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Ruhrgebiet und Sauerland verlieren stark an Einwohnern

16.07.2009 | 06:58 Uhr
Ruhrgebiet und Sauerland verlieren stark an Einwohnern

Essen. Das Land NRW hat 2008 mehr als 60.000 Einwohner verloren und liegt nun deutlich unter der 18 Millionen-Marke. Besonders in Ruhrgebiet und Sauerland schrumpft die Bevölkerung. Und die Landeshauptstadt Düsseldorf steht kurz davor, Dortmund als zweitgrößte Stadt in NRW abzulösen.

Wer sind die größten im ganzen Land? Das Statistische Landesamt hat gestern Klarheit in den ewigen Wettbewerb der Städte gebracht. Köln liegt - Stichtag 1. Januar 2009 - mit 995 420 Einwohnern auf Platz 1. Es folgen Dortmund mit 584 412, Düsseldorf mit 584 217 und, weiter abgeschlagen, Essen mit 579 759 Einwohnern.

Doch noch in diesem Jahr wird sich die Rangfolge ändern, sagen die Statistiker der WAZ-Mediengruppe. In dem äußerst knappen Rennen wird Düsseldorf Dortmund von Platz 2 verdrängen. Die Landeshauptstadt wird dann mit rund 586.000 größer sein als die Konkurrentin aus dem Ruhrgebiet, die weiter leicht an Einwohnern verliert.

West boomt, Ost verliert

Die Tendenz bei den Großstädten steht stellvertretend für den Trend im ganzen Land. Er kommt massiv ins Rutschen: West boomt, Ost verliert. Östliche Regionen, das Ruhrgebiet und weite Teilen Westfalens, schrumpfen und werden dies beschleunigt weiter tun. Stark betroffen ist das Sauerland, das in den nächsten zwanzig Jahren in einigen Teilen bis 15 Prozent Einwohner verlieren wird. Im Revier sind Hagen (minus 15,4 Prozent) und Herne (minus 12,2 Prozent) die Verlierer.

Im Westen dagegen locken die Boomstädte Köln, Düsseldorf, Bonn und das übrige Rheinland die Menschen an. Düsseldorf wird 2015 die Grenze von 600.000 Einwohnern überschreiten. Die benachbarte Domstadt wird in wenigen Jahren sogar zur Millionen-Metropole. Die Ex-Bundeshauptstadt Bonn führt die Wachstumsliste an.

Nordrhein-Westfalen insgesamt verlor im letzten Jahr noch einmal 63 557 Einwohner. Es liegt jetzt bei 17,93 Millionen. 150.000 Menschen wurden geboren, fast 190.000 starben. Weil gleichzeitig und erstmals seit 1985 weniger Bevölkerung einwanderte als wegzog, rechnen die Statistiker auf lange Sicht mit dramatischen Einbrüchen. Denkbar ist, dass NRW 2050 nur noch 15,9 Millionen Einwohner haben wird.

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Dietmar Seher

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