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Polizisten in NRW unzufrieden mit neuen BMW-Streifenwagen

28.02.2016 | 14:32 Uhr
Polizisten in NRW unzufrieden mit neuen BMW-Streifenwagen
Die neuen Polizeiautos sind nicht bei jedem Beamten beliebt. Hauptkritikpunkt: Die Wagen sind kleiner als ihre Vorgänger von VW.Foto: dpa

Essen.   Sie dürfen BMW fahren. Aber viele Polizisten in NRW können sich nicht mit dem neuen Dienstauto anfreunden. „Der Teufel steckt im Detail“, sagt die Polizei-Gewerkschaft GdP.

Polizisten in NRW dürfen jetzt Dienst-BMW der 3-er-Reihe fahren. Aber so richtig glücklich sind viele der Beamten offenbar nicht mit dem Luxus-Gefährt. Der bisher genutzte VW-Passat schneidet im Polizei-Urteil erheblich besser ab. „Auffällig klein, eng und niedrig“ sei der BMW, sagte Arnold Plickert, Landeschef der Gewerkschaft der Polizei zur WAZ. Es gebe Probleme „auf weiter Front“, nicht etwa nur Klagen einzelner Beamter. Der Teufel stecke bei diesem Wagen im Detail.

Problem Nummer 1: Polizisten stoßen mit ihren Waffen-Holstern an die Mittelkonsole. „Früher trugen die Kollegen ihre Pistolen am Gürtel, heute nutzen sie Beinholster. Die Waffe liegt am Oberschenkel. Da wird der Platz zur Mittelkonsole knapp“, sagte Plickert.

Problem Nummer 2: Im BMW sitzt man tief. „Größere Kollegen haben Probleme beim Ein- und Aussteigen.

Problem Nummer 3: Hinten ist es enger als im Passat. „Das macht den Transport von Personen komplizierter“, so der Gewerkschaftschef.

Hintergrund
Die Polizei in NRW fährt bald BMW statt VW-Passat

Der nächste Fuhrparkwechsel bei den Streifenwagen der NRW-Polizei wird auch ein Marken-Wechsel. Das gab das NRW-Innenministerium am Mittwoch bekannt.

Problem Nummer 4: der Kofferraum. Er ist kleiner als der des VW Passat. „Und im VW war eine Kiste auf Rollen montiert, aus der man leicht Ausrüstungsgegenstände wie Messräder oder Absperrkegel entnehmen konnte. Nun gibt es keine Rollen mehr unter der schweren Kiste, man muss sie oft rausheben“ so Plickert. BMW habe aber angekündigt, dieses Problem bald zu lösen.

Das Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD) hatte 1845 Dienst-BMW bestellt. Leasingkosten für das Land: 21 Millionen Euro. Sie ersetzen bis 2017 die alten VW. Bild online zitiert einen Sprecher des LZPD, der sich über die Beschwerden wundert. Alle Beteiligten, auch Personalräte und Arbeitsschutz, hätten der Anschaffung zugestimmt.

Im vergangenen Jahr hatte es schon einmal Wirbel um die BMW gegeben. Bei zwei neuen Wagen der Polizei Unna fiel ausgerechnet das ständig aus, was ein Polizeiauto ausmacht: Blaulicht, Sirene, Funk. Die Erklärung war am Ende einfach: Die Beamten wollten die neuen Autos ausgiebig begutachten und schalteten längere Zeit das Sonderzubehör ohne laufenden Motor ein. Ergebnis: Batterie leer.

Matthias Korfmann

Kommentare
02.03.2016
16:00
Polizisten in NRW unzufrieden mit neuen BMW-Streifenwagen
von genussbaer | #63

Wer hat denn um Himmels Willen die Entscheidung getroffen einen Passat durch einen 3 er BMW ersetzen zu wollen,
Da waren Leute am Werk mit wenig...
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1 Antwort
Polizisten in NRW unzufrieden mit neuen BMW-Streifenwagen
von dolfi | #63-1

Das frage ich mich auch. Warum bleibt man nicht bei VW Passat oder man geht wieder auf die " guten Ford Autos ", wo ja noch mehr Platz als im Passat ist.
Zusätzlich baut Ford in NRW Autos und ich meine, das müsste man auch berücksichtigen. Außerdem sind sie preiswerter und haben soviel PS wie die BMW oder Passat.
Selbst ein 5er BMW hat ja weniger Platz als VW Golf.

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Polizisten in NRW unzufrieden mit neuen BMW-Streifenwagen
Polizisten in NRW unzufrieden mit neuen BMW-Streifenwagen
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2016-02-28 14:32
Polizei, NRW, BMW, Streifenwagen
Rhein und Ruhr