PCB-Opfer stirbt am Arbeitsplatz
28.01.2011 | 20:17 Uhr 2011-01-28T20:17:00+0100
Bochum/Dortmund. Ein 57-Jähriger, der lange auf dem verseuchten Gelände der PCB-Skandalfirma Envio in Dortmund gearbeitet hat, ist tot.
Ein 57-jähriger Dortmunder, der jahrzehntelang auf dem verseuchten Gelände der PCB-Skandalfirma Envio beschäftigt war, ist tot. Er starb am Montag an seinem Arbeitsplatz in Bochum. Die Todesursache ist noch unklar. Eine erste Obduktion des Leichnams brachte kein belastbares Ergebnis. Die Staatsanwaltschaft Bochum ermittelt.
Der Schock sitzt tief bei den Mitarbeitern der Transformatorenservice West GmbH in Bochum. Ihr 57-jähriger Kollege war am Montag plötzlich zusammengesackt. Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Der Trafo-Monteur war nicht mehr zu retten. Bis Oktober 2009 hatte der Mann auf dem PCB-verseuchten Envio-Gelände im Dortmunder Hafen gearbeitet. Sein Brötchengeber TSW siedelte im Oktober 2009 von Dortmund nach Bochum über, hat aber bis heute noch Material auf dem kontaminierten Gelände liegen, das schrittweise nach Bochum transportiert wird.
Nach gesicherten Informationen der WAZ hatte der verstorbene Dortmunder hohe Mengen des als krebserregend geltenden Giftes PCB im Blut.
Massiv belastet
Unter den mehr als 300 Betroffenen der bundesweit größten PCB-Katastrophe der letzten Jahrzehnte zählte er zur Gruppe der massiv Belasteten. Bei der gestern durchgeführten Obduktion des Leichnams „war die Todesursache nicht feststellbar“, sagt Staatsanwalt Jochen Kodal. Von giftchemischen und feingeweblichen Untersuchungen erhofft sich der Ermittler jetzt genaue Aufschlüsse. „Wegen des Zusammenhangs mit Envio“ werde das Verfahren an die Staatsanwaltschaft Dortmund übergeben, die seit acht Monaten im Envio-Skandal ermittelt.
Der Todesfall fällt zeitlich zusammen mit Drohungen gegen Personen, die im Envio-Skandal als Zeugen auftraten. Offensichtlich hält auch die Polizei Aussagen gegen die Giftfirma für riskant. So wurde einer Person gleich nach ihrer Vernehmung in Sachen Giftskandal Personenschutz angeboten.
Ein WAZ-Informant, der Details der ominösen Gifttransporte aus Kasachstan nach Dortmund kennt, in die kriminelle Kreise verwickelt sind und bei denen hunderte Tonnen von Giftmüll verschwanden, sagte kürzlich in einem Interview: „Ich habe Angst um mein Leben.“
07:44
Zur Erinnerung:
http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/Familie-flieht-vor-Nazi-Terror-und-sucht-eine-neue-Bleibe-id13034.html
07:41
Mokdo, man hat der Familie in Dorstfeld WEIT mehr angetan, als ihnen nur die Scheiben des Autos einzuwerfen.
14:51
@7 Elektrosteiger
Schon mal daran gedacht das Ihr Geschreibsel eventuell auch Familienangehörige des Verstorbenen lesen könnten?
Aber auch für sich allein, lässt Ihr Kommentar Schlüsse auf ihren Anstand zu.
18:47
Stefan2, man hat der Familie in Dorstfeld die Scheiben des Autos eingeworfen. Dafür kann die Poilizei nicht rund um die Uhr Polizeischutz gewähren. Wenn die Polizei jedem dem eine Sache beschädigt wird rund um die Uhr bewachen würde, wäre kein Polizist mehr im Streifendienst tätig.
Hier geht es um ganz andere Dimensionen.
18:19
Welches Dioxin, meinen sie PCB? So hohe Belastungen mit PCB sind beim Menschen noch vollkommen unerforscht, man weiß nicht was dann passiert im Gegensatz zum Dioxin. Vielleicht hat ja auch die Mafia nachgeholfen ... oder es war ein gewöhnliches Aneurysma. Wenn es nicht ein ganz geschickte Giftmord war, wird man es rausbekommen. Jedenfalls mein Beileid.
18:11
Das der Mann gestorben ist, das hat GARANTIERT nichts mit dem Dioxin zu tun.
Wetten???
Das wird die Staatsanwaltschaft sicherlich feststellen..
Der ist warscheinlich an Maul- und Klauenseuche gestorben...
18:08
Das kennen wir von den Silikoseverseuchten Bergleuten: Ganz natuerlicher Tod!
15:17
Zitat:Sein Brötchengeber TSW siedelte im Oktober 2009 von Dortmund nach Bochum über (...) Zitat ende.
Passt Umgangssprache in einen journalistisch verfassten Text?
14:27
Sieht ganz nach Organisierter Kriminalität aus, nach einer Mafia. Die tummeln sich schon lange in der Müllbranche. Nur gut, daß die Mafias hier in Deutschland nur ihren Ruheraum haben und nicht aktiv sind, wie die ahnungslosen Politiker und die ahnungslose Polizei glauben.
10:04
Die Dortmunder Polizei bietet erneut von sich aus jemandem Personenschutz an, wie schon im Falle des SPD-Fraktionsvorsitzenden Prüsse, der einen Drohanruf erhalten hatte. Im Falle der Dorstfelder Familie, die wochenlang von Dortmunder Naziterroristen bedroht und empfindlich geschädigt wurde, hat dieselbe Dortmunder Polizei behauptet, es gebe keine Möglichkeit, sie zu schützen!