Rentner gesteht Dreifachmord - die Opfer „mussten weg“
19.02.2010 | 16:56 Uhr 2010-02-19T16:56:00+0100
Mönchengladbach.Im Prozess um den Dreifachmord von Schwalmtal hat der angeklagte 72-Jährige Rentner aus Unna die Taten am Freitag gestanden. Die Opfer seien selbst Schuld gewesen an ihrem Tod, sagte er vor dem Landgericht Mönchengladbach. Die Morde seien geplant gewesen.
Ein 72-jähriger Rentner hat am Freitag vor dem Landgericht Mönchengladbach den Mord an zwei Anwälten und einem Gutachter gestanden. Der Mann sagte, die drei Opfer hätten „weg“ gemusst. Sie seien dafür verantwortlich gewesen, dass sich der Verkauf des Hauses seiner Tochter in die Länge gezogen habe. Die Opfer seien deshalb selbst schuld gewesen, dass sie erschossen wurden. „Die mussten weg. Feierabend“, sagte der aus Unna stammende Mann auf Nachfragen des Richters.
Der Angeklagte hatte aus Verärgerung über den langwierigen Verkauf des Einfamilienhauses seiner Tochter zwei 38 und 70 Jahre alte Rechtsanwälte sowie einen 48-jährigen Immobiliengutachter des Kreises Viersen erschossen. Ein 50 Jahre alter Gutachter wurde schwer verletzt.
Täter kannte keine Gnade
Laut Geständnis hatte sich der Rentner einige Zeit vor der Tat überlegt, die Rechtsanwälte seiner Tochter, seines früheren Schwiegersohnes und den ebenfalls am Verkauf des Hauses beteiligten Immobiliengutachter zu erschießen. Er habe die gesamte Situation nicht mehr ertragen. Seine Tochter habe rund um den Verkauf des Hauses mehrere Prozesse verloren, sein früherer Schwiegersohn habe alle Anwälte seiner Tochter bestochen.
Eines der späteren Opfer habe ihn angefleht, nicht zu schießen. Daraufhin habe er erklärt, das käme zu spät. „’Das hättest Du Dir früher überlegen müssen’, hab ich gesagt“, sagte der 72-Jährige vor Gericht.
Am zweiten Verhandlungstag wurde als Zeuge auch der Immobiliengutachter gehört, den der Angeklagte lebensgefährlich verletzte. Der 50-Jährige wurde per Videovernehmung befragt. Er hatte sich zuvor geweigert, mit dem Angeklagten in einem Raum zu sitzen. Unter anderem leidet der Mann unter posttraumatischen Belastungsstörungen und befindet sich in psychiatrischer Behandlung.
Für den Prozess sind noch neun weitere Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil soll Mitte April verkündet werden. (ddp)
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