfte (8 Prozent). Die Arbeitslosenquote lag in Ruhrort, Hochfeld und Marxloh bei 13, im ländlichen Baerl bei 3,9 Prozent.
Wenn Schulkinder als einzige aufstehen
Für die 50 Essener Stadtteile weist der Landesarmutsbericht ebenso gravierende Unterschiede aus: Der Migranten-Anteil lag zwischen 2,8 und knapp 49 Prozent, die Arbeitslosenquoten streuen zwischen 3,8 und 23,5 Prozent, die "Hilfedichte" der Hartz-IV-Empfänger reicht von 1,6 bis 28 Prozent. "Diese starken Differenzen haben konkrete Folgen für die Menschen, die dort leben", so Klammer.
Von Bildungsgerechtigkeit etwa könne bei so extrem verschiedenen Lebenslagen keine Rede sein. "Es gibt Stadtteile, in denen sind die Schulkinder die einzigen, die regelmäßig morgens aufstehen." Die Empfehlungen fürs Gymnasium seien in dem Umfeld die Ausnahme. Da dürfe eine Kommune nicht tatenlos bleiben. Was also tun? "Jede Stadt muss genau hinsehen, welche Probleme wo geballt auftreten. Dann muss sie alle verfügbaren Hilfsangebote systematisch und gut vernetzen." Einfach abzuwarten, sei falsch.
13:16
ein reines Problem der deutschen Verdrängungspolitik. Jahre, besser Jahrzehntelang den Kopf in den Sand stecken und jetzt aus dem Dornröschenschlaf erwachen. Doch was tun ? Statt einmal selber in die einzelnen Stadtteile zu gehen was mit Sicherheit schon mal ein kleiner Anfang zum Verstehen wäre fordert man nun erst einmal nach einer sicherlich kostenintensiven Analyse. Aber dann kann ja schon behauptet werden das man halt in dieser Angelegenheit tätig ist und sich nun eine noch zu benennende Expertengruppe zusammenschließen wird die wiederum...............feststellen wird das bis auf einige kleine Schönheitsfehler alles bestens ist.
18:21
Nicht Aufstehen
Unterscheide: sekundäre Faulheit und sekundäre Depression bei primärer Dem(ent)okratie
Ein Drittel der Duisburger ist depressiv und der Herrn Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU Duisburg) hat sich als Schirmherr an die Spitze gemacht von Duisburg gegen Depression.
16:34
Die Staedte sollten generell in Ober- und Unterstadt aufgeteilt werden. Ab 250000 Euro Jahreseinkommen darf man oben wohnen. Wer es dorthin nicht schafft ist ein Versager und hat es nicht verdient.
16:14
Ich finde es einfach furchtbar, wie permanent den Leuten, die es wagen an der oftmals gescheiterten Integration von Ausländern Kritik zu üben, sofort Ausländerfeindlichkeit unterstellt wird. Es ist ein Unterschied, ob man ausländerfeindlich oder rassistisch ist, oder ob man bestehende Probleme, die man tagtäglich sieht anspricht und Zustände kritisiert. Ich beispielsweise möchte, dass meine Tochter ein weltoffener Mensch wird, der sich für andere Kulturen interessiert und Menschen anderer Kulturen offen gegenübersteht. Leider sehe ich diese Offenheit auf der Seite vieler unserer türkischen Mitmenschen nicht, die es nicht für nötig halten die Sprache des Landes in dem sie leben zu lernen, die Kultur ihres (selbst gewählten) Heimatlandes zu akzeptieren (z.B. Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau / Jungen und Mädchen) und damit für massive Probleme im Alltag, beispielsweise in den Schulen, sorgen. Wer versucht das wegzudiskutieren ist meiner Meinung nach naiv. Bei aller Weltoffenheit möchte ich nicht, dass mein Kind in der Schule in ihrem eigenen Land zu einer Außenseiterin wird, bloß weil sie nicht türkischer Abstammung ist. Und deshalb ziehen auch wir aus Duisburg-Marxloh weg.
14:29
Der Wille zur Veränderung in den Stadtteilen ist wohl nicht immer vorhanden. In Duisburg-Hochfeld sind z.B. ständig Berge von Sperrmüll auf den Straßen zu finden. Hausbesitzer sparen gerne an der Aufstellung von Mülltonnen. Hier könnte die Stadreinigung mit mehr Aufwand ein besseres Bild schaffen. Leider wage ich nicht auf die Einsicht der Bewohner zu hoffen.
Wenn man sich als Bürger über Belästigungen bei der Polizei beschwert, kommt gerne der Kommentar: In Hochfeld muß man halt damit leben. So wird dat nix mit schöner Wohnen.
13:31
geh doch mit ihm und schaus dir an...
13:06
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12:49
mal ein beispiel aus der praxis, vielleicht wird das ja diesmal nicht gelöscht ! ( GG: eine zensur findet nicht statt )
ich habe mal in xanten eine stadführung, nachts mit einem nachtwächter und romantischen laternen gemacht. das war so schön, daß ich jetzt leute suche, die nachts mit mir durch hochfeld oder marxloh wandern möchten. erstazweise geht auch hochheide oder bruckhausen.
,meldet euch.
12:31
Übrigens ,durch die -ach so intelligente Gesetzgebung- der rot,grün schwarz ,gelben Rohrkrepierer in unserem Vaterland ,findet sich besagter ,einheimischer FACHARBEITER -nach einem Jahr Arbeitslosengeld -sehr schnell in der Situation einer H4 - Empfängerfamilie. -Wat nu ???
12:26
@44 logische Schlussfolgerung : der -z.B. einheimische - Facharbeiter bekommt für seine Arbeit zu wenig Geld. Denn eine Kürzung der H4 -Zahlungen bewirkt ja bestimmt keinen Verslumungsstopp ,oder ?????