Religion
Schulen suchen nach Lösungen für Gebetsräume
04.10.2009 | 11:47 Uhr 2009-10-04T11:47:00+0200
Duisburg/Essen. Das Berliner Urteil zur Religionsausübung an Schulen ist Thema auf den Pausenhöfen an Rhein und Ruhr. Ein 16-jähriger Moslem hatte sich das Recht zum Gebet in der Schule erstritten. Ähnliche Diskussionen haben muslimische Schüler auch in NRW schon geführt.
„Ich habe hier noch keinen beten sehen”, sagt Marvin, 18 Jahre alt und Abiturient am Clauberg-Gymnasium in Duisburg-Hamborn. „Warum sollte man das nicht auch in der Schule tun können?”, fragt dagegen Mitschülerin Aylin. Die Diskussion um Gebetsräume an staatlichen Schulen hat auch die Pausenhöfe im Ruhrgebiet erreicht. Über das Urteil des Berliner Verwaltungsgerichtes vom Dienstag sind die Schüler bestens informiert. Ein 16-jähriger Moslem hatte geklagt, weil er im Weddinger Gymnasium seine Religion ausüben möchte. Auf die Gebete am Vormittag könne er nicht verzichten, argumentierte der Schüler – und das Gericht gab ihm Recht. Ein Präzedenzfall?
„Ich möchte das Thema gar nicht erst anstoßen”
„Was spricht auch dagegen, Gebete stören doch niemanden”, meint die 18-jährige Alev. Sie ist selbst gläubige Muslima, praktiziert die strengen Regeln ihrer Religion jedoch nicht. Trotzdem fällt ihr „kein einziger Grund ein, warum es nicht auch ein Gebetszimmer dafür geben sollte, wenn dafür der Platz da ist”. Eben das ist aber der Knackpunkt in der Diskussion. „Wir kommen kaum mit Klassenräumen aus, wo sollen wir da noch einen Gebetsraum unterbringen?”, fragt ein Essener Schulleiter, der in der Zeitung nicht mit Namen stehen möchte. „Ich möchte das Thema am liebsten gar nicht erst anstoßen, sonst habe ich hier gleich eine riesengroße Debatte.”
Ali Topcuk ist Lehrer für Islamkunde und in der Merkez-Moschee in Duisburg aktiv. Die jetzt aufflammende Diskussion hat er schon früher geführt. Für einige seine Schüler, die sich einen Gebetsraum wünschten, diskutierte er vor zwei Jahren mit dem Leiter einer Duisburger Schule. Auch der schmetterte damals ab: „Es gibt zu wenig Räume.”
Ein sauberer und ruhiger Ort
Die 18-jährige Aylin überzeugt dieses Argument nicht: „Wer betet, möchte sich ja auch an einen stillen Ort zurückziehen können.” Und: In Deutschland gebe es nunmal die „Religionsfreiheit. Da muss dann auch in der Schule dafür gesorgt werden, dass sie gelebt werden kann”. Nach dem Berliner Urteil jedenfalls muss eine Schule keinen festen Gebetsraum zur Verfügung stellen. Im Grunde braucht's den auch gar nicht, findet Bülent Ucar, Professor für Islamische Religionspädagogik. „Für das Gebet brauchen Muslime zur Mittagszeit nur zehn bis 15 Minuten. Verrichtet werden kann es überall – es muss nur einen sauberen und ruhigen Ort geben. Ein leerer Klassenraum reicht völlig für ein Gebet in der Pause.” Das Platzargument vieler Schulleiter hält er für „vorgeschoben”: Er hat lange als Lehrer gearbeitet, „es gibt immer Räume, die für so etwas freistehen.”
Zwar sind die Mehrheit der Schüler am Duisburger Clauberg-Gymnasium Muslime, „aber, wenn die einen eigenen Raum bekommen, dann sollte es für die anderen Religionen auch einen geben”, fordert Arthur (19). Er selbst ist Jude. Mitschüler Marvin ist katholisch getauft, hat grundsätzlich nichts gegen Gebete auf dem Schulhof – auch nicht gegen einen Raum, der eigens dafür eingerichtet würde: „Aber man müsste das mit der Religion schon in die Pausen verlegen.” Muslima Aylin stimmt zu: „Eine Schule ist ja keine Moschee.”
Islamwissenschaftler Bülent Ucar warnt davor, die Debatte auf den Islam zu reduzieren. „Für mich macht es keinen Unterschied, ob ein Jude, Christ, Buddhist oder Moslem das Recht zu Beten vor Gericht erstritten hat.” Es müsse grundsätzlich geklärt werden, wie viel Religion in eine staatliche Schule gehöre.
Versöhnendes schlägt Muhammet Balaban, Vorsitzender des Essener Integrationsbeirates vor: Schulen könnten einen Raum für alle Religionen gemeinsam einrichten. „Das wäre doch eine vernünftige Lösung, die den Unterricht nicht stört. An Universitäten und in Krankenhäusern funktioniert das schon lange!”
18:01
Wenn die christen sich benachteiligt fühlen(oder andere religionen) solln die auch so etwas vordern z.B. ein Gebtsreum für alle
aber wenn die christen es nicht ernst nehmen mit den Gebeten dann ist das doch nicht die schuld der muslime.
(wenn es so rüber kommt als würde ich euch beleidigen tut es mir leid das ist nicht meine Absicht)
17:58
und dann sprechen die von toleranz!!!!!!!!!
17:56
Ihr habts sie doch nicht alle ey!!!! Ich finde jeder sollte ein recht haben seine religion egal wo-frei ausüben zu können!! Das Gebet dauert doch nicht ein eine stunde!!!! in den pausen haben die schulen GENUG leere räume die sie den muslimen für 15 min. zu verfügung stellen können!!! Im Gegensatz zu der mehrheit der Christen gibt es muslime die die gebetszeiten einhalten bzw. wollen. also mal halb lang hier nur weil moslems ihre religion ernster nehmen!!
((16 jährige Halbwüchsige sind doch heutzutage zu dämlich 48 von Gentle))
(der nimmt seine religion wenigstens ernst!!!!)
22:21
Zu Weihnachten wird in Chile eine ruhige Grube frei. Ein idealer Ort...
13:36
An sämtlichen Schulen dieser Welt sollte nur über Weltreligionen und deren wesentliche Inhalte informiert werden, die Ausübung in jedem Fall Privatsache bleiben. Die betroffenen Schüler sollten zuhause oder an anderen geeigneten Orten vor allem um eine friedliche, gerechtere Welt für alle Erdenbürger bitten. Für manche wäre vielleicht außerdem auch ein Gebet um optimale Bildung und Integration in bestehende traditionelle Kulturkreise empfehlenswert, wenn sich ihre Herkunftsfamilien für ein Leben in denselben entschieden haben.
14:58
Haben die Berliner Richter heute auch schon gekifft? Sie müssen doch sicher Urteile fällen!!!
12:24
Armes Deutschland und armes Europa: Wir sind christlich geprägt, hängen unsere Kreuze ab und schaffen anderen Religionen genau das, was wir brauchten. Wie paradox. Den Rechtsprechern kann man nicht mehr vertrauen, weil sie den christlichen Grundätzen nicht mehr gerecht werden. So schaden sich Deutschland und Europa selbst, sind aber zu blind, es zu bemerken. Der Abgrund ist nahe.
09:42
Haben wir nicht lange genug gebraucht, um Kirche und Staat zu trennen? Wenn es Gebetsräume geben sollte, dann doch erst einmal für die in Deutschland am meisten praktizierte Religion.
Das Raumproblem ist ebenfalls ein Argument, vor allem, da ja auch andere Religionen darauf Anspruch hätten, und ein Gebetsraum je Religion paßt in keine Schule. Zudem dürfen Muslime im nachhienein bzw. auf Vorrat beten. Damit besteht kein Grund, in der Schule beten zu müssen. Ich bin ja mal gespannt was passieren würde, wenn ein deutscher im iran darauf klagt, einen christlichen Gebetsraum zu bekommen. Da wäre was los.
08:59
Wir leben hier in Deutschland. Wann wird das eigentlich von den Muslimen begriffen? auf einer Seite sollen die Kreuze abgeschafft werden und auf der anderen Seite sollen für Muslime Gebetsräume errichtet werden. Es ist unverschämt, wie hier in Deutschland von den Muslimen versucht wird, uns zu untergraben.
08:34
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