Das aktuelle Wetter NRW 23°C
Umwelt

Reaktor offenbar knapp an Katastrophe vorbeigeschlittert

19.07.2009 | 20:11 Uhr
Reaktor offenbar knapp an Katastrophe vorbeigeschlittert

Jülich. Das Umweltministerium geht laut einem Medienbericht Fehlern bei dem abgeschalteten Atom-Versuchsreaktor in Jülich nach. Hintergrund sei die «extrem starke radioaktive Kontamination des Reaktorkerns». Möglicherweise schlitterte der Forschungsreaktor nur knapp an einer Katastrophe vorbei.

Der Betrieb des 1988 abgeschalteten Forschungsreaktors in Jülich hat möglicherweise ein politisches Nachspiel. Wie das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» am Samstag vorab berichtete, geht das Bundesumweltministerium der Frage nach, ob Betreiber und Atomaufsicht in Nordrhein-Westfalen eventuell versagt haben. Hintergrund für den überraschenden Vorstoß sei die «extrem starke radioaktive Kontamination des Reaktorkerns».

Info
Forum

Forenthemen - Peak Oil und CO – Wir brauchen Kernenergie!

Diskutieren Sie mit anderen DerWesten-Lesern

Einer wissenschaftlichen Analyse zufolge ist der Forschungsreaktor laut «Spiegel» über Jahre hinweg mit viel zu hohen Temperaturen betrieben worden und möglicherweise nur knapp an einer Katastrophe vorbeigeschlittert. Durch die Verwendung unausgereifter Brennelemente und die hohen Temperaturen sei der Reaktorkern mit extrem hohen Mengen radioaktiver Isotope verunreinigt, sagt der Autor der Studie, Rainer Moormann. Moormann hat jahrelang in der Sicherheitsforschung in Jülich gearbeitet. Nach Ansicht des Darmstädter Öko-Instituts handelt es sich aufgrund der hohen Kontamination um einen der «problematischsten Reaktoren weltweit». In zwei Jahren soll der Reaktorkern deshalb komplett mit Kränen herausgehoben und in ein eigens erbautes Zwischenlager auf dem Forschungsgelände verfrachtet werden.

Dort soll seine Strahlung dem Magazinbericht zufolge 30 bis 60 Jahre abklingen, bevor er möglicherweise zerkleinert und in ein Endlager transportiert werden kann. Schon vor Monaten wurde der Koloss demnach mit 500 Kubikmeter Porenleichtbeton verfüllt. Spätestens seit diesem Zeitpunkt, heißt es bei der für den Rückbau zuständigen Firma EWN, sei eine Gefährdung für Mensch und Umwelt ausgeschlossen gewesen.

DerWesten

Facebook
 
Kommentare
19.07.2009
23:15
Reaktor offenbar knapp an Katastrophe vorbeigeschlittert
von dasKollektiv | #30

Und wenn man hier die Betrugsversuche der Kernkraftbetreiber auf Wikipedia liest..:
http://www.heise.de/newsticker/Atomindustrie-kontra-Umweltaktivisten-in-der-Wikipedia--/meldung/142203

19.07.2009
17:57
Reaktor offenbar knapp an Katastrophe vorbeigeschlittert
von Pete2009 | #29

@#25

Ich verstehe auch nicht warum alle die Sicherheit der Kernkraftwerke anzweifeln, wenn unsere Politiker und ihre Experten sagen die sind sicher, dann sind die das auch.

Das ist genauso wie früher als die Kirche und deren Experten gesagt haben, die Erde ist eine Scheibe und irgendwelche Spinner einfach behauptet haben es sei nicht so.

Und, hatten die etwa recht?

19.07.2009
16:16
Reaktor offenbar knapp an Katastrophe vorbeigeschlittert
von Meinemal | #28

Das mit Mrd. Steuergeldern gesponserte Jülicher (Kern)Forschungszentrum fungiert jetzt als halbstaatliches Umweltzentrum. Angeblich hat dort immer eine Blüte deutschen Forschungsgeistes gearbeitet. Alles wurde irgendwie berechnet und war immer unter Kontrolle der dort Arbeitenden. Wieso wurde dann der Kernreaktor bei viel zu hohen Temperaturen betrieben ? Und warum wurden die dort entstanden radioaktiven Isotope qualitativ bzw. quantitativ nicht nachgewiesen ? Eigentlich bleibt nur der Schluss, dass der damalige Forschungsreaktor auf Risiko betrieben wurde und Grenzen der Matrialbelastungen erforscht werden sollten. Aber vielleicht waren alle dort Beschäftigten nur dämlich und verantwortungslos !

19.07.2009
14:56
Reaktor offenbar knapp an Katastrophe vorbeigeschlittert
von Elektrosteiger | #27

Eine Frage sei gestattet, warum wir der gesamte Atommüll nicht zum Mars geschickt. Denn es ist ja bekannt, das der MARS verbrauchte Energie zurückbringt...

P.S., bitte das nicht dem Minister Gabriel erzählen, sonst macht der das wirklich...

19.07.2009
14:47
Reaktor offenbar knapp an Katastrophe vorbeigeschlittert
von martinnuevo | #26

Wunderschönes Thema um die Angst der Deutschen wieder einmal ein bisschen mehr zu schnüren!
Die ach so klugen Kommentare hier sind ja zum heulen. Wie verblendet und gutgläubig sind denn alle geworden. Bitte mal das Gehirn anwerfen, sich damit auseinandersetzen und nicht allen Mist glauben.
Ich warte ja auf den Artikel, indem erklärt wird, dass es den Weihnachtsmann doch gibt. Der in den Medien natürlich groß breitgetreten wird und plötzlich es doch jeder wusste, dass es ihn gibt.
Leute, es ist Wahlkampf! Natürlich ist Kernkraft risikobehaftet, aber nicht so extrem wie man uns versucht glaubhaft zu machen. Hier wird nämlich aus 1 und 1 ganz schnell 3 gemacht, weil sich die 3 besser verkauft bzw. dem Zweck dient.
Allein nur mal den klugen Menschenverstand einschalten, denn es sollte eigentlich zu denken geben, dass es jetzt zufällig aufgefallen ist, dass so etwas vor über 20 Jahren vorgefallen ist.
Und erinnert euch bitte mal an den letzten Super-Gau hier in Deuschland.

MfG

19.07.2009
13:54
Reaktor offenbar knapp an Katastrophe vorbeigeschlittert
von comptur | #25

Die Speicherproblematik ist heute schon gelöst. ??? Sicherlich man mache um den Solarstrom zu speichern aus ganz Deutschland ein Pumpspeicherwerk. Leider ist dann kein Platz mehr für Menschen und Häusern mit Solardächern vorhanden.
Allerdings besteht überhaupt kein Anlaß ihn zu speichern, da sein Anteil über die Zeit gerechnet maximal 0,5 % beträgt.
Solardachbesitzer leben auf Kosten des kleinen Mannes, der jede Kilowattstunde Strom mit zusätzlich 50 Cent bezahlen muß.
Außerdem kann die Strommafia keine Solarkollektoren verbieten. Sie sind verpflichtet diesen Strom in ihr Netz einspeisen zu lassen und zahlen dafür einen überhöhten 10 fachen Erstellunspreis.
Und wenn die Sonne nicht scheint kommt der Strom aus einem Atomkraftwerk der Strommafia. Du kannst ganz beruhigt deinen PC laufen lassen. Der Benötigt allerdings einen Speicher, den Arbeitsspeicher.

19.07.2009
12:41
Reaktor offenbar knapp an Katastrophe vorbeigeschlittert
von Hans Wurst | #24

Atomenergie ist totsicher!

19.07.2009
12:16
Reaktor offenbar knapp an Katastrophe vorbeigeschlittert
von kuba4711 | #23

Das mit den Solarzellen ist spätestens in 3 Jahren so weit.
Die Speicherproblematik ist heute schon gelöst.
Es hapert an der praktischen Umsetzung. Die Strommafia blockiert wo sie kann .

19.07.2009
11:05
Reaktor offenbar knapp an Katastrophe vorbeigeschlittert
von krüwalda | #22

Schön zu wissen, dass die Produktionskosten für Solarzellen in den nächste 20 Jahren so gering sein werden, dass es sich lohnen wird die Hausdächer und die Fassaden der Hochhäuser als Stromlieferanten zu nutzen. Es wird dann weiterhin konventionelle Kraftwerke geben, aber das Speicherproblem bei alternativer Energieproduktion wird bis dahin vielleicht auch gelöst sein, dann hat es sich erledigt mit Kernkraft. Allerdings werden nachfolgende Generationen noch lange mit Atommüll beschäftigt sein.

19.07.2009
07:53
Reaktor offenbar knapp an Katastrophe vorbeigeschlittert
von zebra19022000 | #21

die amis waren auf dem mond...
nie wieder krieg nach dem 2.weltkrieg...
die rente ist sicher...
die bundeswehr führt nur humanitäre hilfe im ausland...
politiker der brd sind glaubhaft und ehrlich...
und der weihnachtsmann ist ein osterhase....
und alle brd bürger sind doof wie eine heidekartoffel...wer glaubt da schon an eine atomreaktor katastrophe!?.....

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/481467/create

Aktuelle Fotos und Videos
Abriss des RWE-Stadions
Bildgalerie
RWE
Heftige Unwetter in NRW
Bildgalerie
Unwetter
Aus dem Ressort
Suspendierter islamistischer Polizist kennt geheime Akten
Salafismus
Ein salafistischer Polizist soll auch Glaubensbrüder observiert haben. So konnte er wohl auch streng vertrauliche Dokumente durchforsten. Der Beamte aus Duisburg wurde inzwischen vom Dienst suspendiert. Innenminister Ralf Jäger prüft nun Konsequenzen.
Ruth Levy-Berlowitz dolmetschte im Eichmann-Prozess
Eichmann-Übersetzerin
Ruth Levy-Berlowitz dolmetschte den Prozess gegen NS-Verbrecher Eichmann. Im Bonner Haus der Geschichte erzählt sie, was damals in ihr vorging. „Ich lebte, aß, trank Eichmann“, sagt sie. Trotzdem bekam sie von dem Grauen im Prozess längst nicht alles mit.