Olaf Hennig: "Bin halt ein Normalo"
04.03.2008 | 19:07 Uhr 2008-03-04T19:07:00+0100Dortmund. Dass er mal mit einem Song auf einem "Bravo-Hits"-Sampler vertreten sein wird, damit hat Schlagersänger Olaf Henning nicht gerechnet. Es ist ein schönes Geschenk zum zehnjährigen Jubiläum auf der Bühne.
Derzeit schwimmt Henning auf einer Erfolgwelle, an die vor zehn Jahren nicht zu denken war. Zurzeit gibt es TV-Auftritte zuhauf und den Platz 6 in der Hitparade mit "Cowboy & Indianer". Und selbst in Österreich und der Schweiz ist der "Junge aus dem Pott" in Diskotheken ein Dauerbrenner.
Dabei wollte vor zehn Jahren niemand Songs à la Henning höre, geschweige denn spielen. Zu modern, zu poppig, war der Kommentar allerorten. "1000 CDs haben wir damals in einen Koffer gepackt, alles Geld zusammengekratzt und die ,Die Manege ist leer' auf Malle verteilt", erinnert sich Olaf Henning (39) an den Start seiner Karriere.
Vom Erfolg seines Erstlingwerkes ("Ich habe die ,Manege' in 20 Minuten geschrieben") war Olaf Henning selbst überrascht. Die Diskotheken auf Mallorca spielten die Scheibe rauf und runter. So langsam kamen auch Anfragen aus Deutschland nach dem "Schlagerrocker", wie ihn die Medien tauften.
Und Henning gab ("Ich kann gar nicht anders") Vollgas. Ein Auftritt jagte den anderen. Auch heute noch jettet er in den Ferienmonaten nach Mallorca. Und dabei ist er pro Auftritt nicht einmal 14 Stunden auf der Insel. Dann rast er zum nächsten Termin.
Er war und ist sich nicht zu schade, auch vor kleinem Publikum zu spielen, ist immer noch dicht dran an seinen Fans. Autogramme schreiben, Fan-Post beantworten - und das persönlich - das gehört für ihn nach wie vor dazu. "Sicher auch das Rezept meines Erfolges seit zehn Jahren", erklärt er, denn. "ich bin ein Junge aus dem Pott, lebe in meinem Reihenhaus und habe nie abgehoben. Bin halt ein Normalo."
Im Laufe der Jahre habe er nur gelernt, diplomatischer zu sein. "Ich habe die Wahrheit immer zu sehr auf der Zunge liegen", aber, so schiebt er nach "Ich bereue nichts, musikalisch, menschlich oder auch privat, auch wenn ich hier und da mal mit Dingen auf die Nase gefallen bin."
Kam für ihn der Erfolg mit "Die Manege ist leer" mit der Power völlig überraschend, so setzte "Cowboy und Indianer" noch mal einen drauf. "Es war 2000 die absolute Niete, die keiner hören wollte", so Henning. Und nun will alle Welt diesen Song hören, sei er in Deutschland, Österreich und der Schweiz in die Charts geschossen. Und das kurz vor seinem 10-jährigen Jubiläum, das er mit Weggefährten am 26. April in der großen Westfalenhalle feiern wird.
"Vorher, am 5. März (21 Uhr), gibt's in der Bochumer Zeche ein kleines Warm-Up", so Olaf Henning. Dann heißt es proben, proben, proben - denn Olaf Henning kommt mit Big Band und seiner Henning-Band in die Westfalenhalle. Jürgen Drews, Bernhard Brink und Ireen Sheer und weitere Gäste werden dabei sein. "Der große Bammel vor der riesigen Halle kommt sicher langsam nach meinem Urlaub, so ab dem 16. April", blickt er nach vorn. "So richtig schnellt der Blutdruck dann nach oben, wenn ich kurz vor dem Konzert in der Garderobe sitze und ich dann realisiere: ,Die kommen alle nur wegen mir.'"
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