Rheinländer leben am Tagebau in Angst
21.07.2009 | 16:31 Uhr 2009-07-21T16:31:00+0200
Essen/Erkelenz. Die Nachrichten aus Nachterstedt schüren die Angst der Anlieger von Garzweiler II. Einige von ihnen kämpfen schon seit 25 Jahren gegen den Tagebau.
Wenn das Jahrhundert zu Ende geht, liegen Jackerath, Kückhoven und Katzem am See, Holzweiler und Kuckum drin. Das ist noch etwas hin, aber sie graben ja längst; das „Restloch”, das bleibt, wenn Garzweiler II nach dem Jahr 2045 keine Kohle mehr hat, wird ein „Restsee”, so steht es in den Plänen. 23 Quadratkilometer soll das Gewässer einst haben – der Concordia-See in Nachterstedt hat gerade vier.
„Und denen dort”, sagt Hans-Josef Dederichs, „wird man auch immer gesagt haben, alles sei sicher.” Und jetzt ist bei „denen dort” das Ufer eingebrochen, Dederichs sah es „mit Bestürzung”, man könne daran sehen: „Es ist kein Verlass, rund um solche Löcher passieren Sachen, die hat man nicht im Griff.” Nun wohnt die Familie Dederichs in Kuckum, das ist derzeit noch sechs Kilometer vom Grubenrand entfernt, aber wenn der See kommt: weg. Nächstes Jahr beginnen sie hier mit der Umsiedlung, 2030 rücken die Braunkohlebagger an.
25 Jahre gekämpft
Hans-Josef Dederichs steht einer Bürgerinitiative vor, die „Stop Rheinbraun” heißt, woran man sieht: Sie kämpfen schon lange. Rheinbraun ist jetzt RWE Power, und „Stopp” schreibt man mit zwei P – sie wehren sich 25 Jahre gegen den Tagebau, aber er kommt immer näher. Und das ungute Gefühl auch. Denn den Nachrichten aus Nachterstedt folgte der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) mit seinen Warnungen vor „ähnlichen Risiken” und „unabsehbarem Schadenspotenzial” auch im Rheinland.
In Kerpen-Buir am Rande des Abbaugebietes Hambach haben sie sowas immer geahnt: „Die Angst ist schon lange da”, sagt Hubert Frambach, aber aus Sachsen-Anhalt bekam er nun Bilder dazu – „ein Horrorfilm”. Er wohnt hier in einer „Grubenrandgemeinde”, auf einem „Filetstück” des Tagebaus, das 1997 schon einmal einen Wassereinbruch erlebte. Und er kennt die Pläne: „Sehr kurze Übergangszone”, sagt Frambach, was bedeutet: Im Streifen zwischen Buir, und dem, was er „Steilküste” nennt, liegt die Autobahn 4. „Das wäre eine noch schlimmere Variante”, fürchtet der Chef einer Bürgerinitiative: „Wenn plötzlich Hunderte Autos ins Nichts fielen.”
Am Indeschen Ozean
Auch vor seiner Tür wird ein See entstehen, der größte aber wächst ab 2030 in Inden bei Düren: 1100 Hektar, mehr als der Chiemsee. Sie sprechen hier vom „Indeschen Ozean”. Nachterstedt hat einen Tümpel dagegen, aber genau das macht den Rheinländern Sorgen: „Potenziert sich die Wirkung am Ende auch?” Er hoffe, sagt Hubert Frambach, „die wissen, was sie tun.”
RWE Power jedenfalls, der Betreiber des Braunkohle-Tagebaus, verwies am Montag erneut auf die unterschiedlichen Gegebenheiten der Abbaugebiete in Ost und West – und warnte vor Panikmache: Es sei unseriös, wegen des Unglücks die Sorgen und Ängste der Bürger in NRW zu schüren.
23:34
Über Kernkraft brauchen wir seit Tschrnobyl und
Fukoschima nicht mehr zu reden, wer Kernkraft für sicher hält verschließt die Augen vor der Wahrheit. Braunkohle heiß den Teufel mit dem Belzebub austreiben. Es gibt genügend Studien die, die Gefahren der Kohle belegen aber auch dort verschließen wir die Augen. Die neueste Studie der Uni Essen, die erste die in NRW anerkannt wird, besagt: Es gibt einen Zusammhang zwischen Feinstaub und Todesfolgen. Die EU sagt klipp und klar: In Deutschland sterben jährlich 64.000 Menschen an Feinstaub. Feinstaub ist der wohl größte Verursacher für Krebs (Lungenkrebs und Leukämie). Allein der Tagebau Hambach ist für
136 Tonne Feinstaub pro Tag verantwortlich.
Während die EU errechnet hat das der gesamte Autoverkehr in Deutschland für 150 Tonnen Feinsatub verantwortlich ist. Alle Beführworter der Braunkohle können ja an den Tagebaurand ziehen
und ihren Frauen und Kindern dann erzählen warum sie krank sind bzw krank geworden sind.
13:04
Sonnnenenergie wird ausreichen - aber erst ab 2050ff.
Mein Vorschlag: Die Höhn und den Gabriel im Baggersee versenken, dann können die Uferböschungen auch nicht mehr abrutschen...
11:43
Ausländer rein - Rheinländer raus!
11:27
natürlich wird sie ausreichen. Es muss nur jemand den Leuten klar machen, dass sie in Zukunft nur noch Strom verbrauchen können wenn die Sonne scheint oder der Wind weht.
Aber dafür haben sicher alle Verständnis.
11:09
Doch es wird ausreichen.
10:08
Kernkraft will man nicht - Braunkohle will man auch nicht - Steinkohle ist ja auch gefährlich, das Gas dreht uns der Russe ab, also sollten wir uns schonmal auf ein Leben ohne elektrischen Strom einstellen - denn Wind- und Solarenergie alleine wird nicht ausreichen...