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Kommunalwahl

Ratskandidat in Borken tritt für zwei Parteien an

25.07.2009 | 12:37 Uhr
Ratskandidat in Borken tritt für zwei Parteien an

Borken. Ein interner Parteienstreit sorgt vor der Kommunalwahl im münsterländischen Borken für ein Tohuwabohu: Ein Kandidat muss nun für eine Partei antreten, mit der er zerstritten ist. Ein anderer steht aus dem gleichen Grund nun für zwei verschiedene Wählervereinigungen auf den Wahlzetteln.

In Borken im Münsterland sorgt die Kommunalwahl derzeit für reichlich Verwirrung. Ein Ratskandidat wird am 30. August für zwei verschiedene Listen gleichzeitig antreten. Und ein anderer soll gar erklärt haben, er trete zwar an, wolle aber nicht gewählt werden.

Wer auf dem Wahlzettel steht, muss antreten

Was liegt, liegt. Dieser eherne Skat-Grundsatz gilt auch bei der Kommunalwahl. In Wesel muss Ex-Porno-Queen Dolly Buster für die Unabhängige Weseler Wählergemeinschaft (UWW) für den Rat kandidieren, weil sie der Partei - missverständlicherweise - eine solche Erklärung zuvor unterschrieben hatte. Der örtliche Wahlausschuss hatte die Liste kürzlich abgenickt - Rücktritt unmöglich. Im münsterländischen Borken sorgen nun zwei Kandidaten für ein Tohuwabohu. Die beiden werden am 30. August für den Rat bzw. den Kreistag kandidieren - obwohl sie mit ihrer Partei im Clinch liegen.

Tritt für am 30. August für zwei verschiedene Listen an: Hartwig Westermann. Bild: www.freiewaehlerborken.de

Bernhard Wessing und Hartwig Westermann bringt das derzeit in Gewissensnöte. Beide hatten bereits vor Wochen schriftlich zugestimmt, dass sie sich als Kandidaten für die örtliche Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) in Borken für ein Mandat im Rat bewerben; Westermann möchte zudem in den Kreistag einziehen. Jetzt aber wollen beide mit der UWG nichts mehr zu tun haben. Doch ihre Kandidatur bleibt rechtskräftig.

Kandidatenaufstellung sorgte für Knatsch

„Das ist eine kuriose Situation“ gesteht Hartwig Westermann ein. Der 49-jährige Florist sieht sich in den vergangenen Tagen häufig von Kunden zu einem Bekenntnis gedrängt: „Wo stehst Du denn jetzt?“, fragten die. Grund dafür war ein innerparteilicher Zwist um die Besetzung der UWG-Spitzenkandidatur zur Ratswahl, der im März hochkochte.

Die Aufstellung der UWG-Kandidaten musste wegen Rechtsfehlern wiederholt werden und hatte im Juni dazu geführt hat, dass mehrere Mitglieder sich von ihrer Partei losgesagt haben und Anfang Juni eine eigene gründeten – die Freien Wähler. Dies wiederum führt jetzt zu einem innerparteilichen Durcheinander, das erst auffiel, nachdem der örtliche Wahlausschuss in dieser Wochen die Kandidaten-Vorschläge für Rat und Kreistag verabschiedet hatte.

Überzeugung geändert? Ohne Belang!

Das Ergebnis ist kurios, „aber rechtlich korrekt“, erklärt Bernd Kemper, Leiter des Borkener Bürgermeisterbüros und Stadtsprecher: „Alle UWG-Kandidaten haben schon vor längerem schriftlich zugestimmt, dass sie zur Wahl antreten“. Dass sie nun nachträglich ihre Meinung geändert, gar die Partei verlassen haben, „bleibt ohne Belang“, erklärt Kemper. Und auch, dass Florist Hartwig Westermann für beide Wählervereinigungen auf den Wahlzetteln steht, „ist okay“, sagt Kemper – „weil es sich um zwei verschiedene Gremien handelt“. Er tritt für Rat und Kreistag an.

Der UWG-Vorsitzende Werner Bleker wirft unterdessen den Freien Wählern „eine Schlammschlacht“ vor, die auch in den Versuch von der Gegenseite mündete, die UWG gänzlich von der Wahl auszuschließen. Der über einen Anwalt vorgebrachte Vorwurf,auch die zweite Kandidatenwahl sei nicht ordnungsgemäß abgelaufen, wurde aber vom Wahlausschuss nicht angenommen.

Produkt eines innerparteilichen Zwists: Die Freien Wähler in Borken haben sich erst im Juni gegründet. Bild: www.freiewaehlerborken.de

Bleker will jetzt zumindest mit einem der Kandidaten „noch mal persönlich sprechen“. Bernhard Wessing, im Borkener Ortsteil Marbeck Direktkandidat der UWG, soll jüngst erklärt haben, er wolle „auf keinen Fall gewählt werden“. Wessing sieht sich inzwischen „falsch zitiert“, lehnte aber ein Statement gegenüber DerWesten ab.

Hartwig Westermann hat sich unterdessen mit seiner Zwitter-Kandidatur arrangiert. Sollte er tatsächlich für die UWG in den Borkener Kreistag gewählt werden, obwohl er sich mittlerweile zur Absplitterung der Freien Wähler bekennt, "wär' das okay", meint der 49-Jährige: "Ich treten auf jeden Fall an. Gegen die Kreis-UWG hab' ich nämlich nichts."

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Dagobert Ernst

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Kommentare
25.07.2009
18:43
Ratskandidat in Borken tritt für zwei Parteien an
von scorpionx | #5

da kann man sich nur kopfschüttelnd abwenden ...

für soziale gerechtigkeit und gegen krieg -> mein herz schlägt links ...

25.07.2009
03:16
Blockierter Kommentar.
von daniel.otto | #4

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

25.07.2009
02:37
Ratskandidat in Borken tritt für zwei Parteien an
von halali01 | #3

Einfach nur hirnrissig.

24.07.2009
19:58
Ratskandidat in Borken tritt für zwei Parteien an
von knoetterkopp | #2

Ein Spiegelbild der poltischen Landschaft. Auf Landes und Bundesebene korrupt und faul und auf Kreis und Stadtischer Bühne vor Dummheit strahlen !! Was für Dumpfbacken sollen die denn noch wählen.

24.07.2009
16:54
Ratskandidat in Borken tritt für zwei Parteien an
von comptur | #1

Den so genannten Kreisstädten Borken und Wesel scheint die Intelligenz abhanden gekommen zu sein.
Mehr schein als sein.

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